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Predigt zum Beginn der Landessynode der rheinischen Kirche

„Es ist ein schmerzlicher Prozess, die eigenen Grenzen anzunehmen“

Pressemitteilung Nr. 4/2010

Achtung, Sperrfrist: Sonntag, 10. Januar 2010, 16 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort

Das Maß des Glaubens, das Maß Gottes sowie das Maß der Barmherzigkeit Gottes hat im Mittelpunkt der Predigt von Oberkirchenrätin Barbara Rudolph im Eröffnungsgottesdienst der 60. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr gestanden.

Predigttext waren Verse aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer. Ihm gehe es in seinem Brief „um Gottes Barmherzigkeit in unserem Leben, sie ist das Maß des Glaubens, Metrum, Takt des Lebens. Von Gott zugeteilt“, so Rudolph. Dabei seien Gottes Maße aber anders als erwartet. „Gottes Barmherzigkeit hat eine Leidenschaft für die kleinen unauffälligen Orte. Für die kleinen, unauffälligen Begebenheiten: das Scherflein der Witwe, fünf Brote und zwei Fische, ein kleines Senfkorn. Gottes Maßeinheiten sind erstaunlich klein.“ Nach einem Loblied auf die Barmherzigkeit Gottes bringe Paulus „Schlag auf Schlag Stichworte für das Handeln und Tun des Menschen, die es in sich haben: die Leiber als  lebendige Opfer, der vernünftige Gottesdienst, keine Gleichschaltung mit der Welt, das Prüfen des Willen Gottes“.

Römerbrief wies Luther vor 500 Jahren den Weg

Vor 500 Jahren sei es die Auslegung des Römerbriefes gewesen, die Martin Luther zum Durchbruch seiner reformatorischen Erkenntnis von der Rechtfertigung allein aus Gnade geführt hat, sagte Rudolph. Und sie erinnerte an Karl Barth, der mit der Auslegung des Römerbriefes seine dialektische Theologie von Gott, dem ganz Anderen, eingeführt habe. „Diese Theologie hat der Bekennenden Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus die Kraft gegeben, sich – wie es Paulus schreibt – nicht dieser Welt gleich zustellen, sondern genau zu prüfen, was Gottes Wille ist“.

Es könne sein, dass man vor lauter Suche nach dem Großen, Erhabenen, Besonderen die Barmherzigkeit Gottes verpasse und übersehe, warnte Rudolph. Es ist die Einladung, Gottes Barmherzigkeit wahrzunehmen, in dem Unfertigen, in dem Fragmentarischen im Mittelmäßigen. „Und damit findet Gott einen Platz in meinem Leben. Nicht in dem, wie ich gerne sein und scheinen möchte, sondern in dem, wie ich wirklich bin“, erklärte sie. „Es ist ein schmerzlicher Prozess die eigenen Grenzen, das eigene begrenzte Maß anzunehmen. Das heißt loslassen, ,Nein’ sagen, Sabbat halten. Das ist der Abschied von menschlichen Allmachtsphantasien, das Einüben ins Menschsein, in die vielfache Begrenzung. Dann aber beginne ich, aus der Barmherzigkeit Gottes zu leben“, führte sie aus.

Denn Paulus lasse seine Geschwister nicht allein mit der Aufgabe, ihr Maß zu finden. Neben der Grenze des eigenen zugewiesenen Maßes des Glaubens stelle er die Gemeinschaft. „Sein Lieblingsbild von der Gemeinde als einem Körper. Jedes Glied hat seine begrenzten Fähigkeiten und ist auf die anderen verwiesen. Beides, das Einüben in das eigene zugewiesene Maß des Glaubens und das Angewiesensein auf die anderen ist nicht etwas, das man lernt und dann begriffen hat. Nein, es ist ein lebenslanger Prozess.“

Hinweis: Das Predigtmanuskript finden Sie im Anhang. Bitte beachten Sie die Sperrfrist und den Wortlautvorbehalt!

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 10. Januar 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Sonntag, 10. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle /



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