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Auschnitt aus dem Plakat der VEM-Menschenrechtsaktion 2016. Auschnitt aus dem Plakat der VEM-Menschenrechtsaktion 2016.

VEM-Menschenrechtsaktion

Nötig ist nachhaltige Integration

Dem Stacheldraht zum Trotz ergeben die Buchstaben das Wort Willkommen. Zusammen mit dem Bibelspruch "Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst" und dem Satz  "Zuflucht ist ein Menschenrecht" bilden sie das Plakat zur VEM-Menschenrechtsaktion 2016.

Stellten die VEM-Menschenrechtskampagne 2016 vor (v.l.): Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt, Dr. Jochen Motte von der VEM und Präses Manfred Rekowski. Stellten die VEM-Menschenrechtskampagne 2016 vor (v.l.): Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt, Dr. Jochen Motte von der VEM und Präses Manfred Rekowski.

Über die "Welle der Hilfsbereitschaft" in Deutschland freut sich der Vize-Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Dr. Jochen Motte. Viele Menschen helfen spontan und in unterschiedlicher Weise den Flüchtlingen. Mit der Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus Syrien setze Deutschland ein Zeichen, schreibt Motte zum Start der Menschenrechtsaktion "Zuflucht ist ein Menschenrecht". Er erinnert aber auch daran, dass die Willkommenskultur auch immer mehr in Frage gestellt werde, benennt u.a. die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und die Angriffe auf Flüchtlinge.

Dagegen setzt sich die VEM, die Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland, für die Rechte von geflüchteten Menschen ein, insbesondere das Recht auf Asyl, so Motte. "Dies geschieht vor dem Hintergrund des biblischen Zeugnisses, das dazu aufruft, Menschen, die als Fremde in unser Land kommen, nicht zu bedrängen oder zu unterdrücken." Das erwähnte Bibelzitat stammt aus dem Dritten Buch Mose, Kapitel 19, Vers 33. Die VEM setze sich gleichermaßen für Flüchtlinge in Indonesien, Ruanda und Kamerun ein, so Motte in dem Brief, dem eine Spendenbitte anhängt.

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, wies bei der Vorstellung der Menschenrechtskampagne 2016 am Vortag des heutigen Tages der Menschenrechte darauf hin, dass es nicht nur um Willkommenskultur geht, sondern um nachhaltige Integration. Hier müssten weitere Fortschritte sicht- und erlebbar sein. Dabei sollte stets klar sein, dass Barmherzigkeit und Menschenrechte nicht begrenzbar sind.

Eine Frage des Teilens

Außerdem forderte er von der Bundesregierung, auch die Fluchtursachen wie die Folgen des Klimawandels, Menschenrechtsverletzungen und bittere Armut zu bekämpfen. „Wir leben blendend von der Globalisierung und gehören zu den Gewinnern, aber jetzt bekommt die Globalisierung ein Gesicht durch die Menschen, die zu uns kommen und die zu den Verlierern gehören“, so der Präses.

Seiner Ansicht nach geht es letztlich auch um die Frage des Teilens, ein Anliegen, dem die Evangelische Kirche im Rheinland nachgehen werde. Um eine tatsächliche Integration zu erreichen, ist seiner Meinung nach eine große Koalition aus Kirche, Zivilgesellschaft und Politik erforderlich.

"Menschenrechte sind keine Schönwetterrechte"

Nach Ansicht des Geschäftsführers von Pro Asyl, Günter Burkhardt, sind „Menschenrechte keine Schönwetterrechte und müssen sich gerade dann bewähren, wenn es drauf ankommt“. Er wies darauf hin, dass der Schlüssel zur Integration der Aufenthaltsstatus ist. Gerade junge Menschen benötigen diesen Aufenthaltsstatus, um eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Burkhardt beklagte die langen Prüfungsphasen von Asylverfahren, die die Menschen in monatelange Warteschleifen schickten. Mit Blick auf das aktuelle VEM-Kampagnenplakat sei der dargestellte Stacheldrahtzaun momentan in Europa leider sehr zutreffend.

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ekir.de / vem, neu / 10.12.2015



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