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Sperrfrist: Montag, 12. Januar 2004, 15.00 Uhr Bilanz nach einem Jahr:

Konzentration landeskirchlicher Einrichtungen hat begonnen

Drastische Sparmaßnahmen werden zurzeit auf allen drei Ebenen der rheinischen Kirche abgewickelt – in den Gemeinden, in den Kirchenkreisen und in der Landeskirche. Die Landessynode hatte im Januar 2003 beschlossen, in den landeskirchlichen Einrichtungen Aufgaben zu bündeln und Standorte zusammen zu legen. Vizepräsident Christian Drägert bilanzierte heute im Anschluss an den Präsesbericht vor der Synode, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. "Wir befinden uns in einer bedeutenden Phase eines wichtigen Anpassungsprozesses der Evangelischen Kirche im Rheinland – eines Anpassungsprozesses, der dringend erforderlich ist und umfassend in den nächsten Jahren weitergeführt werden muss. Der Weg wird oft schmerzhaft und sicherlich mit Risiken belastet sein, aber wir müssen ihn gehen", so Drägert vor den Synodalen. Mehrere landeskirchliche Einrichtungen sind bereits im vergangenen Jahr umgezogen:

Standort Bonn:

Die Evangelische Akademie Mülheim/Ruhr (jetziger Name: Evangelische Akademie im Rheinland) ist zum 1. Januar 2004 auf das Gelände des Pädagogisch-Theologischen Instituts (PTI, Bonn) umgezogen. Für beide Einrichtungen wurde eine gemeinsame Verwaltung und Hauswirtschaft eingerichtet. Durch die Verlegung werden die Stellenpläne der beiden eigenständigen Einrichtungen PTI und Akademie um insgesamt 42,15 Stellen reduziert. Der Personalbestand beträgt im Gebäude Mandelbaumweg 2 ab 2004 43,5 Stellen. Von den 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Akademie konnten 33 in neue Stellen vermittelt werden. In 27 Fällen aus dem Reinigungsdienst und dem Küchenbereich mussten Kündigungen ausgesprochen werden. Bereits im Oktober 2003 ist die Arbeitsstelle für Kriegsdienstverweigerung, Zivildienst und Freiwillige Friedensdienste aus dem Haus Landeskirchliche Dienste, Düsseldorf (Rochusstraße) in das Studentenwohnheim, Bonn, umgezogen.

Standort Wuppertal:

Das Pastoralkolleg in Rengsdorf, eine Aus- und Fortbildungsstätte der rheinischen Kirche, wird Ende Juli 2004 geschlossen. Es zieht auf das Gelände der Kirchlichen Hochschule, Wuppertal (Missionsstraße) um. Ende 2003 waren von den 16 Beschäftigten nur noch drei zu vermitteln. Der Umzug des Predigerseminars, einer weiteren Ausbildungsstätte in Bad Kreuznach, nach Wuppertal hat begonnen. Hier mussten von den ursprünglich 15 Beschäftigten sechs gekündigt werden. Für die Kirchliche Hochschule ist eine neue Konzeption in Arbeit. Geplant ist die Einzügigkeit der Hochschule. Außerdem ist eine Kooperation zwischen der rheinischen und der westfälischen Landeskirche vorgesehen. So sollen die Kirchlichen Hochschulen Wuppertal und Bethel zusammengeführt werden, zunächst als gemeinsame Hochschule an zwei Standorten.

Standort Düsseldorf:

Das Haus Landeskirchliche Dienste (Rochusstraße) wird im Laufe des Jahres oder Anfang 2005 nach und nach frei werden. Bereits im Oktober 2003 ist die Arbeitsstelle für Kriegsdienstverweigerung, Zivildienst und Freiwillige Friedensdienste aus dem Haus Landeskirchliche Dienste, Düsseldorf (Rochusstraße) in das Studentenwohn-heim, Bonn, umgezogen.

Die untergebrachten Dienste ziehen zum Teil innerhalb Düsseldorfs um, zum Teil nach Wuppertal und Bonn. Die Medieneinrichtungen (Evangelischer Pressedienst, Presseverband, Graf-Recke-Straße) und das Film Funk Fernsehzentrum (FFFZ, Kaiserswerther Straße) verschmelzen zu einem Medienverband auf dem Gelände des FFFZ. Die Umzüge sollen bis Ende 2004, Anfang 2005 erfolgen. Das Internat des Theodor-Fliedner-Gymnasiums in Düsseldorf-Kaiserswerth soll zum 1. August 2004 von der Kaiserswerther Diakonie übernommen werden, die es in ein innovatives Familien- und Bildungszentrum integriert.

Die Evangelische Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof in Solingen wird im Jahre 2004 saniert und erweitert. Diese Maßnahmen sollen bis Anfang 2005 abgeschlossen sein. "Trotz drastischer Einsparungen im Landesjugendplan im Rahmen der finanziellen Entscheidungen des Landes NRW sind die geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen weiterhin gerechtfertigt", betonte in diesem Zusammenhang Vizepräsident Drägert in seinem Bericht. Die rheinische Kirche hat bereits mehrfach gegen die massiven Sparpläne der Landesregierungen im Landesjugendplan protestiert. Sie setzt sich intensiv für den Erhalt qualitativer Jugendarbeit ein und unterstützt auch die derzeit laufende Volksinitiative Jugend braucht Zukunft (Nähere Infos zu dieser Initiative gibt es im Internet unter www.volksinitiative-nrw.de)

In seinem Bericht erläuterte Vizepräsident Drägert, dass die Konzentration landeskirchlicher Einrichtungen dem Grundgedanken "Arbeit vor Geld" verpflichtet ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von den Strukturmaßnahmen betroffen sind, werden beraten, betreut und vermittelt. Dazu hat die Landeskirche ein eigenes Stellenbüro eingerichtet, das alle frei werdenden landeskirchlichen Stellen vorrangig mit den betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt. Im Stellenpool werden auch frei werdende Stellen in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen berücksichtigt. Vielen Betroffenen konnten alternative Arbeitsplätze angeboten werden. Kündigungen gab es vor allem im Reinigungsdienst und im Küchenbereich. "Die Bemühungen um Anschlussbeschäftigungen werden auch in den Fällen, in denen gekündigt wurde, natürlich fortgesetzt", betonte Drägert in seinem Bericht.

(Der Bericht ist im Internet abrufbar unter www.ekir.de/landessynode)

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 12. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 12. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 12.01.2004



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