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Kampagne Kartext: Jugend-Kirche-Gesellschaft ist zuende und geht in Gemeinden weiter

Ein recht unverschämter Spiegel

"Jugendliche sind ein trefflicher, ein direkter und manchmal auch recht unverschämter Spiegel der Erwachsenen", so der Jugendforscher Professor Dr. Richard Münchmeier. Es mache wenig Sinn, den Jugendlichen vorzuhalten, sie seien an Religion nicht sonderlich interessiert. Sind Jugendliche an Religion nicht mehr interessiert, dann sind sie ein Spiegel der Gedanken- und Erlebniswelt der Erwachsenen. Ob die 13. Shell-Studie, angelegt als Panoramastudio, das Desinteresse an Religion tatsächlich belegen könne, zog Münchmeier in seinem Referat zum Thema im Plenum der Synode stark in Frage.

Allerdings zeige die 13. Shell Jugendstudie "Jugend 2000"  wichtige Entwicklungen, führte Münchmeier weiter aus: Das Zutrauen der Jugendlichen in die eigene Leistungsbereitschaft steigt. Jugendliche haben deutlich Ziele und Werte für ihr eigenes Leben. Es gibt keinen Generationskonflikt. In der Mehrheit sind junge Leute mit ihren Eltern durchaus zufrieden. Jugendliche haben ein Bedürfnis nach Religion. Jesus wird von Jugendlichen kaum noch erwähnt und kirchliches Leben spielt kaum noch eine Bedeutung in der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. Kirchliche Mitarbeiter gelten als lieb, zugleich aber als uninformiert.

Seit sechs Jahren läuft die Kampagne Klartext: Jugend-Kirche-Gesellschaft, die mit dieser Synode nun zu ihrem Ende kommt. Deutlich war den Synodalen, dass die Kampagne zwar nun zu Ende ist, die gewonnen Erkenntnisse und neuen Erfahrungen gleichwohl aber den Alltag von Kirche und Jugendlichen neu prägen soll. Was sind die Ziel von Klartext: Sichergestellt werden soll, dass Kinder und Jugendliche bei kirchlichen Entscheidungen selbstverständlich mitgedacht werden. Die Perspektive von Jugendliche soll zu einer neuen Perspektive für Gemeindeaufbau werden. Außerdem  versteht Kirche sich selbst als Anwalt für die Interessen für Kinder und Jugendlichen und tritt für sie ein.

Die der Synode vorliegende Beschlussvorlage wurde von den Synode ohne Gegenstimme angenommen. Darin wird festgehalten, dass die Evangelische Kirche im Rheinland zu ihrer Kinder- und Jugendarbeit steht. Das kritische Befragen und Prüfen von Kindern und Jugendlichen auf der einen Seite und Erwachsenen auf der anderen Seite soll fortgesetzt werden und alle vier Jahre soll in Zukunft über den Fortgang des Dialogs weiter berichtet werden.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 9. Januar 2002. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 9. Januar 2002. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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