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Aus der kirchlichen Jahresstatistik 2002/2003:

Mehr Eintritte, weniger Austritte, jede Menge Ehrenamtliche und Kirchenbesuche

Der Statistische Dienst im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland legt die neuesten Zahlen zum kirchlichen Leben in den Gemeinden 2002 vor. Die aktuellen Daten aus der Statistik des Pfarrdienstes gelten für das Jahr 2003 .

Gemeindemitgliederzahl

Zur rheinischen Kirche gehören rund drei Millionen Gemeindemitglieder. Davon leben mit fast 2,3 Millionen 78 Prozent im Landesteil Nordrhein-Westfalen. Im Kirchengebiet zwischen Emmerich und Saarbrücken entspricht das einem Bevölkerungsanteil von 24,4 Prozent. Der Anteil der Katholiken beträgt mit sechs Millionen 49 Prozent der Bevölkerung in diesem Gebiet.

Aufnahmen/Kircheneintritte

Im vergangenen Jahre wurden insgesamt 6.563 Personen in die evangelische Kirche aufgenommen. Das ist seit 1990 eine Zunahme um 19 Prozent. Die Gesamtzahl der Aufnahmen ist vor allem durch die Zunahme der Wiederaufnahmen früher Ausgetretener auf 2.551 bzw. 39 Prozent der Gesamtzahl gestiegen. Aus der katholischen Kirche traten 1.630 Personen über. Durch Taufe wurden 2.038 Jugendliche bzw. Erwachsene aufgenommen, die zuvor keiner anderen Kirche angehörten.

Kirchenaustritte

Die Kirchenaustritte sind seit 1998 (20.224) leicht angestiegen. Nach einem Rückgang in 2001 lagen sie im Jahr 2002 mit 22.150 fast so hoch wie im Jahr 2000. In den Jahren 1985 bis 1990 traten durchschnittlich 18.200 Personen pro Jahr aus. Zu den Austritten zählen auch die Übertritte zur katholischen Kirche oder zu anderen Konfessionen. Bei den ausgetretenen Gemeindemitgliedern sind die Frauen mit 54 Prozent erstmalig in der Überzahl. Kirchenaustritte von Frauen haben im vergangenen Jahr mit +25 Prozent stärker als bei den Männern (+2,9 Prozent) zugenommen. Die Männer waren bisher in der Mehrzahl.

Mitgliedschaftsentwicklung

Der Rückgang der Gemeindemitgliederzahlen ist nicht nur durch Kirchenaustritte bedingt, sondern in wesentlich größerem Ausmaß durch die allgemeine Bevölkerungsentwicklung. Der Rückgang wird in erster Linie durch die größere Zahl der Verstorbenen gegenüber den Getauften verursacht und durch die Zahl der Eintritte/Aufnahmen gegenüber den Austritten abgeschwächt. Konkret: Es sind rund 19.000 Gemeindemitglieder mehr gestorben als durch Kindertaufen hinzu kamen. Diese Zahl vermindert sich durch Eintritte/Aufnahmen auf rund 16.000.

Taufen

Im vergangenen Jahr wurden in den Kirchengemeinden 23.286 Kinder (unter 14 Jahren) und 2.038 Erwachsene getauft. Das waren 3,4 Prozent weniger als in 2001. Die Zahlen sind seit 1992 nicht mehr gestiegen. Der Rückgang der Taufen folgt den sich vermindernden Geburtenzahlen. Von den getauften Kindern stammen 9.044 (38 Prozent) aus evangelischen und 8.343 (35 Prozent) aus evangelisch/ katholischen Elternhäusern.

Konfirmationen

Im Jahr 2002 wurden 29.664 Jungen und Mädchen konfirmiert bzw. im Konfirmationsgottesdienst getauft. Diese Zahl entspricht etwa der Zahl der Taufen von Kindern im Jahr 1988 (30.500). Auch hier ist generell eine parallele Entwicklung zu beobachten.

Trauungen

Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr stieg die Zahl der kirchlichen Trauung in der rheinischen Kirche wieder (+2,2 Prozent). In einer evangelischen Kirche wurden im vergangenen Jahr 6.284 Paare getraut (2001: 6.147 Paare). Mit 2.737 getrauten Paaren (43,6 Prozent) gehörten die meisten zur evangelischen Kirche, aber bei fast ebenso vielen Paaren gehörte ein Ehepartner oder eine Ehepartnerin zur katholischen Kirche (2.484 Paare bzw. 39,5 Prozent).

Bestattungen

Insgesamt 38.200 Verstorbene wurden kirchlich bestattet, darunter 36.619 Evange-lische. Das entspricht 1,2 Prozent der Gemeindemitglieder.

