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Friedenspolitische Anstöße nach dem 11. September

Krieg gegen Terrorismus aber ist ein "untaugliches Mittel".

Der 11. September ist vor dem Hintergrund der Toten in vielen Kriegen und Bürgerkriegen "keine Zeitenwende". Die Behauptung sei darum falsch, dass sich nach dem 11. September die Lebenssituation der Menschen grundsätzlich geändert hat. Deutlich geworden sei in New York aber erneut "die Verletzlichkeit unseres Lebens". In aller Schärfe machten die Synodalen in ihrer Erklärung "Friedenspolitische Anstöße", die mit wenigen Gegenstimmen verabschiedet wurde,  deutlich, dass sie jede Form von Terror und Gewalt auf das Schärfste verurteilten.
Die Synode stellte weiter fest, dass Terrorismus die Grundlage menschlichen Zusammenlebens zerstört. Krieg gegen Terrorismus aber ist ein "untaugliches Mittel". Nach dem Votum der Synode ist es möglich, dass unter dem Mandat der Vereinten Nationen Militär "eingesetzt" wird in Kriegs- und Bürgerkriegsregionen zur Stabilisierung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse und der Wiederherstellung einer stabilen und funktionsfähigen staatlichen Ordnung. Ein solcher militärischer Einsatz ist aber zugleich das Eingeständnis "des Scheiterns der Politik" und bedeutet neue Verstrickung in Schuld.
Mit Blick auf die innere und äußere Sicherheit in Deutschland setzt sich die Synode dafür ein, dass bei Gesetzesverschärfungen und Grundrechtseinschränkungen "die Grenzen der Verhältnismäßigkeit" gewahrt bleiben.  Menschen, die öffentliche Verantwortung tragen, werden aufgerufen, Verdächtigungen gegen Minderheiten und Andersdenkende, die das Klima "vergiften" zu vermeiden. Wichtig sei es außerdem, eine "Militarisierung" des Denkens und der Sprache zu vermeiden.
Ausdrücklich hält  die Synode für die Zukunft fest, dass weitere Kriegseinsätze das Bemühen um zivile Konfliktlösung erschweren und die Überwindung des Terrorismus mit friedlichen Mitteln letztlich unmöglich machen.
Ihre Verbundenheit im Gebet bezeugte die Synode mit den Soldaten der UN-Friedenstruppe und den Mitarbeitenden von zivilen Friedensdiensten und Hilfsorganisationen in Afghanistan verbunden. Wir teilen die Sorge der Angehörigen und wissen um das hohe persönliche Risiko bei den unterschiedlichen Einsätzen und Aufgaben.
Die Synode forderte "Solidarität mit den Armen" und eine "Anti-Armutskoalition". Dies sind zwei Perspektiven, die helfen können, langfristig dem Terrorismus wirksam den Nährboden zu entziehen. Verbunden damit  ist die Sorge der Synode darüber, dass die westliche Welt durch die Vorherrschaft über die Ressourcen die "Ungerechtigkeit in der Welt" weiter fortschreibt.
Ausdrücklich bedankte sich die Synode bei den Gemeinden und kirchlichen  Initiativen für die von ihnen geleistete Friedensarbeit in Gottesdiensten und für ihre Beteiligung an der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt. Gerade Kirchen sind  für viele Menschen in den letzten Wochen der richtige Ort gewesen, ihre Ängste und Gefühle, ihre Ratlosigkeit nach den Anschlägen in Gottesdiensten und bei Lichterketten öffentlich zu zeigen.

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 10. Januar 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 14. Januar 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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