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Präsesbericht

Präses Nikolaus Schneider zieht Bilanz

Die O-Töne können Sie hören, indem Sie auf die Textpassagen klicken. Als Download finden Sie die Töne am Ende der Seite.

Ton 1: Nur zu oft wird – aus sehr unterschiedlichen Gründen – vergessen oder vermieden, anderen Rechenschaft zu geben über die ganz persönliche Ausrichtung des eigenen Glaubens auf Jesus Christus hin, über persönliche Glaubenszweifel und Glaubensgewissheiten, über die persönliche Spiritualität. Ich sagen in Glaubensdingen, das eigene Verhältnis zu Jesus Christus thematisieren, erscheint vielen als für die Offenlegung Dritten gegenüber nicht geeignet.

Ich will hier nicht einem aufdringlichen ‚Hausieren' mit persönlichen Bekehrungserlebnissen das Wort reden oder einer sektiererischen, aggressiven Mission.

Aber ich will Mut dazu machen, in Gesprächen über Glaubensfragen und in der Verkündigung wieder 'Ich' zu sagen. Analog zum Liebesgebot Christi 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst' gilt für Christinnen und Christen auch ein Glaubensgebot: 'Wecke und stärke den Glauben deiner Nächsten wie deinen eigenen.'



Ton 2: Zum Schluss dieser Bemerkungen soll ein großer Dank an alle stehen, die als Lehrer und Lehrerinnen der Theologie, im Gemeindepfarramt und im Schuldienst, im Ausschuss Christen und Juden, im Theologischen Ausschuss, in der Studienstelle Christen und Juden, im deutschen Nes Ammim Verein und in den Christlich-Jüdischen Gesellschaften den Beschluss von 1980 vorangebracht und seine Konsequenzen beharrlich beackert haben. Und ein ebensolcher Dank gilt auch unseren Gemeindegliedern, die sich haben bewegen lassen zur Erneuerung ihres Denkens, Fühlens und Handelns.

Ton  3: Der Dialog der christlichen Kirchen mit dem Islam kann nicht denselben Stellenwert haben wie der Dialog mit dem Judentum. Jesus Christus war in seinem irdisch-menschlichen Leben Jude. Den größeren Teil unserer Heiligen Schrift verdanken wir dem Judentum. Mit Israel sind und bleiben wir in der Wurzel verbunden.


Ton 4: Die beschönigende Rede 'Wir haben ja alle denselben Gott' und die strukturelle Gleichsetzung von Judentum, Christentum und Islam unter dem Begriff der 'drei Abrahamitischen Religionen' werden unserem spezifischen Verständnis von Gott und unseren Glaubensantworten auf die Herausforderung durch den Vater Jesu Christi nicht gerecht. Deshalb haben wir entschieden und eindeutig allen muslimischen Vorstellungen und Äußerungen zu widersprechen, die zu blutigen 'Heiligen Kriegen' aufrufen oder die Terroristinnen und Terroristen als 'Märtyrer für Gott' glorifizieren. Das Gleiche gilt für die arabische Finanzierung des Terrors und der Familien von Terroristinnen und Terroristen nach deren Verbrechen oder die Anwerbung und systematische Verhetzung von Kindern und Jugendlichen zur Vorbereitung dieser Verbrechen..


 

Ton 5: Dem friedlichen Zusammenleben und dem besseren Verständnis wird schließlich helfen, wenn es bald gelingt, einen deutschsprachigen Islam­unterricht in gemeinsamer Verantwortung von Staat und islamischen Glaubensgemeinschaften an unseren öffentlichen Schulen flächendeckend einzurichten.

 

Ton 6: Die Tagesordnung der diesjährigen Landessynode wird auch von der Frage geprägt sein, auf welche Weise die Prioritätendiskussion auf landeskirchlicher Ebene im Jahre 2005 geführt werden soll. Schon die Anlage der Diskussion macht deutlich, dass die Beschlüsse der Landessynode 2006 eine neue Qualität haben werden. Wir müssen Entscheidungen vorbereiten, die nicht nur zum Zusammenlegen oder zum Ortswechsel, sondern auch zur Aufgabe landeskirchlicher Dienste führen werden!

 

Ton7: Es steht nun zu hoffen, dass VEM, Evangelische Kirche im Rheinland und EKD gemeinsam die politischen Kräfte unterstützen, die vertreten durch Bundesministerin Wieczorek-Zeul den schwierigen Weg der Versöhnung mit den Völkern Namibias gehen wollen. Und zur Versöhnung gehört nach namibischem Verständnis auch ein Ausgleich für begangenes Unrecht, sonst bleibt die generationenübergreifende Lebensgemeinschaft unwiederbringlich zerstört.

In allem machten die Beteiligten die gute Erfahrung, dass Gott verändert und versöhnt, im Kleinen und im Großen. Und diese Erfahrung soll uns beflügeln, auch in anderen Zusammenhängen Neues und Heilsames zu erwarten.

Ton9: Der Präses zum Irak Krieg, Ablehnung amerikanisch-evangelikaler Theologie
 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 10. Januar 2005. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 13. Januar 2005. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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