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Plakatausschnitt des christlich-muslimischen Oratoriums '...und er sprach'. Plakatausschnitt des christlich-muslimischen Oratoriums "...und er sprach".

Uraufführung des christlich-muslimischen Oratoriums "...und er sprach"

Er sprach - er ist das Wort

In Sure 19 wird erzählt, wie Maria nach der Geburt Jesus vorstellt und angesichts von Rückfragen auf ihn weist. Die Menschen stutzen: Was soll ein Neugeborener schon sagen können? Und dann geht es im Koran verblüffenderweise so weiter: Und Jesus beginnt zu sprechen.

„…und er sprach“ - so lautet der Titel des christlich-muslimischen Oratoriums über die Geburt Jesu in Koran und Bibel. Die Uraufführung des Werkes wird am Samstag, 5. Dezember, in der Christuskirche in Leverkusen stattfinden. Dabei wird nicht nur Jesu Geburtsgeschichte sowohl aus christlicher, als auch aus muslimischer Perspektive aufgegriffen. Vielmehr werden auch musikalisch Brücken geschlagen: Erklingen werden Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach (1685-1750) sowie Neukompositionen des 1957 geborenen deutsch-türkischen Komponisten Betin Günes.

Die Aufführung geht auf vielfältige Zusammenarbeit zurück: Beteiligt sind der Dionysius-Chor Krefeld, die Kantorei der Friedenskirche Krefeld und das Betin Günes Turkish Chamber Orchestra. Die Leitung übernimmt Günes.

Parallelen und Unterschiede

Die Erzählungen über Jesu Geburt in Bibel und Koran weisen Parallelen und Unterschiede auf. Um mal einen Unterschied direkt zu benennen: Laut Koran kommt Jesus, der ja nach muslimischer Vorstellung ein Prophet ist, unter einer Palme zur Welt.

„Menschen hört aus Heiligen Schriften, wie die Welt erblickt ein Kind“, heißt es im Eingangschor. Und weiter: „Seht nur, wo die Pfade Gottes gleich und doch verschieden sind.“ Die Texte für das Oratorium stammen aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 2, und den Versen 16 bis 34 in der Sure 19 „Maria“ im Koran, sowie vom Libretto, das Hureyre Kam, Doktorand in Frankfurt/Main, und Christuskirchenpfarrer Dr. Detlev Prößdorf schrieben.

Spannendes, nahe liegendes Projekt

Prößdorf erzählt, dass das Projekt, das dem christlich-islamischen Dialog verpflichtet ist, unter anderem entstand, weil Günes mit seinem Kammerorchester in der Christuskirche probt. Deshalb ist das Oratorium für den Theologen ein "spannendes, nahe liegendes Projekt". Er freut sich darauf, dass die „unterschiedlichen Traditionen miteinander ins Gespräch kommen“, und er ist gespannt auf die „Begegnung auf musikalischer Ebene“.

Zusammen kommen werden die titelgebende Koran-Geschichte, wonach Jesus spricht. Und die biblische Botschaft: „Ich bin das Wort.“

Uraufführung: 5. Dezember, 20 Uhr, Christuskirche Leverkusen, Dönhoffstraße 2
Weitere Aufführungen: 6. Dezember, 19 Uhr, Friedenskirche, Krefeld, Luisenplatz 1
6. Januar, 19.30 Uhr, Stiftskirche Bonn, Kölnstraße 31
10. Januar, 17 Uhr, St. Theodor, Köln, Burgstraße 42
Tickets über kölnticket.de, 0221/2801

In der Melanchthon-Akademie in Köln wird am 5. Dezember, 15 bis 18 Uhr ein Studientag angeboten. Titel: „Die Geburt Jesu in der Bibel und im Koran – Eine Begegnung“. Erwartet werden die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi, der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster, Prof. Dr. Mouhanad Korchide und der Leiter des Zentrums für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften in Paderborn, Prof. Dr. Klaus von Stosch.

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ekir.de / neu / 04.12.2015



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