Konferenz der Umweltbeauftragten

Schöpfung bewahren – gemeinsam handeln

Energiesparen, kirchliches Umweltmanagement, Fracking, aber auch die eigene Standortbestimmung waren Themen der Frühjahrstagung der rheinischen Konferenz der Umweltbeauftragten.

Die Umweltbeauftragten der rheinischen Kirchenkreise bei ihrem Frühjahrstreffen 2013 in Bonn. Die Umweltbeauftragten der rheinischen Kirchenkreise bei ihrem Frühjahrstreffen 2013 in Bonn.

Bei der Tagung in Bonn berichtete ein Teilnehmer, dass er seit etwa 25 Jahren im Kirchenkreis der Beauftragte für Umweltfragen ist. Die Funktion wurde damals im Nachgang zu Tschernobyl eingerichtet und er könne sozusagen auf ein Jubiläum blicken. Dies war nicht als nostalgische Referenz gemeint, sondern als Indiz auf die politischen Wurzeln des kirchlichen Umweltengagements gedacht, welches auf den Leitlinien von Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung basiert. Bei der Frage, wie politisch die eigene Umweltarbeit heute ist und ob sie politischer sein müsste, sahen einige einen Nachholbedarf für mehr Profilierung, während andere die Rolle der Kirchen in der Umweltdebatte für angemessen hielten.

Allgemeine Zustimmung gab es, dass die Landessynode 2013 sich gegen die Fracking-Methode zur Gewinnung von Erdgas ausgesprochen hatte, da diese zu erheblichen Risiken für Mensch und Umwelt führen kann. Sie sollte sich damit offensiv in die politische Debatte einschalten.

Schwerpunktthema des Frühjahrstreffens waren die Einführung des Grünen Hahns und ein Konzept für Energiecontrolling in Kirchengemeinden. Der Grüne Hahn ist ein auf kirchliche Bedingungen ausgerichtetes Konzept für Umweltmanagement. Im Vergleich mit anderen Landeskirchen haben bisher nur wenige Gemeinden in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) eine Zertifizierung nach dem Grünen Hahn.

Auftakt des Schulungszyklus zum "Grünen Hahn" im September

Dies soll sich ändern. Seit November 2012 gibt es im Landeskirchenamt daher eine Projektstelle, die die Gemeinden bei der Verbesserung ihres Energie- und Umweltmanagements unterstützen soll. Die Umweltbeauftragten hatten sich immer wieder für eine solche Projektstelle stark gemacht. Große Zustimmung erhielt die Ankündigung, dass die Auftaktveranstaltung für den ersten EKiR-organisierten Schulungszyklus zum Grünen Hahn am 14. September in Bonn stattfindet.

Als weiteres Angebot neben dem Grünen Hahn stellte Richard Brand, Projektreferent im Landeskirchenamt, eine erste Skizze vor, wie ein einfaches Energiemanagement für Kirchengemeinden aussehen könnte. Durch das Erfassen, Ablesen und Auswerten von Verbrauchsdaten und durch Checklisten sollen schnell realisierbare Potentiale zum Energiesparen gefunden werden.

"Grünes Datenkonto"

Seit einigen Monaten besitzt die Evangelische Kirche eine Lizenz für das „Grüne Datenkonto“, an dem sieben Landeskirchen beteiligt sind. Im „Grünen Datenkonto“, www.ekir.gruenes-datenkonto.de, können Kirchengemeinden kostenfrei ihre Daten eingeben, dokumentieren und auswerten.

Der Kirchenkreis Essen teilte nach dem Treffen mit, dass er das Grüne Datenkonto nutzen will. Aus ihrer Gebäudestrukturanalyse liegen die Energieverbrauchswerte aller Gebäude der Kirchengemeinden vor. Der dortige Umweltbeauftragte, Günther Schlegelmilch, schreibt, dass statt einer selbst gestrickten Datei das "Grüne Datenkonto" die zukunfsfähigere Lösung biete. Das Handbuch zeige die ausgereifte Struktur und die vielfältigen Möglichkeiten der Auswertung.

Ökostrom beziehen

Bei der Nutzung von erneuerbaren Energien in den Kirchengemeinden sahen die Teilnehmenden noch Luft nach oben. Einige Gemeinden beziehen Ökostrom, viele aber noch nicht. Hier ist weiterhin Überzeugungsarbeit notwendig. Die vom Baudezernat im Landeskirchenamt verhandelten Rahmenvereinbarungen mit wichtigen Ökostromanbietern wurden als hilfreich begrüßt, da sie die Umstellung erleichtern. Dass es keine Übersichten gibt, welche Gemeinden Ökostrom beziehen, wurde bedauert.

Der Vorschlag von Yvonne Göckemeyer (Leverkusen), in die Rahmenvereinbarung aufzunehmen, dass die Kirchengemeinden dem Landeskirchenamt mitteilen, wenn sie zu einem Ökostromanbieter wechseln, fand allgemeine Zustimmung. Als weiteres Instrument, die Datenlage zu verbessern, wurde die Statistik zur Synode genannt. Der Referent wurde gebeten zu prüfen, ob bei der Statistikabfrage für 2014 auch Fragen zum Energiebezug aufgenommen werden können. Ebenso die Frage, ob die Kirchengemeinde selbst erneuerbare Energien produziert.

Das Herbsttreffen der Umweltbeauftragten findet am 12. Oktober wieder in Bonn statt. Vorschläge für das Schwerpunkthemen sind u.a. Energiewende, Klimaschutzstrategie, Nachhaltigkeit und Kampagne Anders Wachsen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 10. März 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 11. März 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rb, neu / 10.03.2013



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