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Pfarrerin Kerstin König-Thul Pfarrerin Kerstin König-Thul

Valentinstag

Ein Gottesdienst für Verliebte

Einen Gottesdienst zum Valentinstag bietet die Kirchengemeinde Trier an – und das bereits zum siebten Mal. Über den Bau von „Beziehungskisten“, Tränen an der Segensstation und die Notwendigkeit eines Gottesdienstes zum Thema Liebe erzählt Pfarrerin Kerstin König-Thul im Interview.

In der Ankündigung schreiben Sie: „Der Gottesdienst ist ein Angebot an alle Paare sich der gegenseitigen Freundschaft, Liebe und Partnerschaft bewusst zu werden und diese durch Gottes Segen zu stärken.“ Haben Sie das Gefühl, dass die Liebe zwischen zwei Partnern sonst im Gottesdienst eher zu kurz kommt?

Ja, das glaube ich schon. Deswegen machen wir gezielt einen Gottesdienst, in dem es ganz klar um Liebe, um Beziehung und um Bedürfnisse in einer Beziehung geht.

Können Sie Beispiele für den Inhalt nennen?

Dieser Gottesdienst funktioniert ein bisschen anders als ein normaler Gottesdienst. Es gibt zwar auch eine Predigt. Aber vor allem gibt es Stationen, und an diesen Stationen müssen die Paare etwas für sich machen. Beispielsweise mussten die Paare einmal eine Beziehungskiste bauen. Das ging nur, wenn man es zu zweit machte. Dann gibt es immer eine Station, die ganz wichtig ist: die Segensstation. Da lassen sich Paare noch einmal segnen. Das ist immer sehr emotional. Da laufen häufig die Tränen – bei Frauen wie bei Männern.

Es ist also ein sehr aktiver Gottesdienst?

Ja, man ist aktiv, aber man ist es für sich. Einmal haben wir kleine Beutel an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilt und jeder sollte seinen Beutel mit „Bausteinen“ füllen. „Bausteine“ als Antwort auf die Frage: „Was ist mir wichtig in meiner Beziehung?“ Das hat jeder für sich gemacht. Und dann mussten die Paare aus ihren zwei Säckchen eines gemeinsam befüllen. Das heißt, sie mussten miteinander reden: „Was ist Dir denn wichtig?“ Der eine will eher Leidenschaft, der andere Humor... Der Sack war natürlich nur begrenzt groß. In den letzten Jahren haben wir auch eingeführt, dass wir am Ende zusammen tanzen. Nach dem Segen kommt also kein Schlusslied, sondern dann wird getanzt.

Den Gottesdienst gibt es seit 2011. Ist er ein Erfolgsmodell?

Ja, es kommen unterschiedliche und immer wieder neue Menschen. Häufig sind es auch Leute, die sonst gar nicht so oft in die Kirche gehen, die aber zu diesem Gottesdienst ganz gezielt kommen. Es gibt junge Paare, ältere Paare... ganz  durchmischt.

Wie viele Besucherinnen und Besucher sind es im Durchschnitt?

Das hängt vom Wochentag ab. Wir hatten schon 80 Besucherinnen und Besucher, aber meist sind es so 40 bis 50.

Was entgegnen Sie Kritikern, die sagen, den kommerziellen Rummel um den Valentinstag solle man nicht noch mit einem speziellen Gottesdienst unterstützen?

Wir sind ja gerade nicht kommerziell! Wir nehmen den Valentinstag nur als Anlass zum Nachdenken. Und ein Gottesdienst ist ja immer für alle kostenlos.

Der Gottesdienst findet am Valentinstag, Dienstag,14. Februar 2017, um 18 Uhr im Caspar-Olevian-Saal, Willy-Brandt-Platz, in Trier statt. Das diesjährige Motto lautet „Sag was!“ – „Nö!“. Gestaltet wird er von Pfarrerin Kerstin König-Thul und ihrem Kollegen im Ruhestand, Johannes Metzdorf-Schmithüsen.

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ekir.de / Alexandra Stoffel, Foto: privat / 10.02.2017



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