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Landessynode 2007

Ins Boot steigen und übers Wasser aufbrechen

Für einen Mentalitätswandel, der wie ein Leuchtfeuer den Weg zu einer neuen Zukunft der Kirche weist, hat sich Oberkirchenrat Harald Bewersdorff ausgesprochen: in der Predigt im Eröffnungsgottesdienst der 57. ordentlichen Landessynode in Bad Neuenahr.

Für einen Mentalitätswandel: Oberkirchenrat Harald Bewersdorff predigte im Eröffnungsgottesdienst zur Landessynode 2007. LupeFür einen Mentalitätswandel: Oberkirchenrat Harald Bewersdorff predigte im Eröffnungsgottesdienst zur Landessynode 2007.

Mentalitätswandel - der Klang gehe leicht über die Lippen, so Bewersdorff. Aber: "Der Sinn wiegt schwer." Würde es nämlich wirklich einen Mentalitätswandel geben, dann würde ein anderer Geist wehen: Kinder würden nicht mehr hungern. Bildungsgerechtigkeit würde endlich finanziert, so der Leiter der Abteilung Erziehung und Bildung im Düsseldorfer Landeskirchenamt in seiner Predigt über die Geschichte der Sturmstillung, Markus 4, 35-41. Und Eltern, die Hartz IV beziehen, müssten davon nicht auch noch die Schulbücher bezahlen.

 

 

Die Landessynode als Gemeinde: Eröffnungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr. LupeDie Landessynode als Gemeinde: Eröffnungsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr.

Dann wäre das Kyoto-Protokoll unterschrieben, die Menschen erhielten gerechten Lohn und die Waffen schwiegen, so Bewersdorff weiter. Weiter beklagte der Oberkirchenrat, der am 4. März in den Ruhestand verabschiedet werden wird, dass "Zutrauen in Entscheidungen und Fähigkeiten herb enttäuscht worden ist". Schließlich sei die Kirche "zutiefst von öffentlichen Entwicklungen abhängig geworden", könne oft nur noch reagieren.

Bewersdorff: "Mentalitätswandel können wir nicht einfach machen." Aber er werde sich ereignen, wenn wir "das Vorläufige in unserem Glauben und Denken nicht zum Endgültigen machen" und das "Bewahren auf der Richterskala kirchlicher Umbrüche nicht höher steht als Entdecken".

Er wünsche sich eine Kirche, die den Mut hat, zu Jesus ins Boot zu steigen und mit ihm übers Wasser aufzubrechen; eine Kirche, die "nicht über Jesus redet, sondern ihn reden lässt". Und er wünsche sich eine Kirche, "die die Sorge um sich selbst bei Jesus aufgehoben weiß und die sich darum um andere sorgen kann".

Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten das Bläserensemble des Martin-Butzer-Gymnasiusm Dierdorf sowie Chor und Orchester des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Hilden. Die Orgel spielte Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek.

Die Kollekte in Höhe von gut zweitausend Euro fließt in die Menschenrechtsaktion „Es ströme aber das Recht wie Wasser“ (Amos 5,24) der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zur Unterstützung der philippinischen Menschenrechtsorganisation „Contak Philippines“.

 

 

Letzte Aufbauarbeiten: Die Kirchenfahne wird am Kopf des Sitzungssaals der Landessynode aufgehängt. LupeLetzte Aufbauarbeiten: Die Kirchenfahne wird am Kopf des Sitzungssaals der Landessynode aufgehängt.

Mit dem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche hat die 57. ordentliche Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) begonnen.

Am Abend wird das Plenum im Tagungshotel, dem Hotel Mercure, zur ersten Plenarsitzung zusammen treten. Am Montag morgen dann folgen Grußworte von Vertretern aus der Politik. Danach wird Präses Nikolaus Schneider den Präsesbericht erstatten. 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 7. Januar 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Sonntag, 7. Januar 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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