Vor 400 Jahren tagte die 1. Reformierte Generalsynode

Rheinische Kirche feiert im September die Wurzeln ihrer Kirchenordnung

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Pressemitteilung Nr. 117/2010

Die Evangelische Kirche im Rheinland feiert in diesem Jahr die Wurzeln ihrer Kirchenordnung. Vor 400 Jahren, im September 1610, tagte die 1. Reformierte Generalsynode in der Duisburger Salvatorkirche. „Die 36 Teilnehmer dieser Generalsynode legten die Grundsteine für die zukünftige Gestalt des Protestantismus am Niederrhein und weit darüber hinaus“, erläuterte Vizepräsident Christian Drägert heute vor Journalistinnen und Journalisten. Damals wurde festgelegt: Die Gemeinden werden von Presbyterien geleitet und wählen ihre Pfarrer selbst. Sie sollen auch einen „Schulmeister“ für Kinder und Jugendliche anstellen. Die Gemeindevertreter kommen zum Klassikalkonvent, zur Provizialsynode und zur Generalsynode zusammen, um „sämtliche Kirchensachen“ zu verhandeln – also Kirchenleitung von unten nach oben. So fand das Freiheitsverständnis der Reformatoren Eingang in die Ordnung der protestantischen Kirche, wie sie bis heute Gültigkeit hat“, so der leitende Jurist der rheinischen Kirche.

Die Grundlegung für die rheinische Kirchenordnung feiert die mit 2,86 Millionen Mitgliedern zweitgrößte EKD-Gliedkirche am 4. September 2010 mit einer außerordentlichen Landessynode am historischen Ort in der Duisburger Salvatorkirche. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis Duisburg und dessen Gemeinden wird es überdies eine Festwoche mit zahlreichen Veranstaltungen geben; darunter ein Fernsehgottesdienst mit Präses Schneider am12. September. Alle Jubiläumsaktivitäten stehen unter dem bezeichnenden Motto „Wir sind so frei“. Das ausführliche Programm wird im Internet präsentiert unter www.wir-sind-so-frei.de.

Kirche zu leiten werde seit der 1. Reformierten Generalsynode 1610 Presbyterinnen und Presbytern zugemutet, so Vizepräsident Drägert. Wie dies geschehe, bestimme das Bild evangelischer Kirche mit. Die presbyterial-synodale Ordnung sei insbesondere ein Markenzeichen der rheinischen Kirche. Drägert wörtlich: „Das Prinzip der gemeinschaftlichen Leitung der Kirche ist für uns ein hohes Gut, allerdings auch eines, das mitunter viel Zeit und Nerven kostet. Im Hinblick auf die zunehmend komplexen Anforderungen an das Leitungshandeln 400 Jahre nach der Grundlegung unserer Kirchenordnung ist die presbyterial-synodale Ordnung so fortzuentwickeln, dass die Gemeinde der Getauften ihr Recht auf Teilhabe am Leitungshandeln auch in Zukunft wahrnehmen kann. Daran werden wir – nicht zuletzt aufgrund dieses Jubiläums – arbeiten.“

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 14. Juli 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 14. Juli 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 14.07.2010