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Landessynode 2008

Beschlüsse 4 bis 5

Hinweis: Rechtlich verbindlich ist die im Protokollbuch ausgefertigte Version der Beschlüsse.

Antrag der Kreissynode Aachen betr. Änderung des Gesamtkirchengemeindegesetzes
Beschluss  4.1:
Der Antrag der Kreissynode Aachen betr. Änderung des Gesamtkirchenge-meindegesetzes wird an den Ständigen Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen – federführend – und an den Ständigen Innerkirchlichen Aus-schuss überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Aachen hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode stellt an die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland den Antrag, das Gesamtkirchengemeindegesetz in dieser Weise zu ändern, dass eine Satzungsänderung der Kirchengemeinde Aachen möglich wird, die beinhaltet, dass das Gesamtpresbyterium zuständig ist für die Begründung und Auflösung und Dienstaufsicht aller Arbeitsverhältnisse in der Kirchengemeinde (bisher §§ 6 und 8 des GKGG).
(Beschluss vom 16./17.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode An der Agger betr. Familienfreundliche Arbeitsstrukturen (zeitlich begrenzte Reduzierung des Dienstumfangs von Pfarrstelleninhaberinnen und -inhabern)
Beschluss  4.2:
Der Antrag der Kreissynode An der Agger betr. Familienfreundliche Arbeitsstrukturen (zeitlich begrenzte Reduzierung des Dienstumfangs von Pfarrstelleninhaberinnen und -inhabern) wird an den Ständigen Innerkirchlichen Ausschuss  – federführend – und an den Ständigen Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode An der Agger hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger bittet die Landeskirche, im Sinne der Verpflichtung, in ihrem eigenen Verantwortungsbereich Familien nachhaltig zu unterstützen (Beschluss Nr. 53 der Landessynode 2007), geeignete gesetzliche Maßnahmen zu entwickeln, die es Pfarrstelleninhaberinnen und -inhabern ermöglichen, ihren Dienstumfang zeitlich begrenzt zu reduzieren.
(Beschluss vom 10.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Zentralisierung der Rechnungsprüfung
Beschluss  4.3:
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Zentralisierung der Rechnungsprüfung wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode Birkenfeld spricht sich gegen die Zentralisierung der aufsichtlichen Rechnungsprüfung bzw. Schaffung einer gemeinsamen Prüfungseinrichtung (mit Regionalstellen) aus. Die Kreissynode Birkenfeld beantragt bei der Landessynode, die aufsichtliche Rechnungsprüfung bei den jeweiligen Kirchenkreisen zu belassen.
(Beschluss vom 02.06.2007)

 

Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Neues Kirchliches Finanzwesen, hier: Ressourcenverbrauch
Beschluss  4.4:
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Neues Kirchliches Finanzwesen, hier: Ressourcenverbrauch wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode des Kirchenkreises Birkenfeld bittet die Landeskirche nach Wegen zu suchen, wie die finanziellen Folgen, die durch die Erwirtschaftung des Ressourcenverbrauchs beim immobilen Anlagevermögen entstehen, für die Kirchengemeinden und Kirchenkreise, insbesondere in den ländlichen Regionen, abgemildert werden können.
(Beschluss vom 02.06.2007)

 

Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Vertretungskosten für Pfarrerinnen und Pfarrer im Mutterschutz oder in Elternzeit
Beschluss  4.5:
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld betr. Vertretungskosten für Pfarrerinnen und Pfarrer im Mutterschutz oder in Elternzeit wird an den Ständigen Fi-nanzausschuss – federführend –, an den Ständigen Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen und an den Ständigen Innerkirchlichen Ausschuss überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Birkenfeld hat folgenden Wortlaut:
Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Birkenfeld bittet die Landessynode dafür Sorge zu tragen, dass die Vertretung der Pfarrstelleninhaber im Fall von Mutterschutz oder Elternzeit für die Kirchengemeinden kostenneutral geregelt wird.
(Beschluss vom 09.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Dinslaken betr. Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter
Beschluss  4.6:
Der Antrag der Kreissynode Dinslaken betr. Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter wird an den Ständigen Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen – federführend – und an den Ständigen Innerkirchlichen Ausschuss überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Dinslaken hat folgenden Wortlaut:
Die Landessynode möge beschließen:
Ab den Presbyteriumswahlen 2012 wird zu der früheren Regelung (Art. 108 KO alte Fassung) zurückgekehrt, die Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter auf 8 Jahre festzusetzen.
(Beschluss vom 09./10.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Jülich betr. Verhältnis „Christen und Muslime“
Beschluss  4.7:
Der Antrag der Kreissynode Jülich betr. Verhältnis „Christen und Muslime“ wird an den Ständigen Theologischen Ausschuss – federführend –, den Ausschuss ‚Christen und Juden‘, den Ausschuss für Gottesdienst und Kirchenmusik und den Arbeitskreis ‚Christen und Muslime‘ überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Jülich hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode des Kirchenkreises Jülich stellt an die Landessynode 2008 den Antrag:
Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland beauftragt den Arbeitskreis Christen und Muslime, gemeinsam mit dem Ständigen Theologischen Ausschuss und dem Ausschuss Christen und Juden über die Handreichung des Rates der EKD hinausgehend eine Position zu folgenden theologischen Fragestellungen zu erarbeiten und der Synode auf ihrer nächsten Tagung vorzulegen:
die Frage nach einem Gottes- und Trinitätsverständnis, sofern es für das christlich-islamische Gespräch relevant ist;
eine Überprüfung der Tragfähigkeit der Abrahams-Verheißung als Grundlage für den christlich-islamischen Dialog sowie
die Klärung von Grundsatzfragen hinsichtlich gemeinsamer gottesdienstlicher Feiern von Christen und Muslimen, nach Möglichkeit einschließlich der Erarbeitung von Textvorlagen insbesondere für Trauungen, Schulfeiern und Bittgebete.
(Beschluss vom 17.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Koblenz betr. Missionarische Volkskirche
Beschluss  4.8:
Der Antrag der Kreissynode Koblenz betr. Missionarische Volkskirche wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Koblenz hat folgenden Wortlaut:
Im Sinne des Zieles 4.2.3., Ziel 1 der Konzeption des Kirchenkreises Koblenz („Der Kirchenkreis ermutigt die Gemeinden, die Verkündigung des Evangeliums als ihren Schlüsselauftrag wahrzunehmen. Maßnahme 1: Der Kirchenkreis beteiligt sich am landeskirchlichen Diskussionsprozess zum Thema ‚missionarische Volkskirche’“…) hat sich der Kirchenkreis Koblenz im Jahr 2007 mit dem Jahresthema „Missionarische Volkskirche – Unsere Mut machenden Visionen“ beschäftigt.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist in zwei Papieren zusammengefasst worden, die die Kreissynode am 27.10.2007 zustimmend zur Kenntnis genommen hat.
Die Kreissynode Koblenz bitte die Landessynode die beiden Papiere als ein Votum der Basis zur Kenntnis zu nehmen und an diejenigen weiterzuleiten, die in unserer Kirche beauftragt sind, sich mit den Themen „EKD-Impulspapier ‚Kirche der Freiheit’“ und „Missionarische Volkskirche“ zu beschäftigen.
Die Kreissynode bitte die Landessynode, sich bei den Beratungen über das Leitbild „Missionarische Volkskirche“ auch mit notwendigen Abgrenzungen im Missionsbegriff (koloniale Vergangenheit, fundamentalistisches Verständnis, individualistisch verengtes Missionsverständnis) zu befassen.
Anlage:
- Zusammenfassung der Arbeit im Kirchenkreis Koblenz zum EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ – Perspektive für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert.
- Zusammenfassung der Arbeit im Kirchenkreis Koblenz zum Thema: „’Missi-onarische Volkskirche’ – Was sind unsere Mut machenden Visionen?“

