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Landessynode 2007

Familie: einander gerecht werden

Die Landessynode verabschiedete das Familien-Positionspapier - nach langer Vorbereitung und Debatte. Präses Schneider betonte die Komplexität des Themes: "Es ist dem Thema angemessen, dass wir uns diese Zeit genommen haben."

Lupe

An zwei Punkten wurde die Komplexität besonders deutlich: In Blick auf die Frage nach der Ehe und ihrer Bedeutung für Familie und in Blick auf die Frage nach dem Familienbegriff überhaupt. Kritisch angemerkt wurde im Vorfeld immer wieder, dass die Ehe in den Überlegungen einen zu geringen Stellenwert erhalte - andererseits wurde die Sorge geäußert, den Familienbegriff nicht zu eng zu führen.

Das Schlüsselwort "Familiengerechtigkeit"

Familienpolitische Entscheidungen und Konzepte mit dem Schlüsselbegriff „Familiengerechtigkeit“ stehen im Mittelpunkt des gleichnamigen Positionspapier, das die Landessynode heute Mittag nach lebhafter Debatte mit einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen verabschiedete. Es gehe darum, sich am Diskurs über Familienwirklichkeiten zu beteiligen und solche Prozesse aus theologischer Sicht zu bedenken und zu beurteilen, heißt es in dem zwölfseitigen Papier. Dazu gehöre auch, kirchliches Handeln neu in den Blick zu nehmen.

Gerecht zu werden - dem Thema, dem Begriff, dem theologischen Hintergrund, das ist die Herausforderung. Für Oberkirchenrat Harald Bewersdorff liegt hier der entscheidende Ansatzpunkt: "Es geht darum, in menschlichen Beziehungen das zu tun, was den anderen gerecht wird." Die Frage sei also, was den einzelnen Mitgliedern in den Beziehungen der Familie gerecht wird, so Bewersdorff. Der Begriff der Familie - für Bewersdorff ist klar: "Hier geht es um ein Verständnis von Familie unter biblischer Herleitung als Generationenbeziehung."

Familien nachhaltig unterstützen

Die Landeskirche will dazu beitragen, dass Familie „ein erstrebenswertes Lebenskonzept“ bleibt und „Familie als Lebensraum und Raum des Segens“ erfahren werden kann. Und: Sie verpflichtet sich, in ihrem eigenen Verantwortungsbereich Familien nachhaltig zu unterstützen. Gesellschaft, Staat und Wirtschaft werden aufgefordert, ihrer sozialen Verantwortung für Familien gerecht zu werden.

Unter anderem beauftragt die Landessynode die Kirchenleitung, überprüfen zu lassen, welche zusätzlichen Maßnahmen in den evangelischen Tageseinrichtungen und Schulen dazu beitragen können und Modelle zu entwickeln, wie familienstützende Maßnahmen in der Evangelischen Kirche sinnvoll vernetzt werden können. Auch sollen Beschäftigungsformen geschaffen werden, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, die Erwerbsarbeit vorübergehend hinter die familiäre Arbeit zurücktreten zu lassen.

Die eigenen Kirchengesetze, Arbeitsabläufe und Vorschriften sollen zukünftig auf eine weiter reichende Familienfreundlichkeit hin überprüft werden, eine Neuregelung der Sonderzulagen eingeschlossen. Außerdem soll die Kirchenleitung gelungene Beispiele von Mehrgenerationenarbeit in Gemeinden und Kirchenkreisen sowie einen „Leitfaden“ zum wirksamen Kinder- und Jugend-Medienschutz veröffentlichen.

Zehn-Punkte-Katalog zur Familienförderung

Das Positionspapier beschreibt die Familie als Lebensraum und Raum des Segens und ihre biblisch-theologischen Perspektiven. Es schließt sich ein differenzierter Zehn-Punkte-Katalog mit Zielen der Familienförderung an, die in der Gesellschaft, aber selbstverpflichtend auch in der Kirche angestrebt werden sollen:

Für ein Leben mit Kindern
Für einen familiengerechten Lebenslauf
Für die Balance von Beruf und Familie
Für Generationengerechtigkeit
Für Sicherheit und Gerechtigkeit für Familien
Für Befähigungs- und Bildungsgerechtigkeit
Für mehr Familienzeit
Für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien
Für gleichberechtigte Lebensentwürfe
Für die Stärkung von Erziehungskompetenz

Zu dieser Selbstverpflichtung der Kirche zählt auch, dass sich das Landeskirchenamt der rheinischen Kirche in diesem Jahr um eine Zertifizierung als familienfreundlicher Betrieb bewirbt.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 12. Januar 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 24. Januar 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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