Landessynode 2015
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"Ich darf Gott mit tapsigen Schritten entdecken"

Vom Wandel ihrer Gottesbilder hat die Diplom-Ingenieurin Kathrin Zindel in einer Andacht berichtet. Das Gottesbild ihrer Kindheit von einem liebenden Gott veränderte sich während ihrer Schulzeit erstmals mit Fragen zum Verhältnis von Gott und Universum.


Schon früh sei ihr klar gewesen, dass sie Naturwissenschaften studieren wollte, „ein Fach mit klaren Antworten, in dem alles einem Richtig oder Falsch zugeordnet werden kann.“ SIe studierte dann Maschinenbau in Aachen. Dass die meisten ihrer Studienkolleginnen und -kollegen zum Verständnis der Welt gar keinen Gott brauchten und sich mit wissenschaftlichen Erklärungen begnügten, reichte ihr allerdings nicht. „Ich wollte das verstehen, was es zu verstehen gab, aber ich suchte darin auch nach dem Sinn. Ich konnte nicht glauben, dass das alles durch einen Zufall entstanden war“, sagte Zindel in ihrer Andacht.

In ihrem beruflichen Umfeld habe sie später Menschen kennengelernt, denen es ähnlich erging. Ihr Gottesbild habe sich in dieser Zeit noch einmal nachhaltig verändert. Den Gott ihrer Kindheit und ihrer Jugend entdeckte sie nun in ihrem Alltag und in ihren Mitmenschen. Das habe auch ihr Selbstverständnis als Christin beeinflusst: „Aus der Frage, was tut denn Gott hier eigentlich auf der Erde, entstand für mich die Frage, was tue ich hier? Was will ich tun und was für eine Welt will ich mitgestalten?“

Noch eine tröstliche Erfahrung hat sie in ihrem Leben mit dem Wandel ihrer Gottesbilder gemacht: „Ich muss nicht alles sofort begreifen, ganz anders, als ich es aus meinem Beruf gewöhnt bin. Ich darf Gott mit den tapsigen Schritten eines Kindes Stück für Stück entdecken.“ Und darüber dürfe sie sich freuen wie das Kind, das sie einmal gewesen sei, „das sucht, das mehr erfahren will, das aber das große Ganze nicht begreifen kann“.

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ekir.de / wb / 15.01.2015



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