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Prof. Kurt Wolff (1916-2003) war fünf Jahrzehnte der Leiter der Paramentik-Werkstatt in Kaiserswerth. Prof. Kurt Wolff (1916-2003) war fünf Jahrzehnte der Leiter der Paramentik-Werkstatt in Kaiserswerth. Foto: Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth

100. Geburtstag von Prof. Kurt Wolff (1916-2003)

Orgel für die Augen

Geboren am 30. März, geboren vor 100 Jahren: Eine Erinnerung an Prof. Kurt Wolff, den bedeutenden rheinischen Paramentiker und Grafik-Designer. 

Kurt Wolffs Tochter Renate Brunotte, früheres Kirchenleitungsmitglied, in Nes Ammim. Kurt Wolffs Tochter Renate Brunotte, früheres Kirchenleitungsmitglied, in Nes Ammim.

Fisch und Ähre sind in wenigen grafischen Flächen symbolhaft und in Kreuzform zusammengefügt. Sie bilden das Logo für Nes Ammim, zieren bis heute den Haupteingang der christlichen Siedlung im Norden Israels.

Die Taube hat sich gedreht: Das ursprüngliche Motiv des Siegels der einstigen Evangelischen Kirchengemeinde Diakoniewerk Kaiserswerth zeigte die Taube aus der Noahgeschichte im Profil – mit Blick nach links. Zwar fliegt sie heute nach rechts – aber das weiterentwickelte Taubenbild ist bis heute das tragende Symbol im Logo der heutigen Kaiserswerther Diakonie.

Das sind nur zwei von unendlich vielen Spuren, hinterlassen von Prof. Kurt Wolff, dessen Geburtstag sich am 30. März zum 100. Mal jährt. In Barmen im heutigen Wuppertal geboren, wirkte Kurt Wolff (1916-2003) die meiste Zeit seines Lebens in Düsseldorf als Grafik-Designer und Hochschullehrer. Um das Wichtigste zu sagen: Er war von 1949 bis 1989 Künstlerischer Leiter der Werkstatt für Paramentik in Kaiserswerth. „Stille Predigten mit Nadel und Faden“ betitelte der Evangelische Pressedienst einmal die textile Kunst der Paramentik.

Der spätere Professor war Autodidakt: Nach der Mittleren Reife und einer Buchhändlerlehre, nach Arbeitsdienst und Soldatenzeit im Zweiten Weltkrieg begann Wolff mit der grafischen Arbeit. Entwürfe nicht nur für Paramente, also liturgische Tücher, sondern u.a. auch für Kirchenfenster, Siegel und Buchumschläge, stammen aus seiner Feder, vor allem aber Paramente, also Textilien im Kirchenraum, insbesondere Antependien, also vor dem Altar platzierte Textilien. Wolff gestaltete auch "textile Objekte", die er auch "serielle Unikate" nannte, sie haben teilweise auch liturgischen Bezug, und sie haben teilweise ihren Ort in Kirchen gefunden.

Kurt Wolff, von 1957 bis 1981 auch an der Werkkunstschule und späteren Fachhochschule Düsseldorf für Grafik und Design als Studiendirektor tätig, arbeitete nicht nur für das Auge: Der ordinierte Prädikant – zu seiner Zeit hieß das noch Predigthelfer – war u.a. auch Autor von Verkündigungssendungen, Rundfunkpredigten und Büchern.

Augenblick Gottes

„Der Augenblick Gottes“ heißt laut selbst gewähltem Untertitel die „unvollständige Bestandsaufnahme“ Wolffs über die Paramentik-Werkstatt. Das 1998 vom Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland herausgebrachte Buch fungiert auch als Einführung in die Paramentik und zeitgeschichtlicher Abriss. Fotos veranschaulichen die Vielfalt der Entwürfe und Umsetzungen, wie auch die Ausführungen von Stickarbeiten selbst.

Prof. Wolff schreibt auch darüber, dass sich seine stark reformiert geprägte unierte Evangelische Kirche im Rheinland „nicht so“ für Paramentik einsetzte, wie seiner Meinung nach lutherische Landeskirchen. Wie es der Paramentik als „Orgel für die Augen“ gebührt hätte.

Symposium. Aus Anlass des 100. Geburtstags von Prof. Wolff lädt die Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth für den 8. April, 14 Uhr, zu einem Symposium zu Leben und Werk von Professor Kurt Wolff in die Mutterhauskirche ein. 

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ekir.de / neu / 30.03.2016



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