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Ökumenische Gäste bei der Landessynode:

Der Blick über den rheinischen Tellerrand

Bad Neuenahr bekommt durch die Landessynode jedes Jahr ein internationales Flair. Zahlreiche Gäste aus dem Ausland verfolgen die Beratung mit. Für die Synodalen lenken diese Gäste aus anderen Kirchen den Blick über den rheinischen Tellerrand hinaus

Ökumenische Gäste mit dem Präses Nikolaus Schneider Ökumenische Gäste mit dem Präses Nikolaus Schneider

Neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern deutscher Kirchen sind in diesem Jahr sieben Abgesandte aus Partnerkirchen von den Philippinen, in Namibia, Belgien, Frankreich, Italien, Polen und Tschechien mit dabei. Für Oberkirchenrat Wilfried Neusel, zuständig für Ökumene in der rheinischen Kirche, sind diese Begegnungen mit anderen Kirchen eine Bereicherung für die Landessynode: „Im wechselseitigen Hören aufeinander, in durchaus kritischen Auseinandersetzungen und im gemeinsamen Gebet wollen wir als protestantische Kirchen aus aller Welt einen Teil des Friedens und der Gerechtigkeit praktizieren, zu der Gottes Wort uns aufruft.“

Zwei Themen dominieren die Gespräche mit den ausländischen Gästen. Zum einen die Erinnerung an den Genozid an den Ureinwohnern in Namibia vor hundert Jahren. Henog Kamho, Generalsekretär der Lutherischen Kirche in der Republik of Namibia, nahm dazu Stellung. Er meinte, dass sich sein Land ohne Hass und Rachsucht, sondern zur Heilung der Wunden und zur Versöhnung an die "Grausamkeiten der Vergangenheit" erinnern werde. Für die weitere Zukunft seines Landes hofft er auch auf die Unterstützung der deutschen Kirchen.

Zum anderen war immer wieder die europäische Verfassung und ein möglicher Gottesbezug in ihr Gesprächsthema in den Fluren und Tagungssälen. Während Präses Nikolaus Schneider hier eindeutig positiv Stellung bezog, äußersten sich  Daniel Vansecote, Präses der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien, und Denis Heller, Vorsitzender der Kommission für Ämter und Dienste der Eglise Reformée de France, sehr vorsichtig.

Ihre Länder sind von einer anderen Tradition im Verhältnis Staat und Kirche geprägt. Die Laizität, die strikte Trennung von religiösem und öffentlichem Leben, war vor hundert Jahren für die protestantischen Kirchen eine Befreiung von katholischer Dominanz. Nun fällt es diesen Kirchen schwer, dieses Prinzip aufzugeben. Aber auch in Frankreich ist man froh darüber, dass in der neuen EU-Verfassung regelmäßige Kontakte zwischen EU-Behörden und Kirchen festgeschrieben wurden und eine Vereinheitlichung der verschiedenen Staatskirchenrechte abgelehnt wird.

Neben den offiziellen Gesprächen gab es für die ökumenischen Gäste auch ein touristisches Programm, das ihnen die Schönheiten rheinischer Landschaften und kulinarische Genüsse näher brachte.

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14.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 14. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 14. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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