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Weltgesundheitstag

Medizinische Versorgung gewährleisten - für Papierlose hier, für Arme in aller Welt

Der Weltgesundheitstag am Samstag, 7. April, ist für die Diakonie Deutschland (Berlin), die Kindernothilfe (Duisburg) und die Action Medeor (Tönisvorst) Anlass, die schlechte gesundheitliche Versorgung von Menschen ohne Papiere hier in Deutschland sowie von Erwachsenen und von Kindern in aller Welt zu beklagen.

Diakonie: Auch Menschen ohne Papiere kurieren

Auch Menschen ohne Papiere haben ein Recht auf Gesundheitsversorgung - so lautet die Forderung der Diakionie Deutschland. Genauer: Anlässlich des Weltgesundheitstages fordert die Bundesarbeitsgruppe Gesundheit/Illegalität, die Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Papiere dringend zu verbessern. Der Staat komme seiner Pflicht nicht nach, mit aktiven Maßnahmen sicherzustellen, dass alle Menschen sanktionslos vom Menschenrecht auf Gesundheit Gebrauch machen können, kritisiert die Bundesarbeitsgruppe, zu der auch die Diakonie Deutschland gehört. Im Krankheitsfall haben Menschen ohne Papiere demzufolge große Schwierigkeiten, angemessen medizinisch behandelt zu werden.

Dies dokumentiert die Broschüre "Krank und ohne Papiere", die am 7. April veröffentlicht wird. Darin stellt die Bundesarbeitsgruppe Menschen vor, die sich teilweise schon lange ohne Aufenthaltsstatus in Deutschland aufhalten und hier erkrankt sind beziehungsweise Vorerkrankungen aus ihrer Heimat mitgebracht haben. Aufgeführt werden Beispiele aus der Praxis von Organisationen und Beratungsstellen, die unversorgte Menschen ohne Papiere dabei unterstützen, medizinische Hilfe zu finden. Die Beispiele machen deutlich, dass eher Komplikationen und Chronifizierungen in Kauf genommen werden, als den Menschen schnell und unbürokratisch Leistungen zukommen zu lassen.

In jedem der geschilderten Fälle sei ein sofortiger Zugang zum Gesundheitssystem ethisch notwendig und rechtlich geboten, macht die Publikation klar. In der Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit/Illegalität haben sich mehr als achtzig Organisationen und Einzelpersonen aus der medizinischen Praxis, aus Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, der Wissenschaft, Kommunen und nichtstaatlichen Organisationen zusammengeschlossen. Viele Mitgliedsorganisationen leisten notdürftig humanitäre medizinische Hilfe für unversorgte Menschen ohne Papiere.

Kindernothilfe: "Verbrieftes Kinderrecht"

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat nach Angaben der Kindernothilfe keinen umfassenden Zugang zu essenziellen Gesundheitsdienstleistungen. Häufig litten vor allem Kinder in armen Ländern unter dem Mangel an medizinischer Versorgung, teilte das Hilfswerk anlässlich des Weltgesundheitstags mit. Wer eine Behandlung oder Medikamente benötige, der gerate zudem oft in finanzielle Not. Die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, Katrin Weidemann, verwies darauf, dass medizinische Hilfe und Betreuung "ein verbrieftes Kinderrecht" seien.

Viele Krankheiten könnten durch sauberes Trinkwasser, Toilettenanlagen oder Impfungen vermieden werden. "Und manchmal ist es schon ein enormer Schritt, wenn Familien zumindest mit Blick auf Hygiene und Ernährung unterstützt werden. Hier bleiben die reichen Länder in der Pflicht", sagte Weidemann. Es könne nicht sein, dass Kinder an vermeidbaren Krankheiten leiden oder sogar sterben, weil es an Geld fehle.

Betroffen sei vor allem die Bevölkerung in ärmeren Länder etwa in Lateinamerika, erläuterte die Kindernothilfe. So sei etwa im peruanischen Anden-Ort Huancavelica fast jedes zweite Kind unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Die Menschen lebten in ärmsten Verhältnissen. Eisenmangel und Anämie seien bei Kleinkindern weit verbreitet.

Die Kindernothilfe fördert nach eigenen Angaben die Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen, die Mütter und Schwangere begleiten und in Fragen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene schulen. Dadurch werde die Zahl der Fehl- und Frühgeburten sowie Behinderungen deutlich reduziert, hieß es.

Action Medeor: Bezahlbare Arzneimittel und Impfstoffe

Das Medikamenten-Hilfswerk Action Medeor erinnert zum Weltgesundheitstag an die globalen Ziele einer Gesundheitsversorgung für alle Menschen. Leitmotiv der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 sei, niemanden zurückzulassen. Doch habe die Hälfte der Weltbevölkerung keinen umfassenden Zugang zu essenziellen Gesundheitsdienstleistungen, zu bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen.

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung müsse nicht komplett kostenfrei sein, sondern in erster Linie erreichbar und von guter Qualität. Außerdem müsse sie sich an der Zahlungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten orientieren, so das Hilfswerk. Action Medeor engagiert sich in rund hundert Ländern. Das Ziel: Gesundheitsversorgung für arme Menschen.

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ekir.de / epd, neu / 05.04.2018



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