Landessynode 2016

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Landessynode 2016

Wortmeldung: Bischof Sándor Zán-Fábián

Der Bischof der  reformierten Kirche der Karparto-Ukraine berichtet von der Situation der Flüchtlinge in seinem Heimatland.

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich bedanke mich für die Möglichkeit, kurz über die Herausforderungen und Dienst der Reformierten Kirche in Transkarpatien, Ukraine berichten.

Persönlich habe ich Flüchtlinge das erste Mal vor 29 Jahren gesehen und erlebt, mehrheitlich Kinder, die aus der Region von Tschernobil damals in die westliche Teile der heutigen Ukraine flüchteten. Wir haben damals einige von Ihnen in unserer Familie aufgenommen und sie haben drei Monate bei und gewohnt. Als Kind war ich mit Menschen fremder Sprache, Kultur und Werte.

In diesen Tagen gibt es in der Ukraine praktisch einen Bürgerkrieg, welcher wieder Leute dazu zwingt, ihre Heimat im Osten der Ukraine zu verlassen und nach Westen zu flüchten. Transkarpatien, oder die Karpato-Ukraine, wo die ungarischsprachige reformierte Gemeinschaft lebt, ist die westlichste Ecke von Ukraine. Wir sind erneut mit Binnenflüchtlingen konfrontiert, mit Ukrainern, denen man im Not beistehen muss. Die reformierte Kirche beteiligt sich an der Versorgung der Flüchtlingsfamilien. Wir haben einen „Krisenheim“ errichtet und teilen Nahrungsmittel aus. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Ungarn, insbesondere mit dem Reformierten Hilfswerk, organisieren wir Hilfstransporte nach Osten von Ukraine.

Familien in unseren Gemeinden, die den Vater, den Brotverdiener verloren haben, weil die Männer im Kriegsdienst sind und teilweise sogar im Konflikt sterben, muss auch geholfen werden. Wir unterstützen mehr als 100 Familien durchs ganze Jahr, indem wir für sie Lebensmittel sichern, zu den Haushaltskosten (zB. Heizungskosten) beitragen und die Kinder bei der Einschulung finanziell unterstützen.

Als Kirche geht es uns aber nicht nur um den diakonischen Dienst. Wichtiger als das ist die seelsorgerische Zuwendung und Betreuung. Wir haben ein Seelsorgezentrum für Familien errichtet, die über den Verlust von Familienmitgliedern trauern. Das Zentrum ist den ganzen Tag brechend voll. Um den trauernden beizustehen haben wir auch eine Hotline errichtet, wo wir Tag und Nacht anrufe empfangen.

Unsere Kinder brauchen eine Perspektive mitten unten Hoffnungslosigkeit. Hierbezüglich gewinnen unsere Kinder- und Jugendcamps in der Ukraine und in Ungarn noch mehr an Bedeutung.

All diese seelsorgerischen und diakonischen Dienste, Zeichen der Solidarität könnten wir ohne die moralische und finanzielle Unterstützung unserer Geschwister und Partnerkirchen aus Ungarn, dem Karpatenbecken und aus ganzem Europa nicht anbieten.

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11.01.2016



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