Urlauberseelsorge

Von Sonne, Sand und Sanduhr

Ein Eis ist ein Ijsje. Aber zu Gott beten geht besser auf Deutsch: Wenn in den Sommerferien Nordrhein-Westfalen in Holland liegt, dann gibt es evangelische Urlauberseelsorge in den Niederlanden.

Pflicht, Zeit, Druck - in den Ferien, am Strand, da ist der Alltag fern: Strandszene in der niederländischen Provinz Zeeland. Pflicht, Zeit, Druck - in den Ferien, am Strand, da ist der Alltag fern: Strandszene in der niederländischen Provinz Zeeland.

"Der Gottesdienst ist für uns ein wichtiger Bestandteil der erholsamen Tage", sagt zu Beginn des Gottesdienstes Bernfried Stahl, er ist Gemeindeglied und ehemaliger langjähriger Presbyter in Oberhausen, Und nach Renesse kommt er seit Jahrzehnten mit seiner Familie in sein Ferienhäuschen, heute auch mit Kindeskindern.

Gott ist "mein Hirte, er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele", beten die deutschsprachigen Gläubigen den Psalm in der St. Jakobuskirche in Renesse. Und dann folgt das "schöne Urlaubslied", wie der Urlauberseelsorger und Krefelder Gemeindepfarrer Thomas Stockkamp sagt: "Himmel, Erde, Luft und Meer".

In seiner Predigt verbreitet der Theologe dann, sagen wir es drastisch, erst einmal Angst und Schrecken. Oben, im Predigtstuhl der St. Jakobuskirche von Renesse, verweist er auf die dort befindliche Sanduhr. Sie laufe 90 Minuten, so lange hätten hier früher reformierte Predigten gern einmal gedauert. "Allein die Predigt, nicht der Gottesdienst."

 

 

 

Nein, Stockkamp predigt nicht 90 Minuten, aber er predigt über die Zeit. Genauer über das biblische Kohelet-Zitat: Ein jegliches hat seine Zeit, geboren werden, pflanzen, heilen, bauen, tanzen, Steine sammeln, nähen, lieben. Aber auch sterben, abbrechen, klagen, verlieren... Zu Beginn der Ferien liege unendlich viel Zeit vor uns, aber sie verrinne, "und dann ist auf einmal der Tag des Kofferpackens gekommen". Manchmal würde man in den Ferien am liebsten die Sanduhr waagerecht halten - und Stockkamp hält die Sanduhr der Renesser Jakobuskirche quer. "Eine Fahrradtour. Ein Sonnenuntergang."

Grotesk?! Stockkamp predigt: "Die Sanduhr ist ein Hoffnungszeichen." Schließlich lasse sie sich einfach umdrehen. "Die Zeit beginnt immer wieder neu." Nach dem Urlaub gelte es, neu anzufangen mit neuer Kraft.

Thomas Stockkamp ist einer von 14 Pfarrerinnen und Pfarrern der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die während der Ferien Dienst tun in deutschen und ausländischen Feriengebieten.

Bernfried Stahl ist einer von zwei von der örtlichen niederländischen Gemeinde berufenen deutschsprachigen Ältesten, so hat die Urlauberseelsorge auch ihren guten presbyterialen Grund. Form folgt Funktion. Bernfried Stahl sagt: "Mich stärkt der Gottesdienst."

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 26. Juli 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 27. Juli 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 26.07.2012



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