Bild Dossiermarke
Weitere Infos
Landessynode: Präsesbericht

Warum die Kirche ein Segen ist

Minutenlangen Beifall erntete Manfred Kock nach seinem letzten Präsesbericht. Er betonte unter anderem in seinem Bericht an die Synode: "Mit ihrer Botschaft ist die Kirche ein Segen"

Der Präses berichtet: Manfred Kock vor der Landessynode. Der Präses berichtet: Manfred Kock vor der Landessynode.

Ein weiter theologischer Bogen spannt sich durch den 75-seitigen „Bericht des Präses über die für die Kirche bedeutsamen Ereignisse", mit dem Manfred Kock vor der Landessynode Bilanz zog. Dem in Umfragen festgestellten Akzeptanzverlust der Kirche stellt Kock die „Spannung zwischen geglaubter und erfahrener Kirche" gegenüber, die immer bleiben werde.

 

 

Schonender mit den finanziellen Ressourcen umgehen, so lautete eine von Kocks Forderungen. Schonender mit den finanziellen Ressourcen umgehen, so lautete eine von Kocks Forderungen.

Besonders stark sei die Spannung, „weil die Christenheit in sich zerstritten und gespalten ist und sich gegenseitig die Anerkennung verweigert", so Kock. Er betonte, dass es nicht die Vielfalt, sondern das Gegeneinander sei, das das Zeugnis der Einheit verdunkele. „Aber wo wir gemäß dem biblischen Vorsatz in allen Stücken zu Christus, dem Haupt, hinwachsen, da wachsen wir zusammen als Glieder am Leib", mahnte er.

Im ersten Kapitel seines Berichts ging Kock auf die Notwendigkeit ein, eine umfassende Überarbeitung der seit 50 Jahren gültigen Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) vorzunehmen. Es solle diskutiert und entschieden werden, ob eine Superintendentin bzw. ein Superintendent sein Amt auch hauptamtlich ausüben könne. Es gehe auch darum, rechtliche Regelungen zu erarbeiten, die das Leitungshandeln fusionierender Kirchenkreise stärken. Auch die Größe der Synoden und der Ausschüsse stünden zur Debatte: „Wir müssen schonender mit unseren finanziellen Ressourcen und der menschlichen Arbeitskraft umgehen."

Die Kirche müsse sich nicht nur mit dem Glauben, sondern auch mit dem Gehorsam, nicht nur mit ihrer Botschaft, sondern auch mit ihrer Ordnung gebunden wissen. Wofür sie sich auch einsetze – immer gehe es um den von Christus gebotenen Dienst an den Menschen. „Mit ihrer Botschaft ist die Kirche ein Segen", resümierte Kock. Einschränkend fügte er hinzu: „Kirche ist auf dem Weg ‚in Erwartung seiner (Christus) Erscheinung'. Sie selbst kann das Reich Gottes nicht schaffen. Darum haben Fanatiker keine Heimat in ihr." Er schloss eine klare Absage an jede religiös motivierte Gewalt an. Jede Gewalt, auch die religiös motivierte, sei Sünde.

In seinem Bericht sprach der Präses außerdem das „Jahr der Bibel 2003", neue Formen evangelistischer Arbeit, Bildungsarbeit, Notfall-, Gefängnis- und Flughafenseelsorge, Hospizbewegung, Terrorismus und Kriegsgefahr bis hin zu Sparmaßnahmen und Strukturreformen in der Kirche. Nach sechs Jahren Präsesamt in der rheinischen Kirche schloss Manfred Kock seinen letzten Bericht vor den 244 Synodalen mit einem Appell: „Mein Wunsch an Sie alle, Schwestern und Brüder: Haltet aus! Bleibt bei der Mitte! Bleibt treu! Die Klage befreit. Die Erinnerung tröstet. Die Zukunft steht in Gottes Hand."

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 5. Januar 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 6. Januar 2003. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.