Zusammenfassung der Arbeit zum EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ – Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert.
Zusammengestellt vom Theologischen Ausschuss des Kirchenkreises Koblenz unter Einbeziehung des Positionspapiers der Kirchengemeinde Pfaffendorf
I
Durch die vielfältigen Anstrengungen der EKD, Perspektiven für ein evangelisches Kirchesein und Glaubensleben im 21. Jahrhundert zu eröffnen, und diese hinsichtlich der zu erwartenden demoskopischen Entwicklung zu bewahren, sehen wir uns darin bestärkt, den Herausforderungen für die Evangelische Kirche im Bereich des Kirchenkreises Koblenz aktiv gestaltend zu begegnen. Die Positionen, Anregungen und Fragen des EKD-Impulspapiers nehmen wir dankbar entgegen.
II
Ergänzend fügen wir aber dem Impulspapier der EKD hinzu:
All unser Denken, Tun und Planen wissen wir aber aufbewahrt in der Erkenntnis, dass letztlich Jesus Christus alleine seine Kirche erhält, schützt und ER ihr seine Zukunft verheißt.
„Jesus Christus baut und erhält seine Kirche durch sein Wort und Sakrament in der Kraft des Heiligen Geistes bis zu seiner Wiederkunft.“ (Kirchenordnung EKiR, Präambel)
Der Auftrag der Kirche ist es, Gottes Gnade auszurichten an alles Volk (Barmer Theologische Erklärung, These VI). Der damit verbundene Auftrag verbietet es der Kirche, ihre Botschaft der Güte Gottes ausschließlich an die eigenen Gemeindeglieder zu richten, oder sich nur um ihrer selbst willen um die Sicherung der Zukunft zu sorgen.
Es ist uns als Kirche aufgetragen, nach dem Maß der uns von Gott geschenkten Gaben, uns für Gerechtigkeit, Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Evangelium verkünden heißt, durch Worte und Taten die Liebe Christi den „Armen“, in einem umfassenden Sinn gedacht, zu bezeugen. Auch in der Frage der weltweiten Gerechtigkeit sieht der Evangelische Kirchenkreis Koblenz einen Schlüsselbereich, an dem sich die zukünftige Bedeutung der Evangelischen Kirche bemessen wird. Gerade in ihrer Öffentlichkeitswirksamkeit, sind Begriffe wie „Option für die Armen“ und Kirche als „Kirche für Andere“ (D. Bonhoeffer) von nicht zu unterschätzender Bedeutung in der Bewertung der Kirche.
III
Folgende vier Grundüberlegungen machen wir uns zueigen, um die Zukunft sichern zu helfen:
a) Geistliche Profilierung statt undeutliche Aktivität,
b) Schwerpunktsetzung statt Vollständigkeit,
c) Beweglichkeit in den Formen statt Klammern an Strukturen und
d) Außenorientierung statt Selbstgenügsamkeit.
Aufbrüche, Mentalitätswandel, Erweckung, aber auch Kontinuität guter Ansätze in folgenden vier Handlungsfeldern hält die Synode des Kirchenkreises Koblenz für geboten:
- in den kirchlichen Kernangeboten
- bei allen kirchlichen Mitarbeitenden
- beim kirchlichen Handeln in der Welt
- bei der kirchlichen Selbstorganisation.
IV
Zu den ersten sieben „Leuchtfeuern“ aus dem EKD-Impulspapier nehmen wir wie folgt Stellung:
Grundsätzlich sollten die „Leuchtfeuer“ überschrieben werden: „Auf Gottes Wort hören, auf Gott vertrauen und das Leben gestalten“, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass die Evangelische Kirche eine Kirche des Hörens ist.
1. Auf Gottes Wort hören, auf Gott vertrauen und das Leben gestalten – den Menschen geistliche Heimat geben.
Heimat geben heißt nahe bei den Menschen sein und den Menschen die Relevanz der biblischen Botschaft für das Alltagsleben deutlich zu machen. Die Gemeinden in unserem Kirchenkreis haben unterschiedliche „Heimatprofile“. Diese Vielfalt betrachten wir als Reichtum.
Unsere Gottesdienste, unsere Räume (Kirchen und Gemeindezentren), das Angebot unserer Amtshandlungen (Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdi-gung) vermitteln den Menschen Zuwendung und Geborgenheit.
2. Auf Gottes Wort hören, Gott vertrauen und das Leben gestalten – die Vielfalt evangelischer Gemeindeformen bejahen.
Wir begrüßen die Vielfalt evangelischer Gemeindeformen, die es innerhalb der evangelischen Landeskirchen gibt: Migrantengemeinden, Anstaltsgemeinden, Profilgemeinden. Diese Gemeinden gewinnen mit einem je besonderen geistlichen, kirchenmusikalischen, sozialen, kulturellen oder jugendbezogenen Schwerpunkt Ausstrahlung und überregionale Bedeutung.
Auch in unserem Kirchenkreis gibt es vielfältig geprägte Gemeindeformen: von traditionell volkskirchlich über charismatisch-missionarisch bis zu prophetisch-politisch geprägten Gemeinden.
In aller Vielfalt ist uns wichtig, dass der „rote Faden evangelischer Grundüberzeugungen“ (Kirchengemeinde Pfaffendorf) deutlich wird: die Gnade allein, die Schrift allein, der Glaube allein, Christus allein.
Als „Mittelschichtskirche“ steht die Evangelische Kirche allerdings immer wieder in der Gefahr, große andere Bereiche der Bevölkerung nur unzureichend  beheimaten  zu können. Diese Tendenz verstärkt eine reine „Kulturkirche“. Sie bedarf unbedingt des Korrektivs einer „Diakoniekirche“.
3 Auf Gottes Wort hören, Gott vertrauen und das Leben gestalten – ausstrahlungsstarke Begegnungsorte evangelischen Glaubens schaffen und stärken
