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Kirche zwischen Kult und Kultur

City-Kirchen-Arbeit ist Einübung in Stadtkultur

Schwerpunktthema der Synode in diesem Jahr ist die City-Kirchen-Arbeit. Begonnen wurde die Arbeit aus einem Mangel heraus. Immer weniger Menschen wohnten und wohnen im inneren Bereich der großen Städte. Pfarrstellen und Gebäude konnten nicht mehr bezahlt werden. Startschuss für den Beginn der City-Kirchen-Arbeit war dann die Erkenntis, dass es aber gleichzeitig keine Kirchentüren in bester Citylage gibt, an denen so viele Menschen täglich auf dem Weg zum Arbeiten, Einkaufen und Bummeln vorbeilaufen. Geboren war damit, so Landeskirchenrat Klaus Teschner, eine "sich öffnenden Kirche", die zurück geht in längst verloren geglaubte Räume und Ort.

Nun, so Teschner, sei es an der Zeit, den zweiten Schritt in der City-Kirchen-Arbeit zu gehen. Was nun anstehe, sei, dass "die Kirche sind nicht länger im öffentlichen Diskurs der Stadt verstecken". Selbstbewußtsein und öffentliche Mitsprache ist gefragt.  Schließlich seien es die Kirchen gewesen, in denen Menschen einen geeigneten Raum gefunden haben, ihren Gefühlen und Gedanken nach dem Anschlag von New York öffentlich Ausdruck zu geben.

Zum Thema hielt im Plenum Hans Werner Dannowski, Stadtsuperintendent im Ruhestand, Hannover, einen Vortrag. Seine Thesen lauten: City-Kirchenarbeit ist Einübung in Stadtkultur. Stadtkultur verstanden als eine Verhalten anderen Menschen gegenüber, die den Einzelnen so handeln läßt, wie er erwartet, vom anderen behandelt zu werden. Dannowski wünschte sich in seiner zweiten These ein neues Verständnis der Mitarbeitenden in der City-Kirchen-Arbeit. Gerade vor dem Hintergrund der allgemeinen Anonymität sei es wichtig, dass der einzelne Mitarbeiter sich namentlich ansprechbar mache und sich so öffentlich positioniere. Erfahrungen zeigen weiter, dass es viele unerfüllte Wünsche von Menschen gibt, spontan und oft einfach nur so mit Vertretern der Kirche reden zu könne. Und drittens sei es wichtig für die City-Kirche die Spannung zwischen Kult und Kultur in der täglichen Arbeit auszuhalten. Auf beiden Seiten könne die Kirchen leicht vom Pferd fallen, so Dannowski. Eine Kirche, die ihren Kult, die Anbetung und ihre Bezogenheit auf Gott vernachlässigt, verliere ihre "Faszination und Tiefenstruktur". Eine Kirche, die sich den Herausforderungen der Zeit entzieht und der die eigene Tradtion genug ist, erfüllt den biblischen Aufrag für die Menschen nicht.

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 8. Januar 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 8. Januar 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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