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Christina Brudereck zur 6. These der Barmer Theologischen Erklärung

Gottes Wort ausrichten, ist das Gegenteil von einer Kirche, die sich einrichtet

Pressemitteilung Nr. 24/2014

Sind Bekenntnisse nur fromme Worte, oft gehört und so allzu schnell überhört? Oder haben sie den Menschen heute noch etwas zu sagen? Welchen Weg die 6. These der Barmer Theologischen Erklärung der Kirche heute weisen kann, zeigte die Essener Publizistin und Theologin Christina Brudereck in ihrer Andacht am Montagmorgen. Diese „Bekenntnis-Worte unserer Kirche, oft und gerade jetzt gelesen und gehört“ unterbreche die Kirche in ihrem Alltag und erinnere sie an ihre Grundlagen.

„An Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk“, das ist in den Worten der 6. These Auftrag der Kirche. Ausrichten sei dabei das Gegenteil von Einrichten, sagte Brudereck. In der Kirche gehe es nicht um menschliche Selbstherrlichkeit und selbst gewählte Zwecke, sondern um Gottes Ehre.

In ihrem eigenen Alltag und dem der Kirche sehe das allerdings oft ganz anders aus. „Ich fühle mich oft gebunden. Ich weiß, ich bin korrumpierbar, beeinflusst, längst nicht so frei, wie ich es gerne hätte“, sagte Brudereck. Gottes Wort dagegen sei frei, was die Kirche sich immer wieder sagen lasse müsse in Geschichten, Liedern, Gebeten und Bekenntnissen wie der Barmer Theologischen Erklärung.

Mit Gott zu rechnen, falle ihr jedoch oft schwer, sagte Brudereck. Mit Gott zu reden dagegen sei viel leichter. „Ich weiß, Sie müssen rechnen“, sagte Brudereck der Landessynode, die in Bad Neuenahr auch über strukturelle Einsparungen in ihrem landeskirchlichen Haushalt zu entscheiden hat. Aber das Wort „Kosten“ habe nicht nur mit Geld zu tun, sondern auch sinnlich und lebensfroh mit Schmecken und Sehen, wie es etwa das Abendmahl mit seinen Elementen Brot und Wein kennzeichne.

Glauben sei, so lautete eines von Bruderecks zahlreichen Bildern in ihrer poetisch formulierten Andacht, eine „Umzugskiste, die uns aus der Gewohnheit zieht ins Neue“. Wer die freie Gnade Gottes an alles Volk ausrichte, gehe nicht eigenmächtigen Wünschen nach, selbstgewählten Zwecken und Plänen, sondern spüre Gottes Wünsche auf, was für Brudereck auch ganz sinnlich meint: „Gottes Nähe als Glück begreifen.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 20. Januar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 20. Januar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 20.01.2014



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