Wir wollen ausstrahlungsstarke Begegnungsorte evangelischen Glaubens fördern. Wir halten es deshalb für notwendig, zu ermitteln, wo in unserem Kirchenkreis die „Stärken“ überregional-bedeutsamer Arbeit liegen, die weiter zu stärken sind. Wir fragen: Was gibt es schon an erfolgreichen zentralen Begeg-nungsorten, die regionale Ausstrahlung haben (missionarisch, diakonisch, kulturell) und dem geistlichen Wachstum aller dienen.
Dabei ist nicht zu vergessen, dass auch diakonische Einrichtungen ausstrahlungsstark evangelisches Profil deutlich machen.
Allerdings ist uns deutlich, dass wir nur bescheidene Möglichkeiten haben, solche besonderen „Begegnungsorte“ zu unterstützen. Finanzielle Umverteilung zugunsten solcher Orte ist kaum möglich. Dafür können wir haupt- und ehrenamtliche Mitarbeit in temporären Projekten zur Verfügung stellen und überregional für die „Orte“ werben.
4 Auf Gottes Wort hören, Gott vertrauen und das Leben gestalten – durch geistliche Kompetenz, Qualitätsbewusstsein und Leistungsbe-reitschaft bei den Menschen Vertrauen gewinnen.
Wir fördern die geistliche Kompetenz und Identifizierung der Mitarbeitenden durch Fortbildung und verbesserte Kommunikation, durch Mitarbeiterschulungen, Presbytertage, Kirchmeistertreffen etc..
Zur Förderung der geistlichen Kompetenz ist es uns wichtig, für die verschiedenen Mitarbeitendengruppen in unterschiedlicher Weise Orte geistlichen Lebens zu schaffen, in denen eine eigene kirchliche Spiritualität gepflegt und weiterentwickelt werden kann. Wir freuen uns darüber, wenn sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Evangelischen Kirche identifizieren.
Die Steigerung der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft darf nicht durch eine Erhöhung des Leistungsdrucks auf die Mitarbeitenden geschehen. Vielmehr wollen wir es ermöglichen, die eigenen Fähigkeiten besser einbringen zu können. Lob, Anerkennung und Erfolg sollen im kirchlichen Sprachbereich keine Fremdworte sein. Wir suchen nach Formen, Leistung angemessen zu würdigen.
5. Auf Gottes Wort hören, Gott  vertrauen und das Leben gestalten – das Priestertum aller Getauften und das freiwillige Engagement als Kraftquellen der evangelischen Kirche fördern.
Wir fördern die Wahrnehmung des Verkündigungsauftrages auch durch Ehrenamtliche.
Wir unterstreichen, im Gegensatz zum EKD-Impulspapier, mit dem rheinischen Synodalbeschluss 2004 „Ordination, Dienst und Ämter nach evangelischem Verständnis“, dass die Ordination (gemäß CA 5: „Gott (hat) das Predigtamt eingesetzt“ und CA 14: “ordnungsgemäße Berufung“) nicht ausschließlich von einer theologischen-akademischen Ausbildung abhängt. Auch im Ehrenamt Ordinierte (Prädikantinnen und Prädikanten) sind zu ordinieren.
In den Prädikantinnen und Prädikanten erkennen wir dankbar einen reichen Schatz des glaubwürdigen Christuszeugnisses. Eine profunde theologische Fortbildung und Schulung soll den Dienst der Ehrenamtlichen begleiten. Auch die Beteiligung der anderen hauptamtlichen kirchlichen Berufsgruppen an der Verkündigung bedeutet eine Bereicherung des gottesdienstlichen Lebens.
6. Auf Gottes Wort hören, Gott vertrauen und das Leben gestalten – den Beruf der Pfarrerin und der Pfarrer als Schlüsselberuf der evangelischen Kirche stärken.
Wir wünschen uns motivierte Pfarrerinnen und Pfarrer. Damit Motivation in diesem komplexen Berufsfeld erhalten bleibt, muss ein Einverständnis darüber erzielt werden, welche die unabdingbaren Kernaufgaben in dem jeweiligen Arbeitsfeld sind.
Regelmäßige Gespräche über den Stand der pastoralen Arbeit sollen vor Überforderung und Vereinsamung schützen.
Um nahe bei den Menschen zu sein und um die dafür nötige Kraft zu behalten, ermutigen wir unsere Pfarrerinnen und Pfarrer ein eigenes geistliches Leben zu pflegen und pastorale Spiritualität als Basis des Lebens und Arbeitens anzusehen. Wir unterstützen die geistliche Begleitung der Pfarrerinnen und Pfarrer und führen in Zusammenarbeit mit dem Pastoralkolleg  Fortbildungen durch. Wir wünschen uns eine hohe Bereitschaft der Pfarrerinnen und Pfarrer, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.
7. Auf Gottes Wort hören, Gott vertrauen und das Leben gestalten – evangelische Bildungsarbeit als Zeugnisdienst in der Welt verstehen.
Wir stimmen der Gewichtung evangelischer Bildungsarbeit als elementarem Menschenrecht und als Schlüsselressource der Zukunft zu. Wir sehen als Kirche der Reformation in der Bildungsarbeit ein nicht zu vernachlässigendes Erbe.
Bildung zielt auf existentielle Orientierung, ethische Urteilsfähigkeit und die Motivation zur Übernahme von Verantwortung.
Wir wollen die Bildungsträger im Evangelischen Kirchenkreis Koblenz miteinander vernetzen und unsere Ressourcen untereinander teilen.
Entscheidend wichtig soll sein, Inhalt und Qualität unserer Angebote immer wieder neu kritisch zu prüfen: Wie ist unser evangelischer Bildungsauftrag in der jeweiligen Situation und Institution angesichts der spezifischen Personengruppe inhaltlich zu füllen?
Wir sehen die religiöse Bildung aller Generationen (Sprachschulen des Glaubens) als wesentlich und zukunfteröffnend für die Evangelische Kirche an.

