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Rheinische Kirche rechnet mit weniger Kirchensteuern

Schwankende Wirtschaftsprognosen machen Schätzungen schwierig

Pressemitteilung Nr. 131/2011

Nach dem derzeitigen Kirchensteueraufkommen bis einschließlich September 2011 und den Hochrechnungen für die letzten drei Monate des Jahres werden die Steuereinnahmen der Evangelischen Kirche im Rheinland in diesem Jahr bei etwa 570 Millionen Euro liegen. Für das Jahr 2012 rechnet die rheinische Landeskirche unter Berücksichtigung der jetzt deutlich nach unten korrigierten Erwartungen für das Wirtschaftswachstum damit, dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer in etwa auf dem Niveau des Jahres 2011 bleiben werden. Der geschätzte Betrag beläuft sich auf 567,8 Millionen Euro.

Die Schätzungen der Kirchensteuer gestalten sich derzeit äußerst schwierig. Wer noch im Mai dieses Jahres im Anschluss an die mittelfristige Steuerschätzung des „Arbeitskreises Steuerschätzung“ bis 2015 eine Hochrechnung der Einnahmen aus der Kirchensteuer für diese Jahre vorgenommen hat, kam zunächst zu sehr positiven Ergebnissen: Für die rheinische Kirche wäre demnach mit einem Kirchensteueraufkommen in Höhe von ca. 595 Millionen Euro zu rechnen gewesen. Das wären 35 Millionen mehr als das Aufkommen des Jahres 2010. Nur fünf Monate später ist die Wachstumsschätzung von 3,5 Prozent deutlich zurückgenommen, für 2012 liegt sie jetzt bei 0,8 bis 1,0 Prozent. Bei derartigen Veränderungen, deren Gründe täglich in den Medien zu sehen, zu hören und zu lesen sind, lässt sich eine tragfähige Prognose kaum stellen.

Langfristig rechnet die Evangelische Kirche im Rheinland mit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Neben der Lohn- und Einkommenssteuerentwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklung ist es vor allem der demografisch bedingte Rückgang der Mitgliederzahlen, der die Einnahmesituation der Landeskirche schmälert. In den kommenden 30 Jahren erwartet die rheinische Kirche zwischen Emmerich und Saabrücken einen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen um ein Drittel und eine Verringerung der Finanzkraft um etwa die Hälfte.

Landeskirchlicher Haushalt

Der landeskirchliche Haushalt wird im Jahr 2012 der Landessynode bei ihrer Tagung Anfang Januar in Bad Neuenahr in völlig veränderter Gestalt vorgelegt werden. Wie etliche Kirchenkreise und Kirchengemeinden stellt auch die Landeskirche auf das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF) um. Damit verbunden sind zum einen eine kaufmännische Haushaltsführung und zum zweiten eine mittelfristige Finanzplanung, die die Jahre 2013 bis 2015 umfasst. Wegen der Umstellung kann der Synode der Haushalt in 2012 nicht mit Bezug auf Ergebnisse und Planungen der Jahre 2011 und 2010 vorgelegt werden, da diese die nur kameral vorliegen. Die beiden Rechenwerke sind nicht vergleichbar.

Bei den Zahlen für den landeskirchlichen Haushalt ist zunächst an die Rahmenbedingungen in der rheinischen Kirche zu erinnern: Die Kirchensteuereinnahmen der rheinischen Kirche hängen zu 85 Prozent von der Kirchenlohnsteuer ab. Die Kirchensteuerhoheit liegt bei den derzeit 754 Kirchengemeinden bzw. bei den Gemeindeverbänden. Die übergemeindlichen Aufgaben der Kirchenkreise und der Landeskirche werden über Umlagen finanziert. Die Umlage an die Landeskirche und ihre Ämter, Werke und Einrichtungen beträgt 10,1 Prozent des Kirchensteueraufkommens. Diese Einnahmen (ab 2012: Erträge) aus der Umlage für den landeskirchlichen Haushalt sind auch über die Umstellung der Haushaltssystematik hinweg vergleichbar. Sie sind geplant mit 57,3 Millionen Euro und damit um 300.000 Euro höher als die geplante Umlage für 2011. Durch die veränderte Haushaltssystematik erlaubt erst der Haushalt im Jahr 2013 wieder einen 1:1-Vergleich mit Blick auf die Höhe des landeskirchlichen Haushalts.

Abschreibungen werden erstmals berücksichtigt

Waren in der Vergangenheit die Entnahmen aus der Ausgleichsrücklage Zeichen dafür, ob der Haushalt ausgeglichen werden konnte oder nicht, wird auch hier ab 2012 eine Änderung eintreten: Der Haushalt endet mit einer Unterdeckung von rund 6,9 Millionen Euro. In diesem Betrag enthalten sind allerdings erstmals die Abschreibungen für Abnutzung (AfA) in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Andererseits werden die Investitionen nun getrennt ausgewiesen. Für die Investitionen im Jahr 2012 sind allein 3 Millionen Euro für die Errichtung einer dringend erforderlichen Küche und einer Mensa im Theologischen Zentrum in Wuppertal vorgesehen.

Beide Beispiele verdeutlichen, dass die Jahre vor 2012 nicht mit dem Haushalt ab 2012 verglichen werden können. Was als Aufwand nicht über den Ertrag gedeckt werden kann, vermindert in Zukunft – für alle in der Bilanz erkennbar – das Eigenkapital, oder – in der kirchlich verwendeten Formulierung: das Reinvermögen.

Im Bereich der gesamtkirchlichen Aufgaben liegen die Ausgaben bei rund 63,1 Millionen Euro und damit ca. 220.000 Euro unter den Ausgaben in 2011. Dabei steigt der durch die Umlage bei den Kirchengemeinden benötigte Finanzbedarf um etwa

1 Million Euro. Die rheinischen Ausgaben für die EKD steigen leicht um 61.000 Euro während sie im innerrheinischen Bereich sogar etwas zurückgehen.

Im Bereich der Pfarrbesoldung werden für die Versorgungssicherung im Jahr 2012 67,9 Millionen. Euro aufgebracht. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2011 um knapp 3,3 Millionen Euro. Dagegen sinken die Kosten für den Pfarrdienst von 131,5 Millionen Euro in 2011 auf 129,9 Millionen Euro in 2012. Grund ist der weitere Rückgang an Pfarrstellen in der Landeskirche. Der Anteil der Landeskirche an der Versorgungssicherung liegt im kommenden Jahr bei 6,866 Millionen Euro, 333.000 Euro über dem Betrag von 2011.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 28. November 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 28. November 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 28.11.2011



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