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Landessynode 2009

Beschluss 98: Orientierungen für die aktuelle Bildungsdiskussion

Hinweis: Rechtlich verbindlich ist die im Protokollbuch ausgefertigte Version der Beschlüsse.

Orientierungen der Evangelischen Kirche im Rheinland für die aktuelle Bildungsdiskussion 

Die „Orientierungen der Evangelischen Kirche im Rheinland für die aktuelle Bildungsdiskussion“ werden zustimmend zur Kenntnis genommen.
(Einstimmig)


Die Orientierungen haben folgenden Wortlaut:
Orientierungen der Evangelischen Kirche im Rheinland für die aktuelle Bildungsdiskussion
Bildung ist für die evangelische Kirche nicht erst in der Wissens- und Lerngesellschaft der Gegenwart ein zentrales Thema; sie ist es seit der Reformationszeit. Dabei fragt das Bildungsverständnis, das sich aus dem reformatorischen Geist ableitet, immer nach den Maßstäben, an denen Bildung in ihrer humanen Qualität zu messen ist. So misst die Evangelische Kirche im Rheinland die bildungspolitischen Entscheidungen und die Leistungen von Bildungseinrichtungen – auch ihre eigenen Entscheidungen und die Leistungen ihrer eigenen Einrichtungen – daran, wie sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene entsprechend ihrer jeweiligen Gaben fördern und wie sie ihnen als eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeiten ein Höchstmaß an Bildungsgerechtigkeit ermöglichen.
Die evangelische Kirche hat sich in jüngerer Zeit mehrfach grundsätzlich zu Bildungsfragen geäußert, sei es in der EKD-Denkschrift „Maße des Menschlichen“ (2003) oder in der EKD-Handreichung „Schulen in evangelischer Trägerschaft“ (2008), sei es im Rahmen rheinischer Synodal­beschlüsse und Veröffentlichungen: so zum Evangelischen Religionsunter­richt und zu Bildungspartnerschaften (2003), zu Evangelischen Tagesein­richtungen für Kinder (2005) und zum Thema Familiengerechtigkeit (2007). Diese Äußerungen haben an Aktualität nichts eingebüßt.
Verschiedene Kreissynoden der Evangelischen Kirche im Rheinland haben aus aktuellen Anlässen die Diskussion über Bildungsfragen fortgeführt, zuletzt die Kreissynoden Gladbach-Neuss und  Duisburg.
Mit den folgenden Orientierungen bezieht die Evangelische Kirche im Rheinland Stellung zu besonderen Herausforderungen in der gegenwärtigen Bildungsdiskussion.
Bildung: Haltungen, Kompetenzen, Inhalte
Das reformatorische Grundprinzip „allein durch die Schrift“ eröffnete auch einen breiten Bildungszugang und gab damit den Anstoß für die neuzeitlichen Alphabetisierungs- und Bildungsanstrengungen. Die Vermittlung solcher Kernkompetenzen ist für die Entwicklung von Menschen von grundlegender Bedeutung, notwendig für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben.
Bildung ist allerdings nicht nur in diesem Sinne zweckorientiert, sondern meint den Zusammenhang von Wissen, Können, Wertebewusstsein und Haltungen. Dieses umfassende Bildungsverständnis verlangt neben formalen Kompetenzen Inhalte, die eine entsprechende Vielfalt von Weltzugängen ermöglichen und nicht in erster Linie von dem Ziel bestimmt sind, das kognitive Lernen durch die Vermittlung entsprechender Kompetenzen zu entwickeln. Dieser Vermittlung gegenüber ist die soziale, affektive, musisch-kreative und nicht zuletzt die religiöse Dimension in der Entscheidung über Bildungsinhalte zu behaupten. Auch in der Auswahl der Bildungsinhalte müssen die Erfordernisse einer sozialen, ethischen, religiösen, interkulturellen und ästhetischen Bildung Berücksichtigung finden, um dem unverzichtbaren Anspruch von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf die Auseinandersetzung mit lebensdienlichen Inhalten zu entsprechen. Es müssen Inhalte sein, die den Erwerb von Kompetenzen ermöglichen, die helfen, sich auf eine Welt zunehmender sozialer und kultureller Pluralität einzulassen. All das verlangt Kompetenzen, die überprüfbares Wissen und Können bein­halten, aber eben auch mehr als das.
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird sich auch in Zukunft einer an vermeintlich gesellschaftlich definierter Notwendigkeit und Zweckdefinition orientierten Verengung der Bildungsinhalte widersetzen. Sie tritt  daher für die Sicherung und Weiterentwicklung von Inhalten ein, die Bildung im Zusammenspiel von Wissen, Können, Wertebewusstsein und Haltungen ermöglichen.
Religiöse Bildung: Werte aus dem Glauben
Religion stellt eine unverzichtbare Dimension humaner Bildung dar.
