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Übersetzung des Briefinhalts

Offener Brief an Präsident Donald Trump

Sehr geehrter Herr Präsident,

uns ist es bewusst und wir würdigen es auch, dass  Sie in diesen Tagen dem Status von Jerusalem besondere Aufmerksamkeit widmen. Wir verfolgen die Dinge mit wachsamen Augen und halten es für  unsere Pflicht, diesen Brief an Eure Exzellenz zu richten.

Im Juli 2007 haben wir einen ähnlichen Brief an die führenden Politiker adressiert, die sich in Camp David trafen, um über den Status von Jerusalem zu entscheiden. Unser Brief ist freundlich bedacht  worden. Wir haben auch heute das Vertrauen, sehr geehrter Herr Präsident, dass Sie unseren Standpunkt  in der äußerst wichtigen Frage des Status von Jerusalem berücksichtigen  werden

Unser Land soll ein Land des Friedens sein. Jerusalem, die Stadt Gottes, ist eine Stadt des Friedens für uns und die Welt. Leider ist aber unser Heiliges Land mit Jerusalem als der Heiligen Stadt heutzutage  zu einem Land der Konflikte geworden.

Diejenigen, die Jerusalem lieben, sind fest entschlossen, alles dafür zu tun, dass es ein Land und eine Stadt des Friedens, des Lebens und der Würde für alle Bewohner wird. Die Gebete aller Gläubigen  - der drei Religionen und der zwei Völker, die zu dieser Stadt gehören – steigen zu Gott empor und bitten um Frieden, wie der Psalmbeter sagt: „Allmächtiger Gott,  wende dich um, blicke vom Himmel herab und sieh“ (Psalm 80, 15). Inspiriere unsere Führer und fülle Ihre Gemüter und Herzen mit Gerechtigkeit und Frieden.

Wir verfolgen die Berichte mit Besorgnis, dass  die USA Veränderungen   bezüglich des Status von Jerusalem planen.  Wir sind sicher, dass solche Schritte verstärkt  Hass, Auseinandersetzung, Gewalt und Leiden in Jerusalem und dem Heiligen Land hervorbringen werden, die unser weiter vom Ziel der Einheit entfernen und uns tiefer in eine zerstörerische Teilung treiben.  Wir bitten Sie, Herr Präsident, helfen Sie uns, dass wir alle den Weg gehen, der zu mehr Liebe und einem endgültigen Frieden führt, der nicht erreichbar sein wird,  ohne dass Jerusalem für alle da ist.

Unsere  ernste Bitte und unser Rat an die Vereinigten Staaten ist es, den geltenden internationalen Status von Jerusalem weiterhin anzuerkennen.  Jede plötzliche Veränderung würde einen nicht wiedergutzumachenden Schaden verursachen.  Wir haben das Vertrauen, dass mit der kräftigen Unterstützung unserer Freunde, Israelis und Palästinenser es schaffen einen nachhaltigen und gerechten Frieden auszuhandeln, der allen dient, die sich danach sehnen, dass die Heilige Stadt ihre Bestimmung erfüllt.   Die Heilige Stadt kann von allen geteilt und das Leben in ihr von allen genossen werden, sobald ein politischer Prozess dazu hilft, die Herzen aller Menschen, die in ihr leben, von den von Konflikten und Zerstörung  geprägten Lebensbedingungen  zu befreien.

Weihnachten steht vor der Tür. Es ist ein Fest des Friedens. Die Engel haben am Himmel von Jerusalem gesungen „Ehre sei  Gott in der Höhe und  Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“.  Für das kommende Weihnachtsfest bitten wir darum,  dass Jerusalem nicht des Friedens beraubt wird, wir bitten Sie, Herr Präsident, helfen Sie uns, auf das Lied der Engel zu hören. Als Führer der christlichen Kirchen in Jerusalem laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns den Weg der Hoffnung zu gehen, indem wir an einem gerechten und inklusiven Frieden für alle Völker dieser einzigartigen und Heiligen Stadt bauen.

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest

Die Patriarchen und Kirchenführer in Jerusalem
6. Dezember 2017

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07.12.2017



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