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Die wichtigsten Themen aus dem Präsesbericht im Überblick

Pressemitteilung Nr. 7/2008

Achtung, Sperrfrist: Montag, 7. Januar 2008, 11 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort.

Heute erstattet Präses Nikolaus Schneider der Landessynode in Bad Neuenahr seinen "Bericht über die für die Kirche bedeutsamen Ereignisse". Nachfolgend haben wir die wichtigsten Themen (Zitate) zusammengestellt.

Der komplette Präsesbericht wird heute in gedruckter Form in die Pressefächer auf der Landessynode verteilt. Als pdf-Dokument steht er im Internet unter www.ekir.de/landessynode, Rubrik "Dokumente" zur Verfügung.

 

Zur Jahreslosung
"Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben" (Joh. 14,19):

Seite 3: "Die Jahreslosung für das gerade begonnene Jahr ist Weggeleit und Trost für Reflexion und Rückbesinnung und für alle vor uns liegenden Aufgaben, Entscheidungen, Abschiede und Neuanfänge".

Seite 5: "Jesus Christus lebt! Und Jesus Christus will, dass wir Christinnen und Christen schon hier und jetzt in allen Lebensbereichen unserer irdischen Existenz durch Gottes Geist Anteil gewinnen an dem Leben, das in Gott unbegrenzt und ewig ist. ... Jesus Christus lebt und schenkt uns Reich-Gottes-Leben jetzt und in Ewigkeit."

 

Zu Kirche:

Jesus Christus lebt! In ihm lebt seine Kirche

Seite 6: "... das "Reich-Gottes-Leben" der Kirche konkretisiert sich in der "Gemeinschaft der Heiligen"..., in der "Vergebung der Sünden"..., in der Erwartung der "Auferstehung der Toten" und "des "ewigen Lebens"... Kirche lebt in der unlösbaren Verbindung von Gottes Reich und Menschenwelt und nur in dieser "Doppelexistenz" – als irdisches Reich-Gottes-Leben – ist sie notwendig (Not-wendend) und heilsam (Heil-bringend) für die Welt und die Menschen."

Seite 7: "... was es bedeutet, evangelisch Kirche zu sein. ... Der Verzicht auf rechtliche Festschreibung des Wirkens des Heiligen Geistes ist kennzeichnend für das evangelische Verständnis von Kirche. Reformatorische Theologie vertraut auf die wirksame, aber durch Gesetz oder Ordnung nicht festzulegende Gegenwart Christi."

 

Zu Religionen:
Jesus Christus lebt! Das Verhältnis zu den Religionen

Seite 9: "Ein ,allgemeines’ Nachdenken und Reden von Gott auf der Ebene religionswissenschaftlicher Arbeit ist notwendig."

Seite 10: "Das ist eine paradoxe Situation: Einerseits verträgt die Wahrheits-erkenntnis über Gott als Grundlage der Glaubenserkenntnis und des Glaubens-lebens keine Relativierung, anderseits kann dieser Wahrheitsanspruch zu einem zerstörerischen und kriegstreibenden Fundamentalismus werden, wenn er ungebrochen und ohne menschliche Selbstdistanz gegenüber allen anderen religiösen und theologischen Erkenntnissen vertreten wird. ... Ich begrüße es, dass Anfang Februar dieses Jahres die Synodalbeauftragten für das christlich-jüdische und für das christlich-muslimische Gespräch ihre Jahrestagung erstmals gemeinsam abhalten werden."

 

Lebensbereich Kirche – EKD

Seite 14: "Grundsätzlich begrüße ich die in diesem Papier (EKD-Impulspapier "Kirche der Freiheit", d. Red.) vorgelegten Impulse der EKD zur Kirchenreform. In kritischer Solidarität möchte ich mir aber drei Einwände zu eigen machen. Nach meiner Einschätzung war es unglücklich, dass das Impulspapier den Eindruck erwecken konnte, es handele sich um eine Art ,Masterplan’, der gesteuert vom Kirchenamt der EKD die Landkarte der Gliedkirchen verändern wollte. Ökumene als unverzichtbare Grunddimension von Kirche wurde leider nicht in dem Reformpapier thematisiert. Bezogen auf konkrete kirchliche Verfassungselemente wurde in dem Impulspapier das ,Synodalmodell’ in Verkennung eines evangelisch-reformierten Kirchenverständnisses als ,zeitgebunden’ bewertet."

 

Rheinischer Reformprozess

Seite 20 f.: "Für die Zukunft wird es von entscheidender Bedeutung sein, in der gesamten Landeskirche zu einer strategischen Personalplanung zu kommen. Erste Anfänge dazu sind gemacht. Nicht allein für den Pfarrdienst stehen aussagekräftige Statistiken zur Verfügung, sondern auch für die anderen hauptamtlichen Berufsgruppen unserer Kirche. Es ist ein wirklicher Fortschritt, dass dieser Synode zum ersten Mal eine solche Statistik vorgelegt werden kann."

 

Ökumene

Seite 22: (Zur "Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe", d. Red.) "Die theologische Bedeutung dieses ökumenischen Ereignisses besteht nach meiner Erkenntnis darin, dass der Taufbefehl Jesu hier deutlich der Vorrang vor der Amtsfrage zuerkannt wird."