Zusammenfassung der Arbeit im Kirchenkreis Koblenz zum Thema:
„’Missionarische Volkskirche’ – Was sind unsere Mut machenden Visionen?“
Eine „missionarische Volkskirche“ mit „Mut machenden Visionen“ können wir werden ...
- wenn wir das evangelische Profil trotz der absehbaren finanziellen Entwicklung durch Aufrechterhaltung der pfarramtlichen Grundversorgung bewahren, ergänzt durch das Vorhalten von Kristallisationspunkten für aktives Gemeindeleben sowie das Angebot von konfessionell gebundenem Schulunterricht (Adenau);
- wenn wir einladende Gemeinde sind, die Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen ermutigt und begleitet, die zum Frieden in der nächsten Umgebung und darüber hinaus beiträgt und mithilft, dass Gerechtigkeit unter Menschen wächst und die Schöpfung bewahrt bleibt; wenn es uns gelingt, die „Kirche im Dorf“ als das letzte Stück „Heimat“ zu erhalten; wenn wir mit starkem ehrenamtlichen Engagement zu kreativen Lösungen finden, durch Kooperationen und konzeptionelle Umstrukturierungen (z.B. Umwandlung von Regelgruppen in Krippengruppe im Kindergarten) statt nur „kürzen oder aufgeben“; wenn Mitglieder des Presbyteriums beginnen, Gottesdienste selbständig vorzubereiten (Bacharach-Steeg);
- wenn wir im Presbyterium gemeinsam beginnen, über den Begriff „Mission“ nachzudenken (Bad Breisig);
- wenn wir uns trotz massiver Umstrukturierungs- und Sparprozesse an Beispielen von fröhlichem und erfolgreichen Gemeindeleben (bei der Arbeit mit Kindern, in der Kirchenmusik, bei vielen Trauungen und gutem Heilig-Abend-Gottesdienstbesuch) erfreuen (Bad Neuenahr);
- wenn die Gemeinde sich auf das durch Pfarrstellenreduktion „veränderte Pfarrbild“ einstellt und das ehrenamtliche Engagement verstärkt, z.B. durch Übernahme des Presbyteriumsvorsitzes durch einen Presbyter; wenn eine Aktion „40 Tage mit Vision“ stattfindet, in der sich ca. 80 Menschen über 6 Wochen in verbindlichen Kleingruppen treffen; wenn ein Förderverein in einem Jahr 146.000.- € für die Jugendarbeit einnimmt (Bendorf);
- wenn an einer Mitarbeitendenfreizeit über Pfingsten 42 Personen teilnehmen und in Bibelarbeiten zum Thessalonicherbrief das Jahresmotto „Zusammen Neues wagen“ vertiefen; wenn es gelingt einen „Pastor für die Jugend“ für drei Jahre aus Spendenmitteln zu finanzieren (Cochem);
- wenn gut besuchte Glaubenskurse als Tauf- oder Vertiefungskurse stattfinden; wenn monatliche Gesprächsabende oder wöchentliche Hauskreise Menschen „gesprächsfähig in Sachen Glauben“ machen; wenn Vorkonfirmandenunterricht schon mit Kindern des 4. Schuljahres und mit verstärkter Elternarbeit stattfindet (Emmelshausen-Pfalzfeld);
- wenn wir in „schwierigen Entscheidungen ein konstruktives und nach vorne gerichtetes Arbeiten erleben“ (Koblenz-Mitte);
- wenn wir „ohne besondere Kampagnen ... einfach ... offen und gastfreundlich zu sein versuchen“ (Koblenz-Lützel);
- wenn wir „zunächst auf unsere eigenen Ressourcen ... schauen“ und „das stärken, was bereits vorhanden ist und dann in einem zweiten Schritt ... herausfinden, was den Menschen ... fehlt“ (Mayen);
- wenn wir „Mission“ als „Geschicktsein in die Welt“ verstehen und Menschen „zu einem besonderen Verhältnis zu Gott und zu einem besonderen Verhältnis der Menschen untereinander“ einladen; wenn wir „bestehenden Ungerechtigkeiten … widersprechen“; wenn wir „eine visionäre Gemeinschaft (sind), indem wir auf Gottes Zusage einer gerechten und friedvollen Welt vertrauen“; wenn wir das Gemeindeleben regelmäßig auswerten und wenn sich dabei „Gelegenheit zur Entwicklung von konkreten Visionen ergeben“; wenn wir von den Wirkungsmöglichkeiten in der Volkskirche profitieren, aber dabei bedenken: „Wirksame Mission könnte auch bestehende Strukturen gefährden und in Frage stellen“ (Maifeld);
