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Präses Schneider vor der Synode

„Der Barbarei der Folter nicht die Tür öffnen“

Pressemitteilung Nr. 13 / 2006

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, hat der Folter eine deutliche Absage erteilt: "Der Barbarei darf die Tür nicht geöffnet werden – auch nicht der kleinste Spalt", erklärte der 58-jährige Theologe am Mittag vor den Abgeordneten der rheinischen Landessynode, die derzeit in Bad Neuenahr tagt.

Auch wenn Folter kein neues Phänomen sei, erschrecke es, "dass auch demokratische Staaten offen Folter anwenden und dass – um es im sprachverwirrenden Jargon zu sagen – die ,Nutzung der möglicherweise durch Folter gewonnene Informationen‘ in einem freien und rechtsstaatlich geordneten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik Deutschland als möglich erachtet wird". Dagegen setzte Präses Schneider: "Gegenüber der Folter ist eine absolute Grenzziehung notwendig. Diese Grenzlinie darf nicht überschritten werden."

Zudem hätten die Kirchen die Verpflichtung, an der Überwindung von Gewalt in der Welt zu arbeiten. Schneider wörtlich: "Gebunden an das Wort Gottes haben wir zu bezeugen, dass denen mit dem sanften Mut das Erdreich gehören wird und unser Glaube die Realität von Gewalt, Folter, Mord und Krieg nüchtern zur Kenntnis nimmt – sich aber nicht auf den Pfad der Überwindung durch größere Gewalt, ausgeklügeltere Folter, mehr Morde und ,vorbeugende Kriege‘ verleiten lässt. Wir setzen weiterhin auf die Liebe, die Barmherzigkeit und auf das Recht, um die Gewalt zu bannen und binden."

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 9. Januar 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 9. Januar 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle /



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