 

Dialog mit dem Islam

Seite 29: (Zur Kritik an der EKD-Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft", d. Red.)"Kritik an inhaltlichen Positionen ist nicht gleichbedeutend mit persönlicher Herabwürdigung. Sachlichkeit und Nüchternheit des Stils zielen nicht auf Verletzung des Gesprächspartners. Inhaltliche Kritik kann gerade auch Ausdruck eines ernsthaften Interesses an den Positionen und Anliegen der Gesprächspartner sein."

Seite 30 f.: "Für Christenmenschen ... (wurde) Gott Mensch in Jesus Christus. Für Menschen muslimischen Glaubens ... (kann) Gott nicht Mensch werden... Für Christenmenschen war Gott im Leben, Leiden und Sterben Jesu gegenwärtig. ... Für Menschen muslimischen Glaubens kann Gott nicht leiden. ... Für Christenmenschen wird trinitarisch von Gott geredet... Für Menschen muslimischen Glaubens weist der Koran die christliche Lehre von der Trinität, die dem Islam wie ein Glaube an drei Götter erscheint, entschieden zurück. Christenmenschen identifizieren ,Wort Gottes’ mit Jesus Christus als dem lebendigen Gotteswort. Menschen muslimischen Glaubens identifizieren ,Wort Gottes’ mit dem Koran, dem zeitlosen Gotteswort. Für Christenmenschen aus den Kirchen der Reformation ist die Trennung und Zuordnung von Staat und Kirche dergestalt, dass beide Gottes Anspruch unterstehen, es aber keine klerikalen Macht- oder Herrschaftsansprüche dem Staat gegenüber gibt. Für Menschen muslimischen Glaubens ... weist der Staat ... eine theokratische Struktur auf ... ."

Seite 32: "Zum Dialog mit dem Islam gibt es keine Alternative. Er ist notwendig gegen den Missbrauch der Religion zur Anstachelung und Legitimierung von Krieg, Gewalt und Terror. Er ist notwendig für das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen in unserem Land. Er ist notwendig für das friedliche Zusammenleben der Völker auf dieser Erde."

 

Lebensbereich Staat und Gesellschaft

Seite 32: "Reich-Gottes-Leben der Christenmenschen übernimmt und trägt Ver-antwortung in allen Lebensbereichen von Staat und Gesellschaft."

Seite 34: (Zum Moscheebau, d. Red.) "Nur eine offene Kommunikation ermöglicht es, Vorurteile und Ängste zu überwinden, damit ein solcher Moscheebau in größtmöglichem Einvernehmen mit Andersgläubigen zustande kommt."

Seite 34: "So wie den christlichen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen halte ich auch einen muslimischen Religionsunterricht für geboten. ... (Es ist) notwendig, die Voraussetzungen für die Ausbildung muslimischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer an deutschen Universitäten zu schaffen."

Globalisierung als Weltverantwortung von Menschen für Menschen

Seite 36: "Globalisierung als Weltverantwortung von Menschen für Menschen signalisiert, dass dem globalen Auseinanderdriften der Gesellschaften und in den Gesellschaften nicht einfach zugesehen werden darf, dass es für zwei Drittel der Weltbevölkerung um die Wahrung grundlegender Menschenrechte geht. Wenn Kirchen ihre Stimmen erheben, fordern sie keine Almosen für die Armen und Schwachen, sondern politische Prozesse, deren Ziel ein menschenwürdiges Leben aller ist."

Seite 36: (Zur Landessynoden-Vorlage "Wirtschaften für das Leben", d. Red.): "Sie will Wirtschaft und Ethik zusammen denken und fordert, dass weltweit Wirtschaften allen Menschen dienen muss, wenn es nicht als Unterdrückungs- und Ausbeutungsinstrumentarium wirken soll."

Zu Armut

Seite 42: "Um Kinderarmut zu vermeiden oder zu lindern, ist es unverzichtbar, dass die Regelleistungen für Kinder nicht aus Leistungen der Erwachsenen abgeleitet werden. ... Ich plädiere dafür, erheblich mehr Geld in medizinische und pädagogische Betreuungsangebote für Kinder zu investieren statt das Kindergeld weiter zu erhöhen oder ein Betreuungsgeld für häusliche Kindererziehung zu zahlen. Nicht nur aufrüttelnde Berichte über die Vernachlässigung oder Misshandlung von Kindern wecken Zweifel, dass direkt an Familien ausgezahltes Geld immer zum Wohl und zur Förderung der Kinder eingesetzt wird."

Friedensdenkschrift der EKD

Seite 44 f.: " ‚Frieden zu bezeugen und für Versöhnung auch dort zu arbeiten, wo Misstrauen, Gewalt und Unterdrückung herrschen, gehört unabdingbar zu den Aufgaben der Christen. Die Kirche Christi ist dazu berufen.‘ (Zitat aus der Denkschrift ("Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen",, S. 197, d. Red.) Diese Schlussbemerkung der Friedensdenkschrift drückt für mich zutreffend aus, was Friedenspolitik in der Perspektive des ,Reich-Gottes-Lebens’ heißt."

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 7. Januar 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 7. Januar 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.



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