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Foto: Anna Siggelkow Gemeinsam bauten Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika eine kleine Windturbine, die Strom auch in entlegene Regionen bringen kann.

Summer School

Drei Flügel für eine Welt mit Strom

Drei Flügel aus Holz, 1,80 Meter im Durchmesser und 250 Watt Leistung – 13 Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika haben in fünf Tagen eine Kleinwindturbine gebaut, organisiert vom Studienbegleitprogramm der Evangelischen Studierendengemeinden im Rheinland.

Moderne Windenenergie-Anlagen aus industrieller Herstellung haben eine Nennleistung von zwei bis fünf Megawatt. Auch wenn die tatsächliche Leistung nach Standort und Windverhältnissen abweicht: Die Dimensionen sind ganz andere als bei kleinen Anlagen. Johannes Hertlein, Leiter der Werkstatt in der Summer School in Köln und Vorsitzender des Vereins „Green Step“, ist dennoch überzeugt, dass auch kleine Windanlagen einen Beitrag für die Umwelt und zur Verbesserung von Lebensumständen leisten. In entlegenen Gebieten könnten Dorfbewohner so zum Beispiel mit dem Strom abends Licht erzeugen, Radio empfangen oder ihr Handy aufladen.

Mal etwas praktisch angehen

„Unsere Seminare beschäftigen sich oft mit gesellschaftspolitischen Themen, Fragen der Umwelt und der Nachhaltigkeit“, sagt Ulrike Behmenburg, Sozialpädagogin bei der Evangelischen Studierendengemeinde in Köln und zuständig für Angebote der Studienbegleitung für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika (StuBe). „Jetzt wollten wir mal etwas praktisch angehen und vermitteln, dass auch handwerkliche Fertigkeiten eine große Wertschätzung verdienen.“

Acht Männer und fünf Frauen ließen sich von dem Projekt vom 29. Juli bis 2. August in Köln begeistern, die meisten von ihnen kommen aus afrikanischen Ländern und studieren technische Fächer. „Eine ideale Größe“ für die Arbeitsmöglichkeiten in der Fachhochschule, so  Behmenburg. Wichtig war ihr, jemanden wie Johannes Hertlein mit Erfahrungen aus Entwicklungsländern an der Seite zu haben.

„Energie ist überall“

Der 33-jährige Volkswirtschaftler Hertlein war bereits mit zwölf Jahren von der Windenergie fasziniert und hat damals sein erstes Windrad gebaut. Mit „Green Step“ unterstützt er Projekte in Afrika. In M’muock im Südwesten Kameruns entstand 2009 mit Beteiligung einheimischer Handwerker die erste Pilotanlage des Vereins.

Die Studierenden in Köln bekamen vor der eigentlichen Projektarbeit zunächst eine theoretische Einführung, die zeigte, dass kleine wie große Anlagen im Prinzip gleich funktionieren. Die handwerkliche Arbeit forderte sie dann heraus. „Ich habe gelernt einen Generator zu bauen und zwar mit eigenen Händen“, stellte ein Teilnehmer jedoch erfreut fest.

Ein anderer Student betonte zum Schluss, wie wichtig für das Projekt die Improvisation ist: Teile selbst herzustellen oder nach Ersatz Ausschau zu halten. „Energie ist überall, jetzt weiß ich, wie ich sie vom Wind ins Haus bringe“, lautete ein weiteres Fazit. Die fertige Anlage soll künftig mobil, zum Beispiel auf Messen, für Windenergie werben.

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ekir.de / rtm / Foto: Anna Siggelkow / 03.08.2015



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