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Landessynode 2009

Beschluss 27: Personalplanung und -entwicklung

Hinweis: Rechtlich verbindlich ist die im Protokollbuch ausgefertigte Version der Beschlüsse.

Personalplanung und Personalentwicklung

1. Die Landessynode nimmt den Bericht der von der Kirchenleitung berufenen Arbeitsgruppe Personalplanung und -entwicklung zustimmend zur Kenntnis.
2. Die Landessynode bekräftigt das Leitbild der "Dienstgemeinschaft" von öffentlich-rechtlich und privatrechtlich Beschäftigten sowie ehrenamtlich Mitarbeitenden in unserer Kirche und empfiehlt den Entscheidungsträgern auf allen kirchlichen Ebenen die folgenden Leitlinien einer künftigen Personalplanung und –entwicklung.
2.1 Grundsätzliches Ziel von Personalplanung und -entwicklung ist die Erhaltung und ständige Weiterentwicklung der Qualität kirchlicher Arbeit und - davon abgeleitet - die Gewährleistung der erforderlichen Professionalität in den verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern.
2.2 In den verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern gewährleisten Fachleute verschiedener Professionen einen angemessenen Standard kirchlicher Arbeit. Um dem Auftrag, "missionarisch Volkskirche zu sein" (Beschluss 13.1 der Landessynode 2007), in der zunehmenden Komplexität der modernen Gesellschaft gerecht werden zu können, ist kirchliche Arbeit auch in Zukunft durch ein multiprofessionelles Team von beruflich Mitarbeitenden und qualifizierten ehrenamtlich Mitarbeitenden abzusichern. Auch die möglichst paritätische Besetzung der Teams mit Frauen und Männern trägt zur Qualität kirchlicher Arbeit bei.
2.2.1 Das in dem Verfahren zur Berechnung und Verteilung von Pfarrstellen beschlossene Rahmenkonzept für den Pfarrdienst im Kirchenkreis (Beschluss 50, Nr. 4 der Landessynode 2008) muss in ein Rahmenkonzept für alle kirchlichen Arbeitsfelder eingebettet werden.
2.2.2 Angesichts sinkender Finanzmittel muss bei Personalabbau auf eine adäquate Personalmischung der verbleibenden Stellenkontingente geachtet werden. Unter Federführung des Kirchenkreises muss in den Regionen entschieden werden, ob die notwendigen Veränderungen sich an die derzeitige Personalausstattung anlehnen und diese proportional fortschreiben oder ob bestimmte Arbeitsbereiche schwerpunktmäßig erhalten und möglicherweise verstärkt werden.
2.2.3 Der Zuschnitt von Stellen muss die Qualität der Arbeit und die Attraktivität der kirchlichen Berufsbilder gewährleisten. Deswegen soll der Stellenumfang hauptberuflicher Stellen in der Regel 100%, mindestens aber 50% umfassen. Sogenannte "prekäre" Arbeitsverhältnisse (unter 25% oder auf Honorarbasis) sind möglichst in existenzsichernde Anstellungen umzuwandeln. Für eine zukunftsweisende Personalplanung und -entwicklung müssen im Sinne von Geschlechter- und Generationengerechtigkeit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ebenso wie Rahmenbedingungen für eine ausgewogene work-life-balance im Blick sein.
3.  Bei der Anwendung der Pfarrstellenverteilungsrichtlinie (Kirchliches Amtsblatt 6/2008, S. 231) hat die Planungskonferenz für den pfarramtlichen Dienst die Auswirkungen auf weitere öffentlich-rechtlich und privatrechtlich Beschäftigte und die von ihnen vertretenen Arbeitsbereiche in ihre Überlegungen einzubeziehen.
4. Die Landessynode bittet die Leitungsorgane aller kirchlichen Ebenen zu prüfen, ob in ihren Bereichen unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit der Gemeinden und Kirchenkreise bei der Erfüllung ihrer Aufgaben (Art. 5 und 96 der Kirchenordnung) hauptberufliche Stellen durch übergemeindliche Anstellungen oder Fusion von Anstellungsträgern gesichert werden können.
5. Das Landeskirchenamt wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kirchenkreisen regelmäßig aktuelle und aussagekräftige Personaldaten zu erheben. Dabei muss eine Koppelung an automatisierte Personalbearbeitungs-Verfahren unter Beachtung datenschutzrechtlicher Gesichtspunkte erfolgen.
6. Die Kirchenleitung wird beauftragt, die finanziellen Folgen, die sich durch die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens (NKF) ergeben, in ihren Auswirkungen auf die Personalplanung und –entwicklung zu untersuchen und die Verwaltungsordnung (VwO) und die Verordnung über das Kirchliche Finanzwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland (KF-VO) erforderlichenfalls zu modifizieren.
7. Die Kirchenleitung wird beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten, die die kirchengesetzlichen Grundlagen für eine Steuerung von Personalplanung und -entwicklung schaffen.
8. Der Landessynode 2011 ist zu berichten.
(Mit Mehrheit, bei fünf Enthaltungen)

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 6. Februar 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 6. Februar 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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