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Kirchenkreis Jülich

Nach Überfall auf evangelischen Pfarrer noch kein Hinweis auf Täter

"Wir sind entsetzt und betroffen", sagt der Jülicher Superintendent Jens Sannig nach dem Überfall auf einen Pfarrer im Kirchenkreis Jülich. "Aber wir zeigen weiter klar Kante gegen Rechts und für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Religionsfreiheit." 

Zwei Tage nach einem blutigen Überfall auf den evangelischen Pfarrer Charles Cervigne im niederrheinischen Aldenhoven bei Jülich hat die Polizei noch keinen Hinweis auf die Täter. Nach Angaben der Polizei vom Montag hat inzwischen der Staatssschutz die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Der 56 Jahre alte Pfarrer war am Samstagabend gegen 23 Uhr überfallen worden. Unbekannte hatten bei ihm geschellt. Als Cervigne die Tür öffnete, sprühten ihm die Täter ein Reizgas ins Gesicht und schlugen mit einem Werkzeug auf seinen Kopf ein. Die Täter konnten unerkannt fliehen.

Der Pfarrer konnte jedoch die Türe wieder schließen und wurde in einem Krankenhaus behandelt. Der geschädigte Pfarrer selbst vermutet den oder die Täter im rechtsextremen Lager. Möglicherweise sei der Pfarrer aus fremdenfeindlichen Motiven heraus angegriffen worden, hieß es aus der Gemeinde. Cervigne engagiert sich seit langem in der Flüchtlingshilfe, wendet sich in sozialen Netzwerken offen gegen fremdenfeindliche Kommentatoren und wird deswegen massiv bedroht. In den vergangen zwei Wochen habe er mehrfach über das Internet konkrete Drohungen aus der rechtsradikalen Szene erhalten. Bereits im Verlauf des Sonntags hatte der Pfarrer seinen Dienst wieder aufgenommen.

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ekir.de / epd, neu / 15.02.2016



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