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Landessynode 2007

"Keine Zentralisierung, aber bessere Steuerung"

Wird das Verhältnis von Gemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirche neu austariert? Werden Pfarrstellen künftig zur Hälfte von der Kirchenleitung besetzt? Fragen, die auf der Landessynode 2007 beantwortet werden. Sie beginnt am Sonntag in Bad Neuenahr.

Die Landessynode entscheidet - in diesem Jahr unter anderem über das Arbeits- und Dienstrecht sowie die presbyterial-synodale Ordnung. Die Landessynode entscheidet - in diesem Jahr unter anderem über das Arbeits- und Dienstrecht sowie die presbyterial-synodale Ordnung.

Schließlich stehen die Ausgestaltung der Grundstruktur der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die presbyterial-synodale Ordnung, sowie die Grundregeln für das Dienst- und Arbeitsrecht auf der diesjährigen Tagesordnung. Das Hauptthema der Landessynode 2007 lautet Familie.

Weitere Punkte: der landeskirchliche Haushalt 2007, eine Vorlage zum Thema Abendmahl und Kirchenzucht sowie Wahlen. Oberkirchenrat Harald Bewersdorff, verantwortlich für Erziehung und Bildung, geht in den Ruhestand. Außerdem wird eine Nachfolgerin bzw. ein Nachfolger für den Wuppertaler Superintendenten Manfred Rekowski gewählt.

 

Gesicherte Perspektive: Präses Nikolaus Schneider. LupeGesicherte Perspektive: Präses Nikolaus Schneider.

Pfarrpersonalplanung soll verbessert werden

Stimmt die Synode zu, dann wird die Kirchenleitung ab kommendem Monat jede zweite Pfarrstelle besetzen. Das sieht, befristet für die Dauer von fünf Jahren, die Vorlage der Kirchenleitung an die Landessynode zu Dienst- und Arbeitsrecht vor. Um den Wartestand abzubauen, werden Pfarrerinnen und Pfarrer im Wartestand in ein zentrales Auswahlverfahren und dann auf neue, so genannte Pfarrstellen mit besonderem Auftrag (mbA) geschickt.

Außerdem regelt die Vorlage, über die die Landessynode 2007 zu entscheiden hat, den Zugang zum Pfarrdienst neu. Der theologische Nachwuchs soll demnach ab 1.1.2008 (neben den zwei Examina) ein zentrales Bewerbungsverfahren durchlaufen. Wer erfolgreich ist, wird auf die besagten mbA-Stellen berufen und damit in den Personalpool der EKiR aufgenommen.

Schließlich sieht die Vorlage eine Planungskonferenz für den pfarramtlichen Dienst vor. Diese Aufgabe fällt der Superintendentenkonferenz zu. Auf der Grundlage der Personalplanungen der Gemeinden und Kirchenkreise soll sie über den Personalbedarf entscheiden. Bislang hatte die Kirchenleitung maximal jede dritte Pfarrstelle besetzt. Personalplanung sei "im Grunde unmöglich" gewesen, so Präses Nikolaus Schneider bei einem Pressegespräch im Vorfeld der Synode.

Die vorgeschlagenen Schritte würden zu einem "zügigen Abbau" des Wartestands beitragen, so der Präses. Im Blick auf den theologischen Nachwuchs betonte der Präses: "Wir wollen nicht eine ganze Generation verlieren." Er setze sich dafür ein, dass die jungen Leute eine "gesicherte Perspektive" bekommen. Sein weiteres Argument: "Der Altersaufbau der Pfarrerschaft muss stimmen."

Die synodale Ebene soll gestärkt werden

Die Vorlage der Kirchenleitung zum Thema presbyterial-synodale Ordnung sieht Änderungen der Kirchenordnung im Sinne der Stärkung der Kirchenkreisebene gegenüber den Gemeinden vor. Außerdem sollen die Aufgaben der Landeskirche gegenüber den Kirchenkreisen neu festgelegt und die verstärkte Zusammenarbeit von Kirchengemeinden untereinander vorgeschrieben werden. Die Änderungen der Kirchenordnung sollen der Vorlage zufolge im Januar 2008 erfolgen.

Sollte die Landessynode die Vorlage beschließen, würde das Verhältnis von presbyterialer, sprich gemeindlicher Ebene und von synodaler Ebene, also der kreis- und landeskirchlichen Ebene, in der EKiR neu geordnet. Das Priestertum aller Glaubenden, die Nähe zum Gottesdienst als Basis für die Stärke der Gemeinde soll dabei bestehen bleiben.

Es sei "keine Zentralisierung" beabsichtigt, so der Präses. Ziel sei es vielmehr, die Möglichkeiten zur Steuerung in kritischen Fällen zu verbessern.

 

 

Familien sollen in Kirche und Gesellschaft stärker gefördert werden - das ist das Hauptthema der Landessynode 2007. Familien sollen in Kirche und Gesellschaft stärker gefördert werden - das ist das Hauptthema der Landessynode 2007.

Familien besser fördern

"Familiengerechtigkeit" lautet der Titel eines Positionspapiers, das der Synode vorliegt. Familienbezogene Arbeit sei ein wichtiger individueller und gesellschaftlicher Beitrag, heißt es in dem Papier. Beruflicher Wiedereinstieg nach einer Familienphase müsse leichter werden, heißt eine der Forderungen in der Beschlussvorlage der Kirchenleitung. Außerdem müssten die Arbeitszeiten flexibler werden, sowohl im Öffentlichen Dienst als auch in der Wirtschaft.

Nötig seien ein familiengerechtes Steuersystem sowie ein angemessener Rentenanspruch für eine Familienphase. Außerdem enthält die Beschlussvorlage Selbstverpflichtungen der Kirche, darunter die Zusage, Beschäftigungsformen zu entwickeln, bei denen familiäre Arbeit vorübergehend hinter Erwerbsarbeit zurücktreten kann.

Die zehn Überschriften im Positionspapier geben die Stoßrichtung an, sagte Präses Nikolaus Schneider im Vorfeld der Synode: Leben mit Kindern, familiengerechter Lebenslauf, Balance von Beruf und Familie, Generationengerechtigkeit, finanzielle Sicherheit und Gerechtigkeit für Familien, Befähigungs- und Bildungsgerechtigkeit, mehr Familienzeit, Medien, gleichberechtigte Lebensentwürfe sowie Stärkung der Erziehungskompetenz.

 

 

neu / 04.01.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 3. Januar 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Samstag, 6. Januar 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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