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Rheinische Kirche fordert:

Bundesregierung soll sich für Völkermord an Herero entschuldigen

Die Bundesregierung soll sich im Namen Deutschlands für den Völkermord an den Herero im heutigen Namibia entschuldigen. Dies fordert die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland. In einer heute nachmittag verabschiedeten Erklärung heißt es, Deutschland müsse sich endlich der Verantwortung für die Vernichtung der aufständischen Herero, Damara und Nama in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika des einstigen Deutschen Reiches stellen. Deutsche Truppen hatten den am 12. Januar 1904 begonnenen Aufstand der Stämme gegen die Kolonialmacht blutig niedergeschlagen. In der Zeit bis 1908 töteten sie dabei rund 90.000 Menschen.

In den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts waren auch rheinische Missionare verwickelt. Deren Rheinische Missions-Gesellschaft (heute Vereinte Evangelische Mission (VEM)) hatte den Kolonialbehörden unter anderem geholfen, versprengte Herero zu sammeln. Diese waren dann in Konzentrationslagern interniert worden.

Es sei nicht damit getan, dass Deutschland dem heutigen Namibia mehr Entwicklungshilfe in Aussicht stelle, eine formale Entschuldigung aber aus Angst vor Entschädigungsforderungen ablehne, so Oberkirchenrat Wilfried Neusel. Der Leiter der Ökumene-Abteilung der rheinischen Kirche nannte es einen "unglaublichen Zynismus und Rassismus", dass die Bundesregierung daher nur ihr "Bedauern" äußere.

 

 

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 15.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 15. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 15. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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