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Neue wundervolle Wege gehen: #wewonder-Tagung in Hannover. Foto: Mara Feßmann Neue wundervolle Wege gehen: #wewonder-Tagung in Hannover. Foto: Mara Feßmann

„W@nder. Eine Konferenz für Pioniere“

Wandern, wundern, glauben

Gläubig und trotzdem fremd in der eigenen Kirche. Man kann trotzdem gemeinsam neue wundervolle Wege gehen. Das entdeckten 120 Teilnehmende - auch aus der rheinischen Kirche - bei „W@nder. Eine Konferenz für Pioniere“ in Hannover. Die Diskussion im Netz unter dem Schlagwort #wewonder erreicht(e) eine weit größere Öffentlichkeit.

Der Blick von außen offenbart es oft: Im Inneren läuft etwas nicht rund. Da möchte niemand dazugehören. Gut so, sagt Jonny Baker von der Church Mission Society, Oxford. Wer nicht ins System passt, kann es als Geschenk begreifen, mit dem sich etwas machen lässt. Gemeinsam mit Anna Brandes, Tourismusexpertin und Profi für das Fremde, eröffnete Jonny Baker das Tagungsprogramm der Konferenz „W@nder. Eine Konferenz für Pioniere“ in Hannover.

Eingeladen hatte die Bewegung Kirche². Das steht für „Ökumene und Freundschaft, Inkubator und Schutzraum, Labor und vieles mehr. Wir stellen uns die Frage nach einer Zukunft der Kirche“, beschreiben es die Initiatorinnen Dr. Sandra Bils, Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover, und Maria Herrmann, Bistum Hildesheim. Kirche² setzt Kirchenarbeit mit modernsten Mitteln um.

Das Interesse an der Veranstaltung wurde über mehrere Monate in den Sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort #wewonder geweckt. Bereits am ersten Konferenztag gehörte #wewonder auf Twitter zu den populärsten Gesprächsthemen. 120 Eintrittskarten zur Konferenz im Kunst- und Kulturzentrum Eisfabrik in  Hannover waren binnen zwei Wochen ausverkauft.

Vertrauen in neue Wege

Jonny Baker bildet für die Church of England Missionarinnen und Missionare aus. Er wirbt für ein Verlassen ausgetretener Pfade. Kirche braucht die Wanderer zwischen den Welten, die als Pionierinnen und Pioniere unbekannte Wege gehen und Grenzen überschreiten. Die das Evangelium in neuen kulturellen Formen oder Kontexten teilen. Auf Englisch heißt das fresh expressions. Frische Ausdrucksformen.

Denn die Menschen fremdeln zunehmend mit den traditionellen Formen und Riten ihrer Kirche. Man könnte nun das Ende der Parochialgemeinde beweinen. Oder sich neugierig ins Unbekannte begeben, fremde Welten erkunden. Am Eröffnungsabend berichteten Hanna Buiting, Steffi Krapf und Sebastian Baer-Henney, wie sie neue Gemeindeformen ausprobieren. „Wir machen Kirche mit Menschen, die bislang ihre Lebenswelt dort nicht wiedergefunden haben“, erzählt Pfarrer Sebastian Baer-Henney. Dafür erntet er auch Zustimmung im Netz:

Deshalb gehen Baer-Henney und seine Kollegin Miriam Hoffmann als „die beymeister“ in Köln-Mülheim dorthin, wo die Menschen sind. Sie stellen ihr grünes Sofa an der Rheinpromenade auf oder laden zum gemeinsamen Kochen und Mittagessen ins Ladenlokal ein.

Ähnliches bietet auch das Essener Projekt „raumschiff.ruhr“ an. Zum Beispiel Stullen zum Feierabend: So entsteht Gemeinschaft in gemütlicher Runde. Erst kürzlich sicherte der Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland den Fortbestand solcher Erprobungsräume für neue Gemeindeformen.

 

Diese Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten kommt an, nicht nur bei einer Konferenz für Gemeindepioniere. Rebecca John Klug vom „raumschiff.ruhr“ twittert begeistert Jonny Bakers Wortspiel weiter: „She is a w@nderer – she walks around & makes things happen.“ Es ist diese Mischung aus Aufbruch und Anpacken, die allen kirchlichen Neuanfängen gemeinsam ist. Die Vernetzung geht im Internet weiter.

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ekir.de / Kathrin Reinert / 21.02.2017



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