Landessynode 2015
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Landessynode 2015

Langer Weg zur rechtlichen Gleichstellung von Frauen

Seit 40 Jahren sind Frauen im Pfarramt in der rheinischen Kirche gleichberechtigt. Die lange Geschichte bis dahin erzählt die Ausstellung „Pionierinnen im Pfarramt – 40 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern in der Evangelischen Kirche im Rheinland“.

Im Januar 1975 hatte die damalige Landessynode den Zugang für die Theologinnen zu allen geistlichen Ämtern freigemacht. Heute wurde die Ausstellung am Rande der Landessynode der Öffentlichkeit vorgestellt. „Dass in unserer Kirche Pfarrerinnen, Superintendentinnen, Oberkirchenrätinnen geistliche Leitungsämter wahrnehmen, ist inzwischen selbstverständlich. Und sie sind nicht mehr wegzudenken: Ohne die Pfarrerinnen wäre heute schon ein Drittel der Stellen unbesetzt – in Zukunft noch mehr“, sagte Vizepräses Christoph Pistorius bei der Ausstellungseröffnung: „Wir brauchen Männer und Frauen in der Kirche – in allen Bereichen.“ Es sage etwas Wesentliches über die rheinische Kirche aus, dass in ihr Frauen und Männer gleichberechtigt mitarbeiteten. „Dass dies erst seit 40 Jahren in vollem Umfang so ist, ist erschreckend und beschämend“, erklärte Pistorius. Viel zu lange hätten männliche Amtsträger ihre Domäne gegen Frauen mit gleicher Ausbildung und Qualifikation verteidigt – ein Aspekt, den die Ausstellung nicht verschweige.

Den langen Weg der Theologinnen ins Pfarramt erläuterte Kirchenrätin Dr. Dagmar Herbrecht, die die Ausstellung gemeinsam mit einem Team aus Mitarbeitenden des Archivs, der Genderstelle, der Abteilung für Theologie und dem Arbeitsbereich Kommunikation zusammengestellt hat. Es habe viele Zwischenschritte und auch Rückschritte bei dieser Entwicklung gegeben, die uns heute so selbstverständlich erscheine. „Sie ist in Wahrheit aber historisch jung und auch in ökumenischer Perspektive etwas Besonderes“, so die Leitende Dezernentin für Theologie und Verkündigung der rheinischen Kirche.

Große Widerstäde auf dem Weg ins Pfarramt

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von 1908, als die ersten Frauen in Preußen zum Studium an der Universität zugelassen wurden, bis zu ihrer rechtlichen Gleichstellung 1975. Anhand von historischen Dokumenten, einer Chronologie und beispielhaften Lebensbildern wird beleuchtet, wie Theologinnen gegen große Widerstände der Amtskirche ihren Weg ins Pfarramt erkämpften. Geschildert wird zum Beispiel der Werdegang von Pfarrerin Gisela Vogel, die 1981 die erste Landeskirchenrätin und 1987 erste Oberkirchenrätin der rheinischen Kirche wurde. Sie habe sich schwer getan, aus der von ihr geliebten Gemeindearbeit ins Landeskirchenamt zu wechseln, berichtete die Oberkirchenrätin i. R. bei der Ausstellungseröffnung. „Aber ich habe erkannt, es war die Stunde, in der wir als Frauen diesen Schritt gehen mussten.“

Den langen Weg der Theologinnen ins Pfarramt erläuterte Kirchenrätin Dr. Dagmar Herbrecht, die die Ausstellung gemeinsam mit einem Team aus Mitarbeitenden des Archivs, der Genderstelle, der Abteilung für Theologie und dem Arbeitsbereich Kommunikation zusammengestellt hat. Es habe viele Zwischenschritte und auch Rückschritte bei dieser Entwicklung gegeben, die uns heute so selbstverständlich erscheine. „Sie ist in Wahrheit aber historisch jung und auch in ökumenischer Perspektive etwas Besonderes“, so die Leitende Dezernentin für Theologie und Verkündigung der rheinischen Kirche.

„Wir sind stolz darauf, dass wir Frauen in allen Ämtern haben“, so Irene Diller von der Genderstelle der rheinischen Kirche, „aber es liegt auch noch ein gutes Stück Weg vor uns zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern. Wir brauchen Vielfalt, damit unsere Kirche lebendig bleibt.“

Die Ausstellung ist bis zum Freitag noch im Dorint-Kongresszentrum in Bad Neuenahr zu sehen. Anschließend wird sie beim Rheinischen Theologinnentag am 2. Februar in Köln und am 20. November beim Festtag der rheinischen Kirche im Haus der Kirche in Bonn gezeigt. Gegen Erstattung der Versandkosten kann sie auch ausgeliehen werden bei der Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, Telefon 0211/4562-680, E-Mail: gender@ekir.de

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ekir.de / uks Foto: Hans-Jürgen Vollrath / 14.01.2015



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