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Kirche spart bis zum Jahr 2012 rund 13,9 Millionen Euro

Rheinische Landessynode beschließt ein millionenschweres Sparpaket

Pressemitteilung Nr. 103 / 2006

Die Evangelische Kirche im Rheinland wird auf landeskirchlicher Ebene in den kommenden sechs Jahren knapp 13,9 Millionen Euro einsparen. Dies beschloss die Landessynode der mit 2,95 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland am Ende ihrer zweitägigen außerordentlichen Tagung mit großer Mehrheit in Bad Neuenahr. Damit folgten die 236 Synodalen bis auf kleine Veränderungen den Spar- und Strukturvorschlägen, die die Kirchenleitung dem obersten Leitungsgremium vorgelegt hatte.

Ein Drittel weniger Mitglieder bis 2030

Die Beschlüsse seien ein „Anpfiff“, machte die Vorsitzende des Strukturausschusses, Christiane Köckler-Beuser, in ihrer Einbringungsrede am Morgen in der Plenarsitzung deutlich: Der durch zurückgehende Mitgliederzahlen und sinkende Kirchensteuereinnahmen notwendige Veränderungsprozess müsse kontinuierlich weitergehen. Die rheinische Kirche erwartet aufgrund der demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2030 einen Rückgang der Mitgliederzahl um rund ein Drittel. Damit ist eine Halbierung der Finanzkraft verbunden.

Der Strukturausschuss hatte im Auftrag der Kirchenleitung rund ein Jahr lang Möglichkeiten des Umstrukturierens und Einsparens mit allen landeskirchlichen Abteilungen, Ämtern und Einrichtungen ausgelotet. Gerade diese intensive Beteiligung aller Betroffenen hat nach Ansicht von Präses Nikolaus Schneider zu breiter Zustimmung zu den Maßnahmen geführt. Gleichwohl bedeuteten die Beschlüsse der Synode „viele schmerzliche Einschnitte, auch für einzelne Menschen“, so Köckler-Beuser.
Das ursprüngliche Sparziel wurde übertroffen
Das für die Jahre 2006 bis 2012 beschlossene Sparpaket entspricht rund 27 Prozent des Kirchensteueranteils (= 51,3 Millionen Euro) am landeskirchlichen Haushalt. In der Evangelischen Kirche im Rheinland liegt die Kirchensteuerhoheit bei den Kirchengemeinden. Das Aufkommen in den 809 Gemeinden, die ihre Spar- und Strukturmaßnahmen vor Ort selbst verantworten, beträgt derzeit rund 500 Millionen Euro. Mit einer gesetzlich festgelegten Umlage von 10,25 Prozent finanzieren die Gemeinden die Arbeit der landeskirchlichen Ebene, die zum Beispiel für die Ausbildung der Theologinnen und Theologen sorgt. Der Haushaltsplan der Landeskirche umfasst im Jahr 2006 insgesamt 86,4 Millionen Euro. „Wir übertreffen unser ursprüngliches Sparziel von 20 Prozent damit deutlich und verschaffen uns ein bisschen mehr Luft für die Zukunft“, kommentierte Vizepräsident Christian Drägert. Der leitende Jurist hat den Strukturreformprozess maßgeblich gesteuert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

· Trotz des Sparzwangs werden alle zehn Schulen und drei Internate in landeskirchlicher Trägerschaft erhalten bleiben. Um eine Schließung einzelner Schul- bzw. Internatsstandorte vermeiden zu können, werden rund vier Millionen Euro durch die Zentralisierung der Schulverwaltung und durch die Gründung eines Schulwerks eingespart werden. Um aber den Unterhalt und Betrieb der Schulen dauerhaft zu sichern, werden die Eltern künftig um einen freiwilligen Förderbeitrag gebeten.

· Bis zum Jahr 2012 sollen nach dem Beschluss der Synode im Düsseldorfer Landeskirchenamt etwa 39 Vollzeit-Stellen wegfallen. Dies entlastet den Etat um rund 2,3 Millionen Euro. Welche Stellen konkret wegfallen werden, ist unter anderem davon abhängig, welche Aufgaben die Landeskirche für die derzeit 809 Gemeinden und 44 Kirchenkreise in Zukunft noch wahrnehmen soll. Diese Diskussion wird u.a. die reguläre Landessynode im Januar 2007 beschäftigen.

· Knapp eine Million Euro wird die bereits beschlossene Fusion der Kirchlichen Hochschulen Wuppertal und Bethel zum 1. Januar kommenden Jahres an Einsparung erbringen.

· Der Betrag, den die Landeskirche jährlich in den seit rund 30 Jahren bestehenden Arbeitslosenfonds einzahlt, wird um 20 Prozent gekürzt; das entspricht mehr als 610.000 Euro. Bei allen früheren Sparbeschlüssen war der Fonds stets unangetastet geblieben. In Zukunft fließen jährlich noch immer
2,45 Millionen Euro in diese Arbeit.

· Zu rund einer halben Million Euro Minderausgaben sollen Veränderungen im Bereich der Studierendengemeinden  (ESG) führen. Da eine flächendeckende landeskirchliche Präsenz nicht mehr möglich ist, sollen sich die Studierendengemeinden künftig auf eine exemplarische Arbeit an den Hochschulen konzentrieren. 

· Veränderungen gibt es auch beim Amt für Sozialethik. Dessen Arbeitsgebiet bleibt im Landeskirchenamt. Gleichzeitig aber soll die Verzahnung mit der Arbeit der Evangelischen Akademie im Rheinland mit Sitz in Bonn verbessert werden. Zudem wird ein sozialethischer Lehrauftrag an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal angestrebt. Diese Neustrukturierung schlägt mit knapp 330.000 Euro Einsparungen zu Buche.

 

Einladung zur Abschlusspressekonferenz


Die A B S C H L U S S – P R E S S E K O N F E R E N Z
zur außerordentlichen Landessynode 2006

findet – unter Berücksichtigung des ungewöhnlichen Termins der Synode zu Ihrer Arbeitserleichterung –

am morgigen, Sonntag, 11. Juni 2006, um 13 Uhr
im Film Funk Fernseh Zentrum (FFFZ) der Evangelischen Kirche im Rheinland, Kaiserswerther Straße 450, 40474 Düsseldorf (!),

statt.

Dort werden Ihnen Präses Nikolaus Schneider, Vizepräses Petra Bosse-Huber und Vizepräsident Christian Drägert bei einem Imbiss die Beschlüsse und deren Konsequenzen ausführlich erläutern und Ihnen Rede und Antwort stehen.

 

 

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 10.06.2006

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 10. Juni 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Samstag, 10. Juni 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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