Einstieg
Landessynode 2010

Geschenke Gottes einfach annehmen

„Glaube ist das hingebungsvolle Annehmen der Tat Gottes“, führte Professor Stefan Weyer-Menkhoff in seiner Andacht vor der Landessynode aus. „Doch das ist uns so fremd.“

Der Theologe sprach über 5 Mose 1. Moses belehre an dieser Stelle nicht, er mahne nicht, er tröste nicht, er erzähle von Gott in einer aktiv handelnden Rolle. Das Volk Israel wandere durch die unendliche Wüste, es gehe im Kreis, jeder Fortschritt bringe Rückschritt, jedes Gute bringt etwas Ungutes, schilderte Weyer-Menkhoff. Dann eine Fata Morgana, eine Spiegelung im heißen Wüstensand, ein Ausweg: Das Land der Amoriter. „Das Land ist ein Geschenk des Himmels, eine Gabe des Herrn, nicht das Ergebnis einer Tat.“

Weyer-Menkhoff erinnerte an die Zeit des kalten Krieges. „Wir haben gelitten unter der wahnsinnigen Aufrüstung.“ Anfang der 1980er Jahre gab es dann die Vision vom „Frieden schaffen ohne Waffen“. 1989 kam der große Frieden. „Aber im Schatten des großen Friedens gedeihen unzählige Gewaltkonflikte und Kriege. Und was es im Krieg nicht gegeben hat, gibt es im großen Frieden: tote deutsche Soldaten“, sagte er in Hinblick auf Afghanistan.

In der Bibel kommen die Kundschafter aus dem Land der Amoriter zurück. Das Land ist ein Geschenk des Himmels und nicht das Ergebnis einer Tat der Menschen. Moses sagt, fürchtet euch nicht. Doch das Volk Israel kann dieses Geschenk nicht annehmen. „Vielleicht ist ihnen diese Gabe, dieses Geschenk zu groß.“ Denn für „wackere Protestanten“ gebe es „keine Gabe ohne Aufgabe, kein Geschenk ohne Verantwortung, keine Gabe Gottes ohne daraus Dienst für andere abzuleiten“. Das einfache Annehmen der Tat Gottes falle schwer und verwirre die Menschen.

Die Andacht endete mit einer Gedenkminute für die Opfer des Erdbebens in Haiti.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 23. Februar 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 23. Februar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / pas / 23.02.2010



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