Landessynode 2016

Readspeaker

Twitter

Facebook-Gruppe zur Landessynode

Für Facebook-Mitglieder die Gruppe zur Landessynode   

> weitere Informationen

Landessynode 2016

Im ökumenischen Spiegel

Die Evangelische Kirche im Rheinland ließ sich den Spiegel vorhalten: Mitglieder ihrer Partnerkirchen besuchten sie, fragten, wie sie zukunftsfest gestaltet werden kann. Jetzt stellten zwei Teilnehmende der Ökumenischen Visite der Landessynode ihre Eindrücke vor.

Wie relevant ist die rheinische Kirche? Wer kann diese Frage besser beantworten als Christinnen und Christen aus den inner- und außereuropäischen Partnerkirchen. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland lud deshalb im vergangenen Juni Vertreterinnen und Vertreter dieser Kirchen ein, bei einem Besuch einen kritischen und solidarischen Blick auf Wirken, Arbeit und Stimmungen in den Kirchengemeinden, Kirchenkreisen, diakonischen und anderen Einrichtungen zu werfen.

Herausgekommen ist ein Bericht dieser Ökumenischen Visite über eine Kirche, die sich in ihrer eigenen Wahrnehmung im Rückzug befinde, wie es Pfarrer Dr. Stefan Cosoroaba aus Rumänien heute Morgen vor der Landessynode 2016 formulierte. Der Vertreter der dortigen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses war der eine der beiden Teilnehmenden der Visite, die der Landessynode zentrale Eindrücke ihres Besuches berichteten.

Größe bemisst sich an den Aufgaben

Dass die rheinische Kirche sich auf dem Rückzug sehe, fußt für Cosoroaba vor allem auf dem Rückgang der Mitgliedszahlen und der sinkenden Finanzen. Für die Relevanz einer Kirche seien das aber keine Kriterien. Die Größe einer Kirche messe sich vielmehr an ihren Aufgaben, sagte der rumänische Pfarrer, dessen Kirche in den vergangenen Jahren 95 Prozent ihrer Mitglieder verloren hat.

„Zahlen spielen eine viel geringere Rolle als Sie meinen. Ob Sie als Evangelische Kirche im Rheinland in den nächsten Jahren nun von 2,4 Millionen Mitgliedern auf 2,2 oder sogar 1,9 Millionen sinken werden, ist nur eine statistische Aussage, an der sich vor allem der präzise deutsche Geist reibt“, sagte er den Mitgliedern der Synode.

Stärker auf Gott vertrauen

Eine Kirche lebe nicht zum Selbsterhalt, sondern habe die Botschaft Christi in Wort und Tat in dieser Welt umzusetzen. Die rheinische Kirche solle daher weniger planen und stärker auf Gott vertrauen, sagte Cosoroaba und wies damit auf einen zentralen Kritikpunkt der Ökumenischen Visite hin.

Weiter empfiehlt der Bericht der Ökumenischen Visite der rheinischen Kirche, den theologischen Grund ihrer zahlreichen Aktivitäten stärker in der Öffentlichkeit zu vertreten. Evelyne Will-Muller von der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen formulierte diesen Punkt vor der Landessynode mit dem Satz: „Die Rede und das Zeugnis der Kirche sollten nicht vor allem höflich, sondern trinitarisch sein, sie sollten auch von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, und dem Wirken des Heiligen Geistes sprechen.“

Merkposten fürs Nachdenken

Als Mitglied der rheinischen Kirche hatte die Kirchenleitung Prof. Dr. Gotthard Fermor vom Pädagogisch-Theologischen Institut um seine Gedanken zum Bericht der Ökumenischen Visite gebeten. „Weite wirkt. Merkposten für das Nachdenken über eine relevante Kirche“ lautete das Thema seines Vortrags. Eine Kirche, die relevant sein will, muss sich bewegen, lautete einer dieser Merkposten.

„Es gibt ein Christentum jenseits des kirchlich organisierten und verantworteten, öffentlich und privat“, sagte er. Kirche müsse sich zu den Menschen bewegen. Das erfordert Fermor zufolge auch einen „Exodus“ aus den traditionellen kirchlichen Milieus.

Die Bibel als "Migrations-Buch"

Fermor brachte dabei die Bibel ins Gespräch: „Die Bibel, deren Wahrnehmung sich unsere ökumenischen Gäste noch stärker in unser Kirche-Sein eingebunden wünschen, ist in ihren weiten Teilen ein Weg-Buch, teilweise geradezu ein Migrationsbuch, und daher von unglaublicher aktueller Relevanz.“ Kirche habe sich deshalb in die Kontexte der Gesellschaft zu begeben.

Mit den drei Voten markierte die Landessynode den Auftakt ihrer Debatte über die Ergebnisse der Ökumenischen Visite. In den kommenden zwei Tagen hat der Theologische Ausschuss eine Beschlussvorlage erstellt, die dann im Plenum zur Diskussion gestellt wurde. Mit den Ergebnissen der Ökumenischen Visite will sich die rheinische Kirche auch künftig beschäftigen. Die Landessynode lädt die Kirchenkreise und Kirchengemeinden ein, den Bericht für ihre Arbeit auszuwerten.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / Wolfgang Beiderwieden, Video: Marcel Kuß / 14.01.2016



© 2016, Evangelische Kirche im Rheinland – EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung