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Landessynode 2004

Von theologischen Perlen der Synode

Christus schließt niemanden aus. Dieses Abendmahls-Verständnis hat die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) „nochmals geschärft“, sagte Präses Nikolaus Schneider in der Abschluss-Pressekonferenz der Landessynode 2004 zum Abensmahls-Beschluss

Das Abendmahlsverständnis geschärft: Präses Nikolaus Schneider. Das Abendmahlsverständnis geschärft: Präses Nikolaus Schneider.

„Darf die Kirche vom Mahl des Herrn ausschließen?“ hatte die Frage gelautet; die Antwort: kein Ausschluss vom Abendmahl. Jesus ist Gabe und Geber, formulierte der Präses, oder – nach Martin Luther – „Koch und Kellner“. Deshalb gelte: „Die Kirche muss sich zurücknehmen, um die Einladung Christi nicht zu verdunkeln.“ Alle seien zum Abendmahl eingeladen. „Die Einladung ist bedingungslos.“ (> anhören) Weiter betonte der Präses, es gehe mit dieser Beschreibung keinesfalls um einen „antikatholischen Affekt“, sondern um eine Einladung. Auf Nachfrage sagte er, dass er allerdings auf Diskussionen gefasst sei.

Oberkirchenrat Jürgen Dembek bestätigte, dass nicht die Kirchenzucht, wohl aber der Abendmahlsausschluss als Mittel der Kirchenzucht für die EKiR abgeschafft worden sei. Kirchenzucht bleibe möglich über die Mitgliedschaftsrechte, also zum Beispiel das Recht zur Wahl des Presbyteriums. Das Thema Kirchenzucht war Ausgangspunkt für das Abendmahls-Papier.

 

Weit vor gewagt: Vizepräses Bosse-Huber. Weit vor gewagt: Vizepräses Bosse-Huber.

Als weitere „theologische Perlen“ der Landessynode 2004 stellte Vizepräses Petra Bosse-Huber die Entscheidungen zur Ordination und zum Geteilten Amt vor. Neben Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Prädikantinnen und Prädikanten könnten künftig sogar hauptamtliche Mitarbeitende in der EKiR ordiniert werden – also Mitarbeitende aus anderen denn theologischen Berufen. „Damit wagen wir uns weit nach vorn“, bewertete die Vizepräses den Ordinationsbeschluss. (> anhören) 

Über das Geteilte Amt (seit der Synode 2005 "Gemeinsames pastorales Amt"), zuvor in drei Kirchengemeinden erprobt, sei ja „heftig gestritten“ worden, so Bosse-Huber. Nun besteht diese Form der Leitung einer Kirchengemeinde mit einem multiprofessionellen Team als dauerhafte Möglichkeit für alle Gemeinden. Der „reiche Schatz von Menschen“ in der EKiR komme so zur Geltung.

 

Noch weiter Sparen: Vizepräsident Drägert. Noch weiter Sparen: Vizepräsident Drägert.

Vizepräsident Christian Drägert betonte noch einmal, dass die bisherigen Umstrukturierungen und Sparbeschlüsse „in den nächsten Jahren weitergehen“ müssten. Die EKiR müsse eine Prioritätendiskussion führen. „Wir müssen mit unseren Ressourcen anders umgehen, das liegt klar auf der Hand.“ Nach der Ablehnung des Superintendentenamtes im Hauptamt müsse für diese Führungspersönlichkeiten nun „dringend Entlastung“ geschaffen werden. (>anhören)

Sparen war auch noch mal ein Stichwort für den Präses. Der Umbau des Sozialsystems müsse den Leitbildern von Solidarität und Gerechtigkeit genügen. Das mahne die Kirche an. Zum Beispiel bei der Gesundheit: „Die Kranken sind die einzigen, die jetzt mehr zahlen müssen. Das ist ein Punkt, der einem schon Kopfschmerzen bereiten kann“, kritisierte Präses Schneider. Für chronisch Kranke sei das eine Gefahr. Diese Entscheidung müsse die Politik korrigieren.

 

16.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 16. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 1. September 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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