- wenn wir in einer traditionellen volkskirchlichen Struktur leben und darin erleben, dass sich „Volkskirchlichkeit und missionarisches Auftreten keineswegs ausschließen“; wenn wir im ländlichen Bereich einen „Wandergottesdienst“ organisieren, bei dem eine Gruppe in den Nachbarort wandert und dort mit den Einheimischen die Kirche füllt; wenn die Anschaffung eines neuen Gemeindebusses zum „missionarischen Highlight“ wird, weil 33 Sponsoren das Geld geben und wenn diesen in einem Berggottesdienst mit 300 Teilnehmenden gedankt wird; wenn nach Pfarrstellenreduktion Dienste von ehrenamtlich Mitarbeitenden übernommen werden (Oberdiebach-Manubach);
- wenn wir als Gemeinde „Räume … öffnen, in denen sich Menschen als wertvolle Geschöpfe Gottes erkennen“; wenn wir nicht „auf Defizite achten, sondern auf die Möglichkeiten von Wachstum und Reifen schauen“; wenn zu einem „Mitarbeiterdankeschön … fast 80 Haupt- und vor allem Ehrenamtliche“ kommen, und Lob und Anerkennung“ als „unschätzbares ‚Düngemittel’ für die Motivation“ erfahren wird; wenn ein neuer Jugendkeller eingeweiht wird und ein Förderverein stundenweise eine pädagogische Fachkraft finanzieren kann (Oberwinter);
- wenn die „Konzentration auf die Kasualien … die Kerngemeinde vergrößert“; wenn die Feier von Silber-, Gold- und Diamant-Konfirmation eingeführt wird; wenn die Besuchsdienstarbeit verstärkt wird; wenn die „Qualität der angebotenen Arbeit … durch Zielvorgaben“ gesichert wird (Urmitz-Mülheim);
- wenn bei einer Dankeschönveranstaltung unter dem Titel „Aktivendankeschön“ die Grenzen zwischen Haupt- und Ehrenamt verschwimmen und das Bild einer „Mitmachgemeinde“ entsteht; wenn in den Sommerferien ein „Biergarten mit Kulturprogramm“ neu eingerichtet wird; wenn unter dem Motto „Kaffee - süßer als 1000 Küsse“ alle Frauen über 60 eingeladen werden und neue Ehrenamtliche gewonnen werden; wenn die lange Tradition evangelischer Jugendarbeit Mut macht, eine Stiftung für die finanzielle Sicherung der hauptamtlichen Jugendarbeit zu gründen (Vallendar);
- wenn im Sinne von Jesaja 27,6 („Es wird einst dazu kommen, dass Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen“) auch mit existenzgefährdeten Kleingruppen „verheißungsorientierte Gemeindeermutigung“ betrieben wird; wenn eine „TAFEL-Ausgabestelle“ in ökumenischer Zusammenarbeit eröffnet wird und dadurch „diakonisch-missionarische Gemeindeermutigung“ gelingt (Weißenthurm);
- wenn das „missionarisch Kirchesein“ in einem großen 450jährigen Reformationsjubiläum verortet werden kann, bei dem viele Menschen Kirche mit evangelischem Profil neu erleben können; wenn für die Presbyteriumswahl neun neue Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden können (Winningen);
- wenn die Vernetzung der Erwachsenenbildung regelmäßigen Austausch er-möglicht, der „anregend und fruchtbar“ ist, der die Motivation fördert und Arbeitsenergien freisetzt (Erwachsenenbildungsreferat);
- wenn in Kindergärten Schließungen durch Umstrukturierungen und Kooperationen vermieden werden können; wenn unsere evangelischen Kindertagesstätten sich ihrer Stärken in der Integrationsarbeit für Menschen mit Migrationshintergrund bewusst werden; wenn unsere Kindertagesstätten ihr evangelisches Profil als „Qualitätsmerkmal“ entdecken (Kindertagesstättenreferat);
- wenn 15 neue Ehrenamtliche für den Telefondienst gewonnen werden; wenn 60 Ehrenamtliche sich auf der Jahrestagung intensiv fortbilden lassen; wenn das 40jährige Jubiläum bei Vertretern der Politik und in den Medien auf gute Resonanz stößt (Ökumenische Telefonseelsorge Mittelrhein).
- wenn engagierte Jugendliche unsere Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Agusan (UCCP, Philippinen) weiterführen, indem sie an Jugendbegegnungen teilnehmen und in unserem Kirchenkreis über ihre Erfahrungen berichten: „ …uns geht es gut, weil Menschen im anderen Teil der Welt Hunger leiden. Auch die Ausbeutung der Menschen durch große Konzerne macht mich immer noch wütend. Ich werde aber nie die Herzlichkeit und lachenden Gesichter der Filipinos vergessen. Sie nahmen uns sofort mit offenen Armen auf, ohne jegliche Vorurteile und gaben uns während der gemeinsamen Zeit Kraft durch ihre Liebe und Wärme.“
Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?
Jesaja 43,19a
(Beschluss vom 26./27.10.2007)