Gottesdienste

Der Besuch der Gemeinde- und Kindergottesdienste bleibt weiter stabil. Die sonntäglichen Gemeindegottesdienste wurden je Sonntag von 83.300 bzw.
2,8 Prozent (am 17.02.2002) und am 1. Advent von 124.000 bzw. 4,1 Prozent aller Gemeindemitglieder besucht – bei wechselnder Zusammensetzung der Gottesdienstbesucherinnen und –besucher. Die Zahl der Gemeindemitglieder, die regelmäßig oder gelegentlich Gottesdienste besuchen, ist somit erheblich höher. Aus den Zählungen der Kirchengemeinden geht weiter hervor, dass an kirchlichen Feiertagen das Interesse am Kirchenbesuch besonders hoch ist. Am Heiligen Abend besuchten 776.400 Gemeindemitglieder (26 Prozent) die Familiengottesdienste, Christvespern und Metten. Der Kirchgang ist für viele Menschen traditionell fester Bestandteil des Heiligen Abends. Im Jahre 1975 wurde ein geringerer Besuch (630.000 bzw. 17 Prozent) gezählt als heutzutage.

Der Besuch der Kindergottesdienste ist mit 21.100 Kindern bzw. acht Prozent - auf die Zahl der Kinder entsprechenden Alters bezogen - erheblich besser als der Besuch der Gottesdienste für "Erwachsene". Von den rheinischen Kirchengemeinden wurden außerdem 1.215 Kinderkirchentage, Kinderbibeltage oder -wochen gemeldet, die von 56.200 Teilnehmern insgesamt besucht wurden.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das gemeindliche Leben wäre nicht denkbar ohne ehrenamtliche Tätigkeit zahlreicher Gemeindemitglieder. Im Jahr 2002 waren - wie im Vorjahr 2002 - 111.000 bzw. 3,7 Prozent unentgeltlich tätig. Dieses sind mehr als die haupt- und nebenamtlich Beschäftigten in der Evangelischen Kirche und ihren diakonischen Einrichtungen (79.727). Fast 73 Prozent der ehrenamtlich Tätigen sind Frauen. Wichtige Bereiche dieser Tätigkeit sind die Arbeit im Presbyterium als Leitungsorgan der Kirchengemeinden (9.800), im Besuchsdienst sowie im Kindergottesdienst, in der Leitung von Gemeindekreisen, in der Jugend- oder Seniorenbetreuung.

Statistik der Pfarrdienste (2003)

In der Evangelischen Kirche im Rheinland gibt es zurzeit insgesamt 2.005 Pfarrstellen, von denen 1.875 besetzt sind (Stand: 1.10.2003). Davon werden
109 "geteilte" Pfarrstellen (5,4 Prozent) jeweils von zwei Pfarrern bzw. Pfarrerinnen, darunter 75 Pfarrer-Ehepaaren, je zur Hälfte gemeinsam versorgt. Gegenwärtig versehen insgesamt 2.424 Theologen und Theologinnen ihren Dienst in der rheinischen Landeskirche (incl. Teildienst). Von ihnen sind 30 Prozent Frauen.

Der Anteil der Frauen verschiebt sich kontinuierlich zu ihren Gunsten. Im Januar 1994 lag er erst bei 20,7 Prozent (am 1.1.89 bei 14 Prozent). Weitere Steigerungen des Frauenanteils im Pfarramt sind zu erwarten: Zur Zeit sind im Probedienst 47 Prozent, im Vikariat 60 Prozent und unter den Studierenden der Theologie 50 Prozent Frauen festzustellen. Unter den jüngeren Jahrgängen der Pfarrer und Pfarrerinnen im Pfarramt bzw. in der Ausbildung ist diese seit längerem zu beobachtende Entwicklung ebenfalls erkennbar: Der Frauenanteil der 40-jährigen liegt bei 36 Prozent, der 35-jährigen bei 45 Prozent und der 30-jährigen bei
67 Prozent. Die Gemeindepfarrämter sind zu 23,5 Prozent mit Frauen besetzt (einschließlich in geteilten Stellen). Insgesamt 206 Pfarrerinnen sind im Teildienst beschäftigt (40 Prozent der Pfarrerinnen), während es bei den Männern 170 (12 Prozent der Pfarrer) sind.

Die Zahl der Theologiestudierenden ist im Jahr 2003 weiter zurückgegangen. Am 1. Oktober 2003 waren 241 Studentinnen und Studenten in der Liste der Rheinischen Theologiestudierenden gemeldet. Dies waren 13,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (278) und nur noch ein Sechstel des Höchststandes von 1986 mit
1.680 Studierenden.

 

Zahlenspiegel und die neuesten Statistikhefte liegen vor der Pressestelle der Landessynode aus. Sie sind auch beim Statistischen Dienst/Landeskirchenamt erhältlich, Telefon: 0211/4562-663, bzw. im Internet unter www.ekir.de/statistik abrufbar

 

 

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 15.01.2004

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 15. Januar 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 15. Januar 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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