Weitere Infos
Sondersynode

Wie die Landeskirche 14 Millionen Euro spart

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) spart in den kommenden sechs Jahren rund 14 Millionen Euro bei ihren landeskirchlichen Aufgaben ein. Das hat die Landessynode am Samstagnachmittag auf ihrer außerordentlichen Tagung in Bad Neuenahr beschlossen.

Ausführliche Debatte im Plenum: die Sondersynode berät die Spar- und Strukturpläne. LupeAusführliche Debatte im Plenum: die Sondersynode berät die Spar- und Strukturpläne.

 

Leitete den Strukturausschuss und brachte die Spar- und Strukturvorschläge ein: Christiane Köckler-Beuser. LupeLeitete den Strukturausschuss und brachte die Spar- und Strukturvorschläge ein: Christiane Köckler-Beuser.

Von "vielen schmerzlichen Einschnitten, auch für einzelne Menschen" sprach Christiane Köckler-Beuser vor der Synode. Der größte Teil des Spar- und Strukturprogramms entfällt auf die evangelischen Schulen. Durch Zentralisierung der Schulverwaltung, Gründung eines Schulwerks sowie freiwillige Elternbeiträge sollen in diesem Bereich rund vier Millionen Euro gespart werden. Das bedeutet, dass die zehn Schulen und drei Internate der EKiR erhalten bleiben.

Der nächst hohe Posten: 2,3 Millionen Euro Einsparungen sollen durch Verringerung des Personals im Düsseldorfer Landeskirchenamt erzielt werden. Bis 2012 sollen deshalb 39 Vollzeit-Stellen wegfallen.

Eine Million Euro soll durch die bereits beschlossene und vertraglich vereinbarte Fusion der Kirchlichen Hochschulen Wuppertal und Bethel eingespart werden.

Um ein Fünftel gekürzt wird der Arbeitslosenfonds der rheinischen Kirche. Das entspricht rund 600.000 Euro. Die EKiR zahlt weiterhin jährlich rund zweieinhalb Millionen Euro in diese Arbeit.

Mehrstündige Aussprache

In der Aussprache über die Vorschläge im Plenum am Samstagmittag hatte sich eine längere Debatte um die Verlegung des Diakonischen Jahrs zum Diakonischen Werk entsponnen. Nachfragen gab es auch zur Integration der Dialogarbeit mit dem Islam. Der Elementarbereich im Pädagogisch-Theologischen Institut gehörte zu den weiteren Themen, die Nachfragen nach sich zogen.

Abweichend von der Vorlage der Kirchenleitung soll der Mitgliedschaftsbeitrag im Ebernburg-Verein neu verhandelt werden. Und die Entscheidung über die Airportseelsorge ist aufgeschoben.

Die EKiR wird insgesamt genau 13,87 Millionen Euro einsparen. Der Hintergrund: EKD-Prognosen zufolge wird die Mitgliedschaft der EKiR bis 2030 um ein Drittel auf rund zwei Millionen sinken, die Finanzkraft möglicherweise um die Hälfte.

 

Sparziele erreicht (v.l.): Vizepräsident Christian Drägert, Vizepräses Petra Bosse-Huber und Präses Nikolaus Schneider. LupeSparziele erreicht (v.l.): Vizepräsident Christian Drägert, Vizepräses Petra Bosse-Huber und Präses Nikolaus Schneider.

Präses: Sparziele erreicht

Von "schmerzlichen Erfahrungen" sprach nach der Synode auch Präses Nikolaus Schneider. Vor Journalistinnen und Journalisten betonte er aber auch, dass die EKiR ihre Sparziele erreicht habe. Als "gute Konsolidierung" bezeichnete der leitende Jurist der Landeskirche, Vizepräsident Christian Drägert, die Entschlüsse.

Die Einsparungen würden "für lange Zeit reichen", sicherlich bis zum Jahr 2012, so Schneider. Eine Herausforderung sei jetzt die Umsetzung. Schließlich sollten Kündigungen vermieden werden.

Zu den freiwilligen Elternbeiträgen in den Schulen sagte der Präses auf Nachfragen, sie könnten sich zwischen 30 und 70 Euro bewegen, würden erst ab Januar 2007 erhoben. Und: "Daran scheitert kein Schulbesuch", betonte der Präses. Im Blick den Arbeitslosenfonds erklärte Vizepräses Petra Bosse-Huber, auch mit dem gekürzten Zuschuss könne "noch sehr viel bewegt" werden zugunsten Arbeitsloser.

Als sachlich „angemessen und zügig“ bewertete der Präses rückblickend die Aussprache der Landessynode über die Spar- und Strukturvorschläge. Rund drei Stunden hatte die Synode über die Vorschläge beraten. Und schließlich bei nur einer Enthaltung angenommen.

 

 

neu/jpi / 11.06.2006

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 10. Juni 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 29. Juni 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.