 

Antrag der Kreissynode Niederberg betr. Änderung der §§ 59 und 68 der VwO
Beschluss  4.9:
Der Antrag der Kreissynode Niederberg betr. Änderung der §§ 59 und 68 der VwO wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Niederberg hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode stellt folgenden Antrag an die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland:
Änderung der Verwaltungsordnung
Es wird beantragt, den zweiten Satz des § 68 der Verwaltungsordnung nach dem Wort „erfolgen“ zu ergänzen:
...; ausgenommen sind rückzahlbare Hilfen aus dem innersynodalen Finanzausgleich;
Der § 68 VwO lautet dann wie folgt:
Der Haushaltsplan ist in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Der Ausgleich darf nicht durch die Aufnahme von Darlehen erfolgen; ausgenommen sind rückzahlbare Hilfen aus dem innersynodalen Finanzausgleich. § 79 bleibt unberührt.
Es wird beantragt, den § 59 der Verwaltungsordnung mit einem zweiten Absatz wie folgt zu ergänzen:
Rückzahlbare Hilfen zum Haushaltsausgleich aus dem innersynodalen Fi-nanzausgleich können zinsfrei gewährt werden.
(Beschluss vom 16./17.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Ottweiler betr. Bestattung einsam verstorbener Menschen
Beschluss  4.10:
Der Antrag der Kreissynode Ottweiler betr. Bestattung einsam verstorbener Menschen wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Ottweiler hat folgenden Wortlaut:
Die Kreissynode des Kirchenkreises Ottweiler beschließt: Die Landessynode möge die Kirchenleitung auffordern, eine Regelung für eine würdige Bestattung einsam verstorbener Menschen – gegebenenfalls mit kirchlicher Begleitung – zu finden. Kirchengemeinden sollten vom Ordnungsamt über den Tod eines einsam verstorbenen Menschen schnellstmöglich vor einer Bestattung informiert werden.
(Beschluss vom 09./10.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Wesel betr. Zweckbestimmung der Kollekte am Sonntag Trinitatis für einen von der Kreissynode zu bestimmenden Zweck
Beschluss  4.11:
Der Antrag der Kreissynode Wesel betr. Zweckbestimmung der Kollekte am Sonntag Trinitatis für einen von der Kreissynode zu bestimmenden Zweck wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Wesel hat folgenden Wortlaut:
Die Landeskirche wird gebeten, ab 2009 die Kollekte am Sonntag Trinitatis für einen von der Kreissynode zu bestimmenden Zweck festzulegen. Damit ist den Kirchenkreisen, deren Gemeinden an diesem Sonntag den Partnerschaftssonntag feiern, die Möglichkeit gegeben, die Kollekte für die Partnerschaftsarbeit einzusammeln.
(Beschluss vom 16./17.11.2007)

