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Ordination, Dienst und Ämter

Alle Christen sind berufen!

„Was lange währt wird endlich gut,“ das werden Synodale heute gedacht haben. Sieben Jahre wurde in Ausschüssen um ein evangelisches Verständnis von Ordination und Amt gerungen. Endlich ist klar, was sie für die rheinische Kirche bedeuten, eine ganze Menge

Das Predigtamt - nur etwas für Ordinierte? Das Predigtamt - nur etwas für Ordinierte?

In der Kirche gibt es nur einen Dienst, aber viele verschiedene Ämter. Das ist die Grundaussage, des theologischen Ausschusses der EKiR, in der Vorlage „Ordination, Dienst und Ämter“, die heute von der Landessynode fast einstimmig angenommen wurde. Damit ist ein klare Definition von Dienst und Ämtern in Anlehnung an die Barmer Theologische Erklärung aus dem Jahr 1934 vorgenommen worden.

Demnach ist jede Christin und jeder Christ durch die Taufe in den einen Dienst berufen, Gottes Wort weiterzugeben und Nächstenliebe zu üben. „In diesem Sinne sind alle Priester, berufen zu Dienst am ‚Heiligtum’ des Wortes Gottes.“ Daneben braucht es aber auch spezielle Ämter in der Kirche, die organisiert und institutionalisiert werden müssen. Damit ist nicht nur das Pfarramt oder das Lehramt gemeint. Auch Kirchenmusikerinnen, Küster oder Jugendmitarbeiter haben ein solches Amt inne.

So wie das Verhältnis von Dienst und Ämtern, ist auch das Verhältnis von Taufe und Ordination zu verstehen. Die Ordination vermittelt keine höhere Weihe gegenüber der Taufe, sondern ist dieser untergeordnet. Sie ist aber notwendig, damit einzelne besonders fähige Gemeindemitglieder in ein Amt berufen werden können und öffentlich dazu stehen.

Es geht dabei nicht um die Berufung in eine konkrete Arbeitsstelle, sie bleibt aber für bestimmte Ämter (z.B. das Pfarramt) Voraussetzung. Wer ordiniert ist, wird dazu berufen das Wort Gottes öffentlich zu verkündigen, zu taufen und Abendmahlsfeiern zu leiten, um so die kirchliche Gemeinschaft aufzubauen.

 

Viel diskutiert wurde über die Vorlage "Ordination, Dienst und Ämter" Viel diskutiert wurde über die Vorlage "Ordination, Dienst und Ämter"

Es gibt drei Wege zur Ordination: Theologiestudium mit Vikariat, ehrenamtliche Ausbildung zur Predigthelferin und Predigthelfer und schließlich die zusätzliche theologische Ausbildung für kirchliche Mitarbeitinnen und Mitarbeiter, die zum ordinierten Dienst führen kann. Das ist eine Betonung des Priestertum aller Gläubigen, weil allen Gläubigen der Weg zur Ordination frei ist. Die Leitung des Abendmahls durch nicht Ordinierte bleibt eine Ausnahme in unserer Kirche. Hier bleibt die letzte Verantwortung immer bei Ordinierten.

 

Konsequenzen aus diesem Verständnis von Dienst und Ämtern ergeben sich viele: Ordination bedeutet nicht gleich Pfarramt. Es kann auch ehrenamtlich Ordinierte geben: z.B. Predigthelfer oder Pastoren im Ehrenamt. Der Dienst der Ordinierten steht in apostolischer Tradition, braucht aber nicht eine ununterbrochene Weihekette, die sich angeblich bis zu den Aposteln zurückverfolgen lässt, sondern dadurch, dass der Dienst ganz im Sinne des Evangeliums verstanden wird und sich so auf seinen Ursprung bezieht.

Auch aus dem Evangelium heraus begründet sich die Ordination von Frauen, die unverzichtbares Element des eines Dienstes ist. In der Kirche darf der Unterschied der Geschlechter für geistliche Ämter nicht von Bedeutung sein. Im Leib Christi darf es keine Bevorzugten oder Benachteiligten geben. Das gilt auch für organisatorische Hierarchien. Wenn es nur den einen Dienst und nur eine Ordination gibt, kann es keine übergeordnete Ämter geben.

Ein Bischofsamt in diesem Sinne ist abzulehnen. Es kann allerdings Ämter geben, die bischöfliche Funktion übernehmen, bei uns Superintendent und Präses. Diese sind aber nicht wertvoller oder wichtiger für die Verbreitung des Evangeliums als andere Ämter.

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Bad Neuenahr / 14.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 14. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 16. März 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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