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Landessynode 2005

Evangelische Kindergärten in Gefahr

Hundert Schließungen von Tageseinrichtungen für Kinder in den nächsten zwei Jahren befürchtet Oberkirchenrat Harald Bewersdorff. Noch gibt es genau 867 Kindergärten im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Eine von 867 Tageseinrichtungen für Kinder: Kindertagesstätte in Köln. LupeEine von 867 Tageseinrichtungen für Kinder: Kindertagesstätte in Köln.

Mit der Gefährdung ihrer Kindergärten befasst sich die Landessynode in besonderem Umfang. Anlass sind die Kürzungen durch das Land Nordrhein-Westfalen, die außerordentliche Finanznot vieler Kommunen und der Rückgang der Kirchensteuern, aber auch die sinkenden Geburtenzahlen.

 

 

Trägeranteil überfordert Gemeinden: Oberkirchenrat Harald Bewersdorff. LupeTrägeranteil überfordert Gemeinden: Oberkirchenrat Harald Bewersdorff.

Zurzeit gibt es im Gebiet der rheinischen Kirche 867 Tageseinrichtungen für Kinder mit zusammen 54.600 Plätzen (Stand: 1. November 2004). Die Trägerinnen sind meist evangelische Gemeinden, aber auch Verbände. Sie geben jährlich rund 55 Millionen Euro kircheneigene Mittel für diese Arbeit aus und bestreiten durchschnittlich 20 Prozent der Gesamtkosten, vielerorts auch erheblich mehr.

Die rheinische Kirche, die sich über die Landesgrenzen von vier Bundesländern erstreckt, will mit den Landesregierungen verhandeln, dass die Trägerinnen nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtkosten übernehmen müssen – so eine Forderung in der Beschlussvorlage, die in der Synode noch zu beraten ist. Die Beschlussvorlage umfasst einen 53-seitigen „Bericht zur Lage und Entwicklung der Tageseinrichtungen für Kinder in der Evangelischen Kirche im Rheinland“. Er enthält Fakten zur derzeitigen Lage, zur Finanzsituation der kirchlichen Träger und zur demografischen Entwicklung. Die Angaben zu den Betriebskostenregelungen in den vier Bundesländern weisen erhebliche Unterschiede aus.

Im Vorfeld der Plenumsdiskussion des Landessynode über den Kindergartenbericht betonte der Leiter der Abteilung Erziehung und Bildung vor Journalistinnen und Journalisten: "Viele Gemeinden können den Trägeranteil nicht mehr schultern." Sie müssten deshalb "mit Bedauern" Gruppen oder gar die ganze Einrichtung aufgeben. "Obwohl Kindergartenarbeit Gemeindearbeit ist."

Außerdem legt die rheinische Kirche zusammen mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche jetzt eine Arbeitshilfe mit dem Titel „Offene Ganztagsschule in NRW“ vor, in der es um Chancen, Möglichkeiten und praktische Beispiele der Partnerschaft zwischen Schule und Kirche geht.

 

 

es/neu; EKiR.de-Fotos: Mathilde Kohl, Anna Neumann /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 11. Januar 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 20. Januar 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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