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Landessynode berät über Spar- und Strukturvorschläge

Präses Nikolaus Schneider: „Wesentlich ist nicht das Mengenwachstum“

Pressemitteilung Nr. 99/2006 - Achtung, Sperrfrist: Heute, Freitag, 9. Juni 2006, 14 Uhr!

Zu Beginn der außerordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die heute und morgen in Bad Neuenahr tagt, erinnerte Präses Nikolaus Schneider an die Botschaft des kürzlich gefeierten Pfingstfestes: „Wesentlich für unser Kirchesein ist nicht das Mengenwachstum, sondern das Wachsen auf den hin, der das Haupt ist, Christus“, sagte der oberste Repräsentant von rund 2,95 Millionen Kirchenmitgliedern zwischen Emmerich und Saarbrücken angesichts der Spar- und Strukturvorschläge, über die die Synode beraten und beschließen wird. Daraus ergebe sich die Frage, „welche Organisationsformen vorhanden sein müssen, damit das Handeln des Hauptes der Kirche durch den Heiligen Geist nicht verhindert oder möglichst wenig behindert wird“.

Alle Entscheidungen, die die Synode treffe, müssen nach Ansicht des Präses an der Heiligen Schrift orientiert sein. In ihnen müsse das Prinzip, nach dem Kirche Gemeinde und verbindliche Gemeinschaft von Gemeinden ist, erkennbar bleiben.

Auch in Zukunft „Missionarische Volkskirche“ sein

Vizepräsident Christian Drägert, der den rund eineinhalbjährigen Strukturprozess gesteuert hat, unterstrich, dass die anstehenden Veränderungen theologische Relevanz haben: „In der Vorlage für die Landessynode 2005 wurde der Begriff ,Missionarisch Volkskirche sein‘ eingeführt. Dies sollte einen Prozess der Wandlung und Erneuerung andeuten, in dem sich die Kirche unter volkskirchlichen Bedingungen auf ihren Auftrag neu besinnt“, so Drägert. Vizepräses Petra Bosse-Huber habe es nach seiner Ansicht zutreffend beschrieben, wenn sie feststelle: „Missionarisch Volkskirche sein bringt etwas zusammen, das in unserer Kirche lange Zeit nur als Gegensatz gedacht werden konnte. Als Vision drückt diese Leitvorstellung aus, dass wir Volkskirche, Menschenorientierung und missionarische Auftragsbindung wieder zusammenbringen müssen“.  Dem könne er nur zustimmen. Vizepräsident Christian Drägert wörtlich: „Die finanziellen und konzeptionellen Herausforderungen eines notwendigen Umbaus der Volkskirche werden unter den Bedingungen der nächsten Jahre aufgegriffen werden müssen. Dabei wird die missionarische Aufgabe im weitesten Sinne sehr bedeutsam sein. Wie wollen wir denn sonst kirchliche Bindung von Distanzierten erreichen, bestehende Mitgliedschaften stabilisieren oder neue Mitglieder hinzugewinnen?“

Die Landessynode kommt heute und morgen in außerordentlicher Sitzung im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr zusammen, um über Umstrukturierungen und Einsparungen auf landeskirchlicher Ebene zu beraten und zu beschließen. Die Kirchenleitung hat den 240 Synodalen für die kommenden sechs Jahre Sparvorschläge in einem Volumen von knapp 14 Millionen Euro unterbreitet.

Die Einbringungsrede von Präses Nikolaus Schneider im Wortlaut

Die Einbringungsrede von Vizepräsident Christian Drägert im Wortlaut  

 

 

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 9. Juni 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 9. Juni 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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