Geschichte und Kultur in unserem Land, in Europa sowie im weltweiten Zusammenhang lassen sich ohne Vertrautheit mit dem Christentum, dem Judentum und dem Islam nicht angemessen verstehen. Im Angesicht der Globalisierung und der multikulturellen Lebenszusammenhänge gewinnt religiöse Bildung zunehmend an Bedeutung. Sie ist nötig für die eigene Identität, für die Urteilsbildung in religiösen Fragen, für Sinnfindung und Weltorientierung sowie für Toleranz und Verständigungsfähigkeit.
Auch wenn religiöse Bildung heute vielfach als eine Form der Werteerziehung angesehen wird, geht ihre Bedeutung doch weit darüber hinaus. Sie macht deutlich, dass Religion ein eigenständiger Bereich unseres Lebens ist. Mit dem Gottesbezug im Zentrum religiöser Bildung geht die Wahrheitsfrage allen Werten voraus, denn der Glaube beruht nicht auf Werten, sondern Werte folgen aus dem Glauben. Eine am Menschen orientierte Erziehungs- und Bildungsarbeit trägt dem Rechnung, indem sie religiöse Bildung als unverzichtbaren Bestandteil ihres Auftrages kenn­zeichnet und entsprechend umsetzt.
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird ihre Bemühungen verstärken, in Tageseinrichtungen für Kinder, in der Jugendarbeit, in Schulen sowie in der Erwachsenen- und Familienbildung  Menschen mit spezifischen Bildungs­angeboten in ihrem Lebenslauf zu begleiten. So wird sie sich beispielsweise über den Unterricht hinaus durch verschiedene Formen der Schulseelsorge in den eigenen und den staatlichen Schulen engagieren.
Religionsunterricht: Bildung in der Schule mit Bekenntnis und Authentizität
Evangelischer Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in der Schule ist eine zentrale Konkretion religiöser Bildung. In unserer Gesellschaft, die von einem religiösen und weltanschaulichen Pluralismus geprägt ist, ist er ein unverzichtbarer Faktor allgemeiner und individueller Bildung. Schülerinnen und Schüler haben ein Anrecht darauf, ihren eigenen religiösen Weg zu gehen, eigene und fremde religiöse Vorstellungen und Ausdrucksformen kompetent wahrzunehmen und Verständigung im Dialog mit anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen zu lernen. Ohne eine authentische Innensicht von Religion ist dies nicht möglich. Anders als jede Form von Religionskunde ermöglicht der konfessionelle Religionsunterricht die Begegnung mit dem christlichen Glauben evangelischer Prägung als einer gegenwärtigen Lebensform und einem konkreten Sinn- und Deutungs­angebot. Das Profil des Evangelischen Religionsunterrichtes orientiert sich an der Gestaltung des Verhältnisses zu Gott, zu der von Gott geschaffenen Welt, zum Mitmenschen und zu sich selbst.
Auch wenn in den Bundesländern, auf die sich das Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland erstreckt, der Religionsunterricht schon allein aus verfassungsrechtlichen Gründen im Grundsatz nicht gefährdet ist, wird die Evangelische Kirche im Rheinland mit Entschiedenheit jeder Tendenz, den Religionsunterricht faktisch zu marginalisieren oder gar zu reduzieren, entgegentreten.
Die Evangelische Kirche im Rheinland ist sich ihrer besonderen Ver­antwortung für die evangelischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer bewusst. Die in der Vokation zugesagte Unterstützung der Lehrkräfte in fachlicher und persönlicher Hinsicht setzt sie durch ein qualitätsorientiertes Netz von nachhaltigen Fortbildungs- und Beratungsangeboten um.
Bildungsgerechtigkeit: Bildung, die jeder und jedem einzelnen gerecht wird
Seit der Reformation ist Bildung nach evangelischem Verständnis immer auch Bildung für alle – kein Kind, kein Jugendlicher und kein Erwachsener soll als bildungsfern oder nicht mehr bildungsfähig verloren gehen. Gute Bildung ist mehr als Bildungsgerechtigkeit, aber ohne Bildungsgerechtigkeit gibt es keine gute Bildung für alle. Es gehört zu der von Gott geschenkten Würde eines jeden Menschen, dass er unter dem Zuspruch und Anspruch des Evangeliums Subjekt der eigenen Lebensgeschichte ist.
Die absehbaren Folgen der demografischen Entwicklung für die Aufrechterhaltung bestimmter Schulstandorte, die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien und die zunehmenden Probleme an Hauptschulen haben die Frage aufgeworfen, ob das Schulangebot auf Dauer leichter organisierbar und vor allem ob die enge Koppelung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft geringer wird, wenn die Trennung der Bildungswege später erfolgt.
Bildungsgerechtigkeit erfordert auch die Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter und die Beseitigung von Mehrfachbenachteiligungen (Geschlecht, Migrationshintergrund, Sozialstatus, mangelnde Sprachkompetenz).
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird ihre Beurteilung staatlicher Schulpolitik davon abhängig machen, wie es – diesem evangelischen Bildungsverständnis entsprechend - gelingt, jedem Kind, jeder und jedem Jugendlichen ein Höchstmaß an Bildung in der dafür notwendigen Zeit zu ermöglichen. Das ist nicht nur eine Frage struktureller Veränderungen. Ebenso wichtig sind Umorientierungen bei den pädagogischen Heran­gehensweisen und Prozessen. Sie begrüßt Entscheidungen für ein auch bei zurückgehenden Schülerzahlen noch darstellbares Schulangebot mit Durchlässigkeit zu allen Bildungsabschlüssen, sie begrüßt ebenso Angebote gemeinsamen Lernens bis zu einem Zeitpunkt höherer Prognosesicherheit bei der Zuweisung von Bildungswegen. An ideologisch aufgeheizten Strukturdebatten in den Bundesländern wird sie sich nicht beteiligen.
Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht in ihren eigenen Schulen die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler noch konsequenter in ihrem eingeschlagenen Bildungsweg zu unterstützen und begabungsgerecht zu fördern. Sie wird deshalb mit ihren Schulen nach Möglichkeiten ziel­gerichteter Förderung von  Kindern und Jugendlichen suchen.
Bildungsnot: Materielle und seelische Armut
Armut verhindert Bildung und verfestigt soziale Ausgrenzung. Zu viele Menschen sind wegen materieller Armut von bestimmten Bildungschancen ausgeschlossen. In Stadtteilen mit armen Familien muss in Tageseinrichtungen für Kinder, in Grundschulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oft zuerst der nackte Hunger gestillt werden. So ist z.B die Schulspeisung für Menschen mit prekärem Einkommen nicht immer bezahlbar, die Anschaffung von Lernmitteln oder die Beteiligung an Ausflügen reißt nicht selten riesige Löcher in die Haushaltskasse. Ein sozialer Aufstieg durch Bildung rückt in immer weitere Ferne, stattdessen wächst das Risiko sozialer Vererbung von Armut.
Besorgniserregend sind ebenso Tendenzen zunehmender seelischer Armut bei Kindern und Jugendlichen. Sie sind unabhängig von der materiellen Situation in den Familien und hängen unter anderem mit der Kommerziali­sierung der Freizeit und maßlosem Medienkonsum zusammen.
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird den Zusammenhang von Armut und Bildungsdefiziten, wo immer er sichtbar wird, zu einem öffentlichen Thema machen. Ihre Kirchengemeinden und Kirchenkreise nehmen in ihren außerschulischen Bildungsangeboten benachteiligte Kinder und Jugendliche besonders auf und fördern sie: Mittagstische, Kochkurse, Hausaufgabenhilfe, Lernpatenschaften und Elternkurse zur Medienkompetenz stärken Kinder, Jugendliche und ihre Familien.
Erfolg in der Bildungsarbeit:  Berufliche Perspektiven – auch in der Rezession
Der Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung ist für Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders schwierig. Selbst wer einen guten bis sehr guten Abschluss nachweisen kann, hat im dualen Ausbildungssystem keine sichere Chance. Der Verdrängungseffekt durch höher und besser qualifi­zierte Schulabgänger führt dazu, dass auch leistungsbereite junge Menschen ohne Berufsabschluss zurückbleiben und damit ohne die Aussicht, ihren Lebensunterhalt ausreichend durch den Ertrag ihrer eigenen Arbeitsleistung zu gewährleisten. Eine solche Aussichtslosigkeit, die bereits für Schülerinnen und Schüler spürbar ist, erschwert auch die Bildungsarbeit der Pädagoginnen und Pädagogen.
Wertschätzung und individuelle Förderung, Stärkung des familiären Umfelds sowie gezielte Lern- und Berufsberatung nützen nicht nur den jungen Menschen für ihre zukünftige Erwerbstätigkeit. Die gesellschaftliche Sprengkraft der Erwerbslosigkeit junger Menschen fordert gemeinsame Anstrengungen aller gesellschaftlichen Gruppen. Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht allein gelassen werden. Schule, die ausbildende Wirtschaft und die Politik sind gemeinsam gefordert. Die Verringerung des Fachkräfte­mangels und die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland brauchen die aktive Mitwirkung aller.
Die Evangelische Kirche im Rheinland und ihre Diakonie dürfen in ihrer Jugendsozialarbeit und Berufsförderung auch in wirtschaftlich schwieriger gewordener Zeit nicht nachlassen.
Bildung: Lebensbegleitung an unterschiedlichen Lernorten
In der schulischen Bildung engagiert sich die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihren Schulen und Internaten sowie im Evangelischen Religionsunterricht. Außerschulische Angebote in den Tageseinrichtungen für Kinder, in der Jugendarbeit, in der Erwachsenen- und Familienbildung gibt es in den Gemeinden und Kirchenkreisen nahezu flächendeckend. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stehen im Mittelpunkt, können aktiv gestalten und mitbestimmen, ihre eigenen Talente entdecken und einsetzen. Sie erleben eine „informelle“ Bildung, die sie in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement herausfordert und stärkt.
So begleitet beispielsweise die Konfirmandenarbeit der Kirchengemeinden junge Menschen in einer wichtigen Entwicklungsphase und fördert ihre Persönlichkeitsbildung. Insbesondere befähigt sie junge Menschen zu einer christlichen Sprachfähigkeit und ermutigt sie, ihre eigenen religiösen und spirituellen Bedürfnisse und Vorstellungen zu formulieren und einzubringen.
In der Evangelischen Kirche im Rheinland gibt es bereits Kooperationen schulischer und außerschulischer Bildung, z.B. bei Familienzentren und Offenen Ganztagsangeboten in der Trägerschaft von Kirchengemeinden und -kreisen, Diakonischen Werken und Vereinen. Die Evangelische Kirche im Rheinland wird zukünftig an ausgewählten Orten weitere Modelle der Zusammenarbeit fördern, auch Verknüpfungen von Konfirmandenarbeit und schulischer Arbeit.
Bildung mit Ganztagsschulen: Nur unter verantwortbaren Bedingungen
Ganztagsschulen können orientiert am Leitbild vom „Haus des Lebens und Lernens“ die Bildungsqualität verbessern, die Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen fördern und zur besseren Vereinbarung von Familie und Berufstätigkeit der Eltern beitragen.
Bei allen Chancen sollte allerdings gesehen werden, dass der Trend zur Ganztagsschule zusätzliche Lebenszeit von Schülerinnen und Schülern bindet. Solche Schulen müssen daher so konzipiert sein, dass eine Bildungsarbeit an eigenständigen Lernorten außerhalb der Schule, wie beispielsweise in der Jugend- und Konfirmandenarbeit, weiterhin möglich ist.
Die Evangelische Kirche im Rheinland ist auch zukünftig bereit, sich in ihren eigenen Schulen sowie auf der Ebene von Gemeinden, Kirchenkreisen und Diakonie in Kooperation und Partnerschaft mit staatlichen Schulen an einer qualitätsorientierten Ausgestaltung ganztagsschulischer Angebote zu beteiligen. Dabei sieht sie sich in der Pflicht, ihre eigenen Bildungsangebote entsprechend den Vereinbarungen zwischen Staat und Kirche zu strukturieren.
Qualität in der Bildungsarbeit: Rechenschaftslegung einfordern, ohne zu überfordern
Wie alle Bereiche des öffentlichen Lebens stehen auch Bildungseinrichtungen vor der Not­wendigkeit, sich der Qualität ihrer Arbeit zu vergewissern. Im schulischen Bereich haben nicht zuletzt die internationalen und nationalen Vergleichsstudien die Forderung nach Qualitätsstandards, Qualitätsentwicklung und Qualitätsüberprüfungen verstärkt. Schulen in evangelischer Trägerschaft stellen sich dieser Forderung ebenso wie andere evangelische und öffentliche Bildungs­einrichtungen.
Bildungseinrichtungen erreichen dann ihr Ziel, wenn sie durch die Qualität ihrer Arbeit überzeugen. Die in einer Einrichtung geleistete Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit muss sich daher ausrichten an Qualitätsstandards, die speziell für diese Arbeit entwickelt worden sind. Maßstäbe und Methoden, die für Unternehmen gewählt werden, eignen sich nicht unbedingt für Bildungseinrichtungen. Der Vergewisserung des Erreichten und der Einsicht in die Weiterentwicklung kann die Qualitäts­prüfung nur dann dienlich sein, wenn sie auch aus der Einrichtung selbst betrieben und von außen unterstützt und begleitet wird.
Formen eines perfektionistischen Qualitätsmanagements, dessen Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zu seinem Ertrag steht, sollten allerdings vermieden werden. Standardisierungen dürfen nicht zu Lasten notwendiger pädagogischer Freiräume gehen, wie umgekehrt das Argument pädago­gischer Freiheit nicht missbraucht werden darf, um sich einer sinnvollen Rechenschaftslegung zu entziehen.
Die Evangelische Kirche im Rheinland wird sich mit ihren Bildungseinrichtungen an ziel­führenden Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung beteiligen. Sie wird darauf achten, dass dabei den davon betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit dem notwendigen Vertrauen begegnet wird.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 6. Februar 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 6. April 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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