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Von Präses Schneider und Ministerpräsident Beck präsentiert

Geburtstagsgeschenk für Johannes Rau: ein Buch über Wurzeln und Heimat

Pressemitteilung Nr. 30 / 2006

N e u f a s s u n g

"...weil ich gehalten werde" – so ist das Buch über Johannes Rau betitelt, mit dem Präses Nikolaus Schneider und die Evangelische Kirche im Rheinland den profilierten Protestanten und Politiker würdigen, der am kommenden Montag,
16. Januar sein 75. Lebensjahr vollendet. Gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck und dem Verleger des Hänssler Verlages, Friedrich Hänssler, präsentierte Schneider heute Mittag das biografische Werk den Vertreterinnen und Vertretern der Medien. "Johannes Rau ist ein Urgestein der rheinische Kirche", so Schneider. Die Theologie sei die Basis seines politischen Handelns gewesen und das Motto des Buches sein Lebensmotto.

Ministerpräsident Beck nannte das Buch "eine ehrliche Hommage an eine wichtige Persönlichkeit". Durch die unterschiedlichen Autorinnen und Autoren entstehe "ein einfühlsames, aber auch ein ehrliches Bild von Johannes Rau in seiner tiefen Verwurzelung im protestantischen Weltbild." Der Verleger Friedrich Hänssler bezeichnete Rau als "einen authentischen Menschen, einen Mann des Wortes". Das Buch werde "seinen Weg machen". Die erste Auflage von 2.000 Exemplaren sei bereits verkauft, die Neuauflage wird bereits gedruckt.

Fast 35 Jahre lang gehörte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland an. Wie kein Zweiter verbindet der gebürtige Wuppertaler politische Verantwortung und christliche Überzeugung.

Was das in sehr unterschiedlichen Zeiten und Situationen ganz konkret hieß und noch heißt, beschreiben – über die Konfessions-, Religions- und Parteigrenzen hinweg – zahlreiche Weggefährtinnen und -gefährten. In drei Kapiteln erzählen sie "von der Heimat", "vom Glauben" und "vom Tun" – und dabei beleuchten alle zwangsläufig Raus Wurzeln im Glauben, die in seinem Lebensmotto zum Ausdruck kommen: "Ich halte, weil ich gehalten werde."

Hier einige Auszüge aus dem Buch, das im Hänssler Verlag (Holzgerlingen) erschienen ist:

Präses Nikolaus Schneider in seinem Geleitwort: "Kaum ein anderer hat sich über Jahrzehnte hinweg für die Aussöhnung von Deutschen und dem jüdischen Volk, für die Versöhnung von Christen und Juden eingesetzt wie Johannes Rau. Kaum ein anderer Politiker, der so regelmäßig nach Israel fuhr und dessen Stimme dort als eine Stimme der Völkerverständigung gehört wurde. So war es mehr als ein Zeichen, dass er als der erste deutsche Politiker eine Rede vor dem israelischen Parlament in deutscher Sprache halten durfte."

Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker: "Seine Kraft galt dem Schutz der Minderheiten und allgemein unserem humanen Zusammenleben. Hatte er sich prinzipiell und aus konkreter eigener Einsicht und Erfahrung stets gegen eine gängige Parteienkritik gewehrt, so scheute er sich als Präsident nicht im Geringsten, das Parteienspektakel im Bundesrat um ein neues Zuwanderungsgesetz als unwürdig zu bezeichnen."

Vizepräses Petra Bosse-Huber: "Johannes Rau erzählt, wie die Bibel erzählt. Mit wenigen Worten. Klar konturiert. Konkret. Alltagshaltig. Nicht in Allgemeinplätzen. Viele Politiker, die ich kenne, reden von Leuten vom Mars. Johannes Rau spricht von den Menschen nebenan, und er spricht sie an. Er berührt sie in ihren Herzen. Darin hat er seine Heimat auch bei ihnen."

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: ",Versöhnen statt spalten‘ ist ein Wahlspruch Raus, von dem er sich leiten ließ und der der Kultur der Bibel entstammt. Und ich denke, dass er diese für ihn unaufgebbare christliche Wertgrundlage auch selber als so etwas wie seine ,Leitkultur‘ empfunden hat."

Vizepräsident Christian Drägert: "Rau ist bis in die Tiefe seiner Überzeugung auch in seinem politischen Leben von diesen Wurzeln geprägt, in denen er aufgewachsen ist und die ihn in jungen Jahren auch beruflich beeinflusst haben. Johannes Rau beschrieb diese Heimat in seiner letzten Ansprache auf der rheinischen Landessynode 2000 in einem kurzen, aber sehr präzisen Satz: ,Der eigentliche Humus ist die rheinische Kirche für mich.‘"

Bischof Dr. Wolfgang Huber: "Eine Kraft der Versöhnung ist das Reden und Wirken, das Sagen und Bewegen von Johannes Rau. Bald offen, bald verborgen steht es in der Tradition der Barmer Theologischen Erklärung. Er ist eben eine anima naturaliter barmensis."

Karl Kardinal Lehmann: "Auf diese Art habe ich Johannes Rau als einen tief ökumenisch eingestellten evangelischen Christen und Staatsmann kennen gelernt. Ohne Unterschiede zu übergehen, hat er überall, wo es möglich war, Gemeinsamkeiten gesucht. Dabei war es selbstverständlich, dass der Sozialdemokrat Johannes Rau vor allem und immer wieder an die sozialen Pflichten des Christen erinnerte."

Pfarrer Friedrich Schorlemmer: "Wir in den so genannten neuen Bundesländern werden nie vergessen, wie er uns schon nahe kam und nahe sein wollte, als die Mauer noch sehr hoch zwischen uns stand – und wie selbstverständlich für uns einstehend er seit den Tagen des Mauerfalls auf dem noch immer nicht leichten Weg zur Einheit blieb – uns verstehend und uns gegen alle Klischeebildungen beistehend. Ein Freund eben."

Bischöfin Margot Käßmann: "Johannes Rau und der Kirchentag, das ist so eine richtige Beziehungskiste. Die zwei mochten sich, sind immer wieder aufeinander gestoßen, sie sind im Gespräch miteinander gewesen, sie haben füreinander Impulse gesetzt. Ja, vielleicht noch mehr als eine Beziehungskiste, eine Liebesgeschichte."

 

Nikolaus Schneider (Hg.), "...weil ich gehalten werde" Johannes Rau – Politiker und Christ, Hänssler Verlag, Holzgerlingen, € 12,95, ISBN 3-7751-4490-0

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 12. Januar 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 12. Januar 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle /



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