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Margot Kaeßmann (M.), EKD-Reformationsbotschafterin, am Wettbewerbsmodell 'Die Suche nach mir selbst' der Hochschule Düsseldorf zur Weltausstellung Reformation 2017 mit den geplanten sieben 'Toren der Freiheit'. Foto epd / Christian Ditsch Die EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann (M.) am Wettbewerbsmodell "Die Suche nach mir selbst" der Hochschule Düsseldorf zur Weltausstellung Reformation 2017 mit den geplanten sieben "Toren der Freiheit".

"Tore der Freiheit" zum Reformationsjubiläum

Düsseldorfer Projekt unter den Gewinnern

Der Entwurf 1005 kommt von Studierenden des Fachbereichs Design / Räumlich-plastische Gestaltung der Hochschule Düsseldorf. Er heißt "Die Suche nach mir selbst". Und er wird zum Reformationsjubiläum 2017 in Wittenberg realisiert - als eines der "Tore der Freiheit".

Zum Reformationsjubiläum 2017 bekommt Wittenberg sieben "Tore der Freiheit", die um die Altstadt herum die erwarteten Hunderttausende von Besucherinnen und Besuchern thematisch auf die Weltausstellung Reformation einstimmen sollen. Nun stehen die sieben Preisträger fest, die die nach Themen gegliederten Kunst- und Architekturinstallationen gestalten werden.

Sie gingen aus einem Ideenwettbewerb unter Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Szenografie, Design und Bildender Kunst an 21 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor. Eine Jury hat acht Entwürfe ausgewählt, teilte der Verein Reformationsjubiläum 2017 in Berlin mit. Neben dem Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf kommen die anderen Gewinner von der Bauhaus-Universität Weimar, dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Mainz, der Fachhochschule Salzburg, der Universität Wien, der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, der Hochschule für Technik Stuttgart und der Berliner Universität der Künste.

Gesucht werden noch Sponsoren

Im Themenbereich "Kultur" wurden zwei erste Preise vergeben, die in Absprache mit den Studenten zusammengeführt werden sollen, wie der Geschäftsführer des Vereins Reformationsjubiläum 2017, Ulrich Schneider, sagte. Für die Realisierung der sieben Torräume in den Wittenberger Wallanlagen stehen insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Nicht jeder der Entwürfe könne eins zu eins umgesetzt werden, sagte Schneider. Gesucht werden deshalb Sponsoren, die sich an den Kosten beteiligen.

Gegliedert nach den Themenbereichen "Welcome", "Spiritualität", "Jugend", "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung", "Globalisierung", "Ökumene und Religion" sowie "Kultur" bilden die Tore das Gerüst für die Weltausstellung Reformation, an der sich laut Schneider bereits 50 Landeskirchen, Vereine und Organisationen beteiligen wollen.

Thesen am Turm

Ausgewählt für den Bereich "Welcome" wurde beispielsweise ein Entwurf der Bauhaus-Universität Weimar für einen etwa 30 Meter hohen, schmalen und provisorischen Aussichtsturm am Wittenberger Bahnhof, mit dem ein "Perspektivwechsel" über die Stadt ermöglicht werden soll. Auf den Wänden des Turm sollen die 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) stehen, die er 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte.

Im Themenbereich "Gerechtigkeit" sollen wiederum originale Flüchtlingsboote aus dem Mittelmeer auf dem Wittenberger Schwanenteich an das Schicksal der Asylsuchenden mahnen (Fachhochschule Salzburg). "Damit werden die Probleme der Welt auch in unsere Idylle hineingetragen", sagte Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Begonnen wird mit den ersten Bauarbeiten im kommenden Jahr. Eröffnet werden die "Tore der Freiheit" im Mai 2017.

Düsseldorfer Installation wird als Geschenk der EKD in Wittenberg bleiben

Besonderheit für den Entwurf aus Düsseldorf: Bislang ist geplant, nur die Installation "Die Suche nach mir selbst" im Themenbereich "Spiritualität" auf dem Wittenberger Bunkerberg dauerhaft stehen zu lassen. Der Entwurf aus sich kreuzenden Edelstahl- und Metallstegen werde ein Geschenk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an die Stadt sein, wie EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann sagte.

"Wege und Stege werden auf und an den Bunkerberg gebaut, fügen sich behutsam in die Land-
schaft ein, tangieren sie und ragen darüber hinaus", heißt es in der Projektbeschreibung für das Tor "Spiritualität". Und weiter: "Weit auskragende Stege werden punktuell auf Stützen aufgelagert. An einem Kreuzungspunkt enden die Stege ohne sich zu berühren. Ein auf Stützen gelagertes Dach nimmt an dieser Stelle die Form auf und ergänzt so den fehlenden Kreuzungspunkt."

Besucher werden Teil der Inszenierung

Bestehende Wege auf den Bunkerberg werden in den Entwurf integriert und weitergeführt. Der Entwurf werde durch die Menschen lebendig, die diese Wege und Stege benutzen: "Durch außen verspiegelte Brüstungsflächen werden die Besucher Teil der Inszenierung und überlagern sich mit der gespiegelten Landschaft." Auf dem Plateau des Bunkerberges schneiden sich die Stege in die Landschaft ein. "An dieser Stelle sind die Brüstungen schräg nach außen geneigt und spiegeln auf der Innenseite den Himmel wider."

Bei Dunkelheit sollen die Stege seitlich der Lauffläche durch LED-Bänder erhellt werden. Außerdem sieht der Entwurf ein Pflanzkonzept vor, das die Inszenierung über die Jahreszeiten durch eine sich ständig verändernde Natur ergänzt.

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ekir.de / epd, neu, Foto: epd / Christian Ditsch / 21.07.2015



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