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Landessynode 2007

Abendmahl: Eingeladen sind alle Getauften

Trotz Kritik hält die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) grundsätzlich an ihrer Position zum Thema Abendmahl und Kirchenzucht fest. Allerdings wird sie einige Feststellungen überarbeiten. "Eingeladen sind alle" - das soll korrigiert werden.

Diese Überschrift des Beschlusses 34 der Landessynode 2004 soll künftig heißen: "Eingeladen sind alle Getauften". Bekräftigt hat die Landessynode 2007, dass Kirchenzucht notwendig bleibt. Ein Ausschluss vom Abendmahl sei aber kein zulässiges Mittel der Kirchenzucht. Stattdessen solle geprüft werden, ob Kirchenzucht beispielsweise über Mitgliedschaftsrechte ausgeübt werden kann.

 

 

Letzte Plenarsitzung der Landessynode 2007 LupeLetzte Plenarsitzung der Landessynode 2007

Die Landessynode 2004 war im Beschluss 34 zu dem Ergebnis gekommen: Die Taufe vorausgesetzt, darf niemand vom Abendmahl ausgeschlossen werden, da nicht die Kirche, sondern Christus selbst der Gastgeber und Herr des Tisches ist. Seine Einladung ist offen und bedingungslos, weil es beim Abendmahl um Vergebung geht. Wird die Stelle des unsichtbaren auferstandenen Gastgebers durch Menschen vertreten, so handelt es sich nicht um Instanzen, Ämter oder Priester, die das Heilige verwalten, sondern um Gäste, die den eigentlichen Gastgeber vertreten – und diese können andere Gäste nicht vom Mahl des Herrn ausschließen. Also kann der Ausschluss vom Abendmahl auch kein Mittel der Kirchenzucht sein.

Konstruktive Lehrgespräche

Nach dem Abendmahls-Beschluss von 2004 gab es umfangreiche Lehrgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aller Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und anderen Kirchenbünden sowie mit anderen Kirchen der Ökumene. Außerdem gab es Rückmeldungen aus den Gemeinden und Kirchenkreisen, von der Theologischen Kammer der EKD und Einzelpersonen. Der Landessynode 2008 soll nun unter Einbeziehung dieser Voten eine Antwort auf die Ausgangsfrage vorgelegt werden: Darf ein Gemeindeglied vom Abendmahl ausgeschlossen werden? Und falls ja: aus welchen Gründen?

Kirchenzucht bezeichnet der Beschlussvorlage zufolge ein geordnetes Verfahren, in dem die Gemeinde auf Mitglieder reagiert, die ethische oder theologische Normen der Gemeinde verletzt haben. Das Verfahren orientiere sich an dem Ziel, ein Gemeindemitglied, das schuldig geworden ist, nicht abzuschreiben. Am Anfang gehe es um „das gewinnende seelsorgliche Gespräch“. Als spürbare Sanktion spiele in der Praxis wohl nur die Verweigerung von Amtshandlungen eine Rolle.

Grundlagen der Kirchenzucht sollen überprüft werden

Bei der Ausarbeitung der Vorlage für die Landessynode 2008 sei zu berücksichtigen, dass weitere Rechtsregelungen zur Kirchenzucht überprüft und gegebenenfalls Änderungen der bisherigen Praxis vorbereitet werden. Außerdem wird die Kirchenleitung beauftragt, eine vorliegende Stellungnahme mit dem Titel „Verantwortlich zum Abendmahl einladen“ als Praxishilfe in den Gemeinden, Kirchenkreisen und kirchlichen Einrichtungen zu verbreiten.

Die Stellungnahme empfiehlt: „Unmittelbar vor der Abendmahlsfeier oder in ihrem Verlauf wird nicht kontrolliert, wer getauft und Kirchenmitglied ist und wer nicht. Jede und jeder muss und darf selbst entscheiden, ob sie oder er an den Tisch des Herrn kommt. Deshalb kommt der Abendmahlsverkündigung der Einladung zum Abendmahl und der Gestaltung und dem Verhalten bei der Mahlfeier eine besondere Bedeutung zu.“

 

 

 

es /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 12. Januar 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 12. Januar 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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