 

Antrag der Kreissynode Wesel betr. Zugang zum Pfarrdienst für Jung-Theologinnen und –Theologen (Erhöhung der Zahl der mbA-Stellen)
Beschluss  4.12:
Der Antrag der Kreissynode Wesel betr. Zugang zum Pfarrdienst für Jung-Theologinnen und –Theologen (Erhöhung der Zahl der mbA-Stellen) wird an die Kirchenleitung überwiesen.
(Einstimmig)
Der Antrag der Kreissynode Wesel hat folgenden Wortlaut:
Die Kirchenleitung wird beauftragt, im Jahre 2008 für den Bereich der nach-wachsenden Theologinnen- und Theologengeneration (die ihre Anstellungsfähigkeit haben) 40 mbA- Stellen statt der vorgesehenen 20 Stellen zu errichten.
Zur Finanzierung der jährlichen zusätzlichen Gesamtsumme von ca. 1.400.000,00 Euro soll die Pfarrstellenumlage für jede Kirchengemeinde der rheinischen Landeskirche um jährlich ca.1.750,00 Euro erhöht werden, bis diese mbA-Stellen in ordentlichen Pfarrstellen aufgegangen sind.
(Beschluss vom 16./17.11.2007)

 

Antrag der Kirchenleitung
betr. Bildung eines Ständigen Ausschusses für Ökumene und Mission
Beschluss  5:
Der Antrag der Kirchenleitung betr. Bildung eines Ständigen Ausschusses für Ökumene und Mission (Drucksache 18) wird an den Ständigen Theologischen Ausschuss, Ständigen Ausschuss für Kirchenordnung und Rechtsfragen, den Ständigen Ausschuss für öffentliche Verantwortung und den Innerkirchlichen Ausschuss zur Stellungnahme überwiesen.
(Mit großer Mehrheit,
bei ca. 30 Gegenstimmen und wenigen Enthaltungen)

 

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 15. Januar 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 15. Januar 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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