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Landessynode 2008

Beschluss 18: Bürgerjahr

Hinweis: Rechtlich verbindlich ist die im Protokollbuch ausgefertigte Version der Beschlüsse.

Antrag der Kreissynode Essen-Süd
betr. Bürgerjahr


 Beschluss  18:
Der Antrag der Kreissynode Essen-Süd betr. Bürgerjahr (Drucksache 12. Nr. 30) wird an den Ständigen Ausschuss für öffentliche Verantwortung – fe-derführend -, an den Ständigen Innerkirchlichen Ausschuss und an den Aus-schuss für Diakonie zur Stellungnahme überwiesen.
(Einstimmig)


Der Antrag hat folgenden Wortlaut:

Die Kreissynode des Kirchenkreises Essen-Süd bittet die Landessynode der Evangeli-schen Kirche im Rheinland, sich auf Landesebene dafür einzusetzen, ein öffentliches Programm für das Bürgerjahr zu befürworten.
(Beschluss vom 19.05.2006)

Beschluss der Kirchenleitung vom 29.11.2007:
Der Landessynode wird vorgeschlagen:
Der Antrag der Kreissynode Essen-Süd betr. Bürgerjahr ist auf landeskirchlicher Ebe-ne nicht umsetzbar und wird deshalb abgelehnt.
Begründung:
Der Antrag der Kreissynode Essen-Süd wurde von der Landessynode an die Kirchen-leitung überwiesen.
Im Jahr 1996 hat das Behindertenreferat des Stadtkirchenverbands Essen das Bürger-jahr Essen initiiert, ein laut Selbstauskunft (www.ekir.de/essen) „Freiwilliges soziales Aufbaujahr“, das auf Ehrenamt und Freiwilligem Sozialem Jahr sowie Zivildienst auf-baut. Die Arbeit wird mit derzeit € 1000,- brutto vergütet; die Mitarbeitenden sind so-zialversichert. Die monatliche Vergütung wird etwa zur Hälfte durch Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 60 SGB XII (Eingliederungshilfeverordnung) bezuschusst. Vergleichbare Projekte im Behindertenbereich könnten mit einer ähnlichen Bezu-schussung rechnen.
Das Bürgerjahr bewegt sich (s.o.) im Grenzbereich zwischen Ehren-amt/Bürgerschaftlichem Engagement, Zivildienst und Freiwilligem Sozialem Jahr. Ausdrücklich betrachten die Initiatoren es außerdem als möglichen Einstieg in einen sog. dritten Arbeitssektor, also einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt für solche Personen, die weder in der ersten noch in den zweiten Arbeitsmarkt integrierbar sind.
Laut Auskunft des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche im Rheinland wird im Rahmen des Essener Bürgerjahrs mit hohem Engagement eine hervorragende Ar-beit geleistet. Insofern hat das Projekt durchaus Modellcharakter für andere Städte, ist aber nicht ohne weiteres übertragbar: Ein vergleichbares Vorhaben bedarf der jeweils örtlichen Initiative und eines ähnlichen lokalen Engagements.
Ein öffentliches Programm für das Bürgerjahr auf Landesebene eignet sich daher nicht als Anschubinstrument für andere lokale Bürgerjahrprojekte und ist deshalb nicht sinnvoll.

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 15. Januar 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 15. Januar 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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