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Nach den Terrorschlägen von Paris

"Auch Trauer, Wut, Verzweiflung im Gebet vor Gott bringen"

Bei den Terrorschlägen sollen Attentäter gerufen haben: "Gott ist groß!" Ist Gott - egal welcher Religion man angehört - nicht ein Gott des Friedens? Das ist eine der Fragen, die im Saarländischen Rundfunk gestellt wurden.

Für die Antworten wurde am Tag nach den Anschlägen live ins Studio der evangelische Theologe und Rundfunkbeauftragte Dejan Vilov geladen. So konnte er klären: "In den mir bekannten Religionen, den großen Weltreligionen, ist das so." Gott des Friedens.

Gefragt wurde auch, was die Kirchen jetzt tun können. Opfer und Angehörige ins Gebet bzw. in die Fürbitten einschließen, erklärte Vilov. Außerdem ermunterte er dazu, Menschen vor Ort miteinander in Kontakt bringen, wie es ja schon passiert in Gemeinden - "besonders Flüchtlinge - gegen die ja seit gestern wieder besonders gewettert wird und die unter Generalverdacht stehen - und Einheimische." Nur im persönlichen Kontakt könne man den anderen kennenlernen und merken, dass er friedlich zusammenleben will.

Außerdem sollte der Kirchenmann erklären, ob der Terror mit Kreuzzügen vergleichbar ist. Nein, stellte er klar und benannte den gravierendern Unterschied: "Kreuzzüge waren von obersten Kirchenämtern legitimiert bzw angeordnet. Terror nicht. Die große Mehrheit muslimischer Geistlicher und Würdenträger hat Terror immer verurteilt und tut das auch jetzt."

Auch schwerste Fragen kamen: "Wie kann Gott solch schreckliches Terror-Leid zulassen, was tröstet? Vilov rät: "Auch Trauer, Wut, Verzweiflung zulassen und im Gebet vor Gott bringen." Sogar Sätze wie "Wie kannst Du das zulassen, Gott?" könnten Gebet sein. Der katholische Theologe Karl Rahner habe einmal gesagt: "Glaube heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang auszuhalten." Vilov: "Das müssen wir jetzt auch tun. Wir werden Gott nie vollends begreifen können." 

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ekir.de / neu / 14.11.2015



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