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Die Künstler Adam Masava und Hardy Bock haben auf der 543-Quadratmeter-Wand am ehemaligen Mülheimer Frauengefängnis die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Szene gesetzt. Die Künstler Adam Masava und Hardy Bock haben auf der 543-Quadratmeter-Wand am ehemaligen Mülheimer Frauengefängnis die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Szene gesetzt.

Urban Art

Welten wachsen zusammen

Löwe und Giraffe bekommen ein Zuhause im Großstadtdschungel, Schlote wachsen aus Bäumen – die Macher der Mülheimer „Weltbaustelle“ präsentierten ihr Werk: ein 543 Quadratmeter großes Wandbild an der Fassade des ehemaligen Frauengefängnisses. 

Mit „ein bisschen Vaterstolz“ präsentierte Hardy Bock sein Großprojekt. Mit „ein bisschen Vaterstolz“ präsentierte Hardy Bock sein Großprojekt.

Schlote wachsen aus Bäumen, Löwe und Giraffe bekommen ein Zuhause im Großstadtdschungel – Motive und Welten verschmelzen im neuen Wandkunstwerk in Mülheim an der Ruhr. Gestern präsentierten die Macher der „Weltbaustelle Mülheim“ ihr Urban-Art-Projekt der Öffentlichkeit.

Der kreative Entwurf des deutsch-kenianischen Duos Adam Masava und Hardy Bock greift Szenen aus der Natur ebenso wie auf wie aus dem urbanen Leben mit den alltäglichen Anforderungen an Logistik und Transport. Ein gelber Omnibus kreuzt das Bild, und vom anderen Ende ein Fahrradlieferant, der Kisten auf seinem Gepäckträger in die Höhe stapelt. Daneben suchen Löwe und Giraffe ihren Platz im Großstadtdschungel.

Die Künstler haben auf der 543-Quadratmeter-Wand am ehemaligen Mülheimer Frauengefängnis die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bildlich und überaus großflächig in Szene gesetzt. Über sieben Etagen spannt sich das Gerüst für die Künstler entlang der Fassade. „Mit dem Bild wurde nachhaltig das Gesicht der Stadt verändert, es erinnert uns daran, dass wir uns auch in unserem eigenen Lebensumfeld bewusster verhalten sollten“, sagte Schirmherr Professor Peter Vermeulen, Planungs- und Baudezernent der Stadt Mülheim bei der öffentlichen Präsentation.

Das Wandbild ist Teil einer Reihe von 16 Urban-Art-Projekten des Eine Welt Netzes NRW, in denen lokale und internationale Künstler mit Gemälden im öffentlichen Raum auf die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen aufmerksam machen. Lokale Träger des Projektes sind der Gemeindedienst für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche (GMÖ), die Klimainitiative der Stadt Mülheim und das lokale Agenda21-Büro. 

Helfen bei den letzten Pinselstrichen: Superintendent Helmut Hitzbleck, Simone Lenz (Eine-Welt-Netz NRW), Schirmherr Prof. Peter Vermeulen, Künstler Hardy Bock und Claudio Gnypek (GMÖ). Helfen bei den letzten Pinselstrichen: Superintendent Helmut Hitzbleck, Simone Lenz (Eine-Welt-Netz NRW), Schirmherr Prof. Peter Vermeulen, Künstler Hardy Bock und Claudio Gnypek (GMÖ).

„Die globalen Nachhaltigkeitsziele sind beschlossen, aber die wenigsten Menschen wissen davon“, sagte Simone Lenz vom Eine-Welt-Netz NRW bei der Präsentation. „Mit dieser Kampagne möchten wir das ändern.“ „Um die globalen Nachhaltigkeitsziele zu realisieren, müssen Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam etwas tun“, betonte Claudio Gnypek, Bildungsreferent vom GMÖ, und dankte allen beteiligten Partnern für die gute Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank ging an den Eigentümer des heute als Archiv genutzten Gebäudes, der die Wand für die Gestaltung zur Verfügung gestellt hatte.

Auf der Mülheimer Baustelle ist die Welt nicht nur künstlerisch ein kleines Stück mehr zusammengewachsen. „Ich habe auch einen Bruder vom anderen Ende der Welt bekommen“, berichtete Künstler Hardy Bock bei der Präsentation. Ein lokaler Künstler aus der jeweiligen Weltbaustellen-Heimatstadt und ein Künstler aus dem globalen Süden arbeiten zusammen, das ist das Prinzip der „Weltbaustellen“-Reihe.

Hardy Bocks „Bruder“ war Adam Masava aus Nairobi in Kenia. Gemeinsam erarbeiteten sie nicht nur das gestalterische Motiv, sondern sie lebten auch unter einem Dach. Für die zwei Monate seines Aufenthaltes wurde Adam Masava Mitbewohner in Hardy Bocks WG - praktischerweise liegt die gleich um die Ecke. Der Kenianer musste inzwischen wieder in seine Heimat zurückreisen, und überraschte mit einem Videogruß zur Weltbaustellen-Präsentation.

Die Arbeiten am künstlerischen Großprojekt dauern indes noch an. Kein Wunder, ist die Mülheimer Wand doch deutlich die größte der bisherigen „Weltbaustellen“. Dabei trotzt Hardy Bock dem widrigen Novemberwetter. „Bei zwei Grad habe ich die Giraffe gemalt, und dann brauchte sie zwei Tage, um zu trocknen“, berichtet der Künstler, der inzwischen von Sven Bormes (Köln) kreative Unterstützung erhält.

Alle, die jetzt an der großen Kreuzung die Rotphasen zum Schauen und Staunen nutzen, können in den nächsten Tagen zusehen, wie noch eine satte grüne Wiese unter dem liegenden Löwen und ein Dorfplatz unterhalb der Dächer des Slums entstehen. Etwas Natur in die Stadt zu holen, ist Hardy Bock nicht nur ein gestalterisches Anliegen: „Das Bild zeigt auch, welche Kraft in der Natur und in allem Lebendigen steckt. Wir müssen gemeinsam globale Ressourcen schonen und dürfen mit unserem westlichen Lebensstil nicht endlos fossile Energieträger verbrennen.“ 

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ekir.de / ala / 24.11.2016



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