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Gedenken für Tote: Kirchenvertreter und Politiker aus NRW gedachten der verstorbenen Flüchtlinge im Mittelmeer. epd-Foto Am Weltflüchtlingstag, 20. Juni, gibt es zahlreiche Aktionen, die auf die Flüchtlingskatastrophe am Mittelmeer hinweisen. Kirchenvertreter und Politiker aus NRW gestalteten Anfang Juni in Italien ein Gedenken für verstorbene Flüchtlinge.

Weltflüchtlingstag

Vielfältiges Gedenken, vielfacher Dank

"Der Weltflüchtlingstag erinnert daran, dass wir gefragt sind - als Menschen und Christenmenschen. Wir sind gefragt zu helfen." Das betont Präses Manfred Rekowski anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. Gemeinden und Kirchenkreise beteiligen sich an diesem Tag.

Dank und gemeinsames Fest in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Superintendentin Henrike Tetz würdigt zum Weltflüchtlingstag das Engagement der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger für Flüchtlinge in den Kirchengemeinden der NRW-Landeshauptstadt. „In unseren Gemeinden und Diensten begleiten wir viele Flüchtlinge – Männer, Frauen und Kinder. Sie sind uns willkommen und wir unterstützen sie dabei zum Beispiel durch Sprachkurse, sich in ihrem neuen Umfeld einzuleben“, so die Superintendentin. Weiter erklärt sie: „Es ist wichtig, dass die zu uns gekommenen Flüchtlinge nicht das Gefühl haben, in einer Warteschliefe festzusitzen. Sie wollen ihre Gaben einsetzen und erleben, dass sie selbst auch eine Hilfe und Unterstützung für andere sind.“

Am Vortag des Weltflüchtlingstages, am 19. Juni, wird von 15 bis 18 Uhr auf dem Platz der Diakonie in Flingern gefeiert wird. Dazu erklärt die Superintendentin: "Es geht dabei darum, gemeinsam und miteinander zu feiern und sich im direkten Miteinander kennenzulernen. Das Fest sei keine Veranstaltung über, sondern mit den Menschen, die nach Düsseldorf gekommen sind und hier Asyl suchen oder schon gefunden haben."

Im Kirchenkreis An der Ruhr läuten Glocken für ertrunkene Flüchtlinge

Den Menschen, die bei ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind, die meisten beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, widmet der Kirchenkreis An der Ruhr am Vorabend des Weltflüchtlingstags ein Gedenken mit Glockengeläut. An vielen evangelischen Kirchen in Mülheim/Ruhr und Essen-Kettwig werden ab 20 Uhr die Glocken läuten. „Am Vorabend des Weltflüchtlingstages möchten wir gemeinsam ein Signal setzen und derer gedenken, die für sich keinen anderen Ausweg als die lebensgefährliche Flucht gesehen haben, aber hier nicht ankommen konnten“, sagt Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski, Assessorin des Kirchenkreises An der Ruhr.

Mit dem Geläut zum Gedenken schließt sich der Kirchenkreis einer Aktion des Erzbistums Köln an. Dort sollen am Freitagabend 23.000 Glockenschläge, also je einer für jeden seit dem Jahr 2000 im Mittelmeer gestorbenen Menschen, zu hören sein. An dem Abend "23.000 Glockenschläge - Solidaritätsabend für Flüchtlinge" nimmt u.a. der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, teil.

„Im Kreissynodalvorstand haben wir beschlossen, diese Aktion mit unserem Geläut von Mülheim aus zu unterstützen“, sagt Assessorin Tietsch-Lipski. Auch den dahinter stehenden Appell macht sich der Kirchenkreis An der Ruhr zu eigen: „Es ist dringend an der Zeit, legale und ungefährliche Fluchtkorridore nach Europa herzustellen.“

Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender kritisiert die Haltung Europas angesichts der akuten Probleme: „Das momentane ,Geschacher‘ der EU-Staaten um die Übernahme von 40.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien ist unwürdig. In Ungarn wird gerade ein vier Meter hoher Zaun an der Grenze erreichtet - auch das wird Menschen nicht aufhalten, zu versuchen nach Europa zu gelangen. Solange es keinen Paradigmenwechsel bei der Aufnahme von Flüchtlingen gibt, wird das Sterben weiter gehen."

KlageAndacht in Solingen beginnt mit Mahnwache und Glockenläuten

Die evangelische Kirche in Solingen lädt zum Weltflüchtlingstag zu einer "KlageAndacht" für die Opfer der Flüchtlingskatastrophen ein. Die KlageAndacht in der Stadtkirche am Fronhof mitten in der Innenstadt beginnt um 11.55 Uhr mit einer Mahnwache mit Glockenläuten. Um 12 Uhr beginnt die KlageAndacht. „Das Schicksal von Menschen auf der Flucht ist schon in der Bibel von zentraler Bedeutung“, erklärt die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner.

„Sie brennt uns als Christinnen und Christen auch deshalb auf der Haut, weil Jesus Christus unseren Umgang mit Fremden und Menschen, die vor Gewalt und bitterer Not zu uns fliehen, mit der Frage nach unserem Verhältnis zu ihm selbst verknüpft hat.“ Die Andacht wird daher unter einem Bibelwort aus dem Matthäus-Evangelium stehen: „Jesus spricht: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Über die Verstorbenen sagt die Superintendentin: „Das sind Menschen, die Mütter und Väter, Ehepartner, Geschwister oder Kinder hinterlassen. Gemeinsam mit vielen anderen Christinnen und Christen weltweit möchten auch wir in Solingen an diesem Tag um sie trauern.“

Dank für das Engagement für Flüchtlinge

In seinem Blogpost zum Weltflüchtlingstag spricht Präses Rekowski auch seinen Dank aus: "Ich bin dankbar, dass so viele Menschen in unserer Kirche sich fragen und ansprechen lassen, den Flüchtlingen, die zu uns kommen, zu helfen."

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ekir.de / neu, Foto: epd/Ingo Lehnick / 19